Biker holt Jubiläumssieg im Jubiläumsrennen

Bei Rennbeginn hörte der Regen auf, sodass Michael Kochendörfer im weißen Trikot losfahren konnte. (Foto: Sportograf)

München. Nur drei Wochen nach seinem vierten Platz beim 24 Stunden-Rennen in Ligurien/Italien, stand am vergangenen Wochenende die nächste Herausforderung im Rennkalender von Extrembiker Michael Kochendörfer (Storck Bicycle Team).

Das 24-Stunden-Rennen im Olympiapark in München ist für den Billigheimer ein ganz besonderes Rennen. Als eine der größten Veranstaltungen in dieser Kategorie herrscht auf der Strecke durchs Olympiastadion, dem Olympiaberg und entlang der Schwimmhalle eine einzigartige Atmosphäre, die den Start in der bayrischen Landeshauptstadt zu einem Höhepunkt im Jahreslauf der Mountainbikers, der für den VfR Waldkatzenbach ins Rennen geht. Hinzu kam in diesem Jahr das 10-jährige Jubiläum der Veranstaltung. Parallel zum Rennen


der Schwimmhalle. Hinzu kam dieses Jahr das 10 jährige Jubiläum der Veranstaltung. Da während der Rennens am Samstag die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Spiel bei der Europameister absolvierte, hatten die Organisatoren eine Videowand errichtet, auf der im Stadion 10.000 Menschen den 1:0-Sieg der Löw-Truppe gegen Portugal erlebten, während gleichzeitig die Biker unter dem Jubel der Menschenmasse durchs Stadion fuhren. 

Dabei stand der Start Kochendörfers noch bis wenige Tage vorher auf Messers Schneide, hatte er doch noch mit den Strapazen des Italienrennens zu kämpfen. Dank der Physiotherapeuten vom Reha-Zentrum Neckar-Odenwald in Eberbach, die eine Optimierung der Sitzposition durchführten und  von Tria Medica in Mosbach, die es schafften die starken muskulären Probleme im Nacken zu beseitigen, konnte sich der Ausdauersportler nach seiner Anreise am Freitag mit der Konkurrenz messen.

Leider setzte am Vorabend starker Regen ein, der bis zum Start am Samstag anhielt. Mit dem Startschuss schloss der Himmel seine Schleusen, die Wiesenpassagen waren dennoch stark aufgeweicht, was viel Kraft kostete,  während das Kopfsteinpflaster spiegelglatt war und den Fahrern dadurch höchste Konzentration abverlangte.

Insgesamt mussten auf einem zehn Kilometer langen Rundkurs 90 Höhenmeter bewältigt werden. In Kochendörfers Kategorie waren 120 Einzelstarter gemeldet. Hinzu kamen die Teams, sodass gut 1.500 Sportler aktiv waren.

Größter Konkurrenz den Bikers auf dem Neckar-Odenwald-Kreis war einmal mehr der amtierende Weltmeister Tomas Kozak aus Tschechien und ein ehemaliger Doppelweltmeister, die von Beginn an enorm aufs Tempo drückten. Michael Kochendörfer konnte sich gleich dahinter in einer dreiköpfigen Gruppe auf die Verfolgung machen. So vergingen die ersten sieben Rennstunden. In den nun folgenden Runden setzte sich der Winterhauchbiker von seinen Mitfahrern ab und fuhr alleine auf den dritten Platz nach vorne.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Lampen montiert und ab ging es durchs dunkle Olympiastadion, wo die bereits beschriebene EM-Stimmung herrschte. Gegen 22.45 Uhr durften die Sportler dann noch ein Jubiläumsfeuerwerk über dem See erleben.

Trotz der Ablenkungen fuhr der Billigheimer, wie immer auch während der Nachtstunden hervorragend betreut von seiner Frau Anja, weiter sein Tempo und machte dabei Zeit gut auf den Zweitplatzierten. Nach der halben Renndistanz war es dann vollbracht, Michael Kochendörfer lag auf dem zweiten Rang.

Gegen 2.00 Uhr setzte dann wieder heftiger Regen ein, was zu einem Temperatursturz auf 7°C führte. Die Wiesenstücke wurden nun zu reinen Schlammpassagen und das Kopfsteinpflaster wurde immer rutschiger. Nun war vollste Konzentration verlangt.

Dunkelheit, Kälte, Regen und schwierige wechselnde Untergründe – so ging es weiter. Gegen 5 Uhr bekam der führende Tscheche Weltmeister Tomas Kozak körperliche Probleme und musste den widrigen Wetterverhältnissen Tribut zollen. Kochendörfer legte in dieser Rennphase einen kurzen Boxenstopp ein, um sich regenfest zu machen. Mit trockenem Trikot und Regenjacke ging es weiter auf die Jagd.

Von seinen Betreuern erhielt der Biker warme Getränke, sodass er bestens präpariert in die entscheidenden Runden ging. Da Nässe und Kälte viel Energie aus dem Körper verbrauchen, waren die getroffenen Maßnahmen letztlich entscheidend, konnte sich Kochendörfer doch die Führung holen.

Mittlerweile wurde es hell, der Regen hörte jedoch nicht auf, weshalb die Strecke immer schwieriger zu befahren war. Die Rennleitung hatte daher kurzfristig die Waldabfahrt vom Olympiaberg umgelegt.

Der Odenwälder sicher die Position und erfuhr, dass der härteste Konkurrent ausgestiegen und der Sieg nicht mehr in Gefahr war. Gegen 8.00 Uhr und 20 Stunden Renndauer beendeten die Veranstalter das Rennen, da aufgrund der Streckenverhältnisse die Sicherheit der Fahrer nicht mehr gewährleistet war.


Überglücklich kam Michael Kochendörfer als Sieger ins Ziel. Nach 2009 feierte er seinen zweiten Sieg in München und den zehnten Sieg in einem 24-Stunden-Rennen. Trotz aller Freude dachte der Sieger auch an seine Fans, die am Sonntagmorgen angereist waren, aber aufgrund des Abbruchs nur noch wenige Rennkilometer erleben durften.

In den 20 Stunden hatte der Extremsportler 48 Runden und damit etwa 480 km absolviert. Auf seinen hartnäckigsten Verfolger hatte der Billigheimer unglaubliche 20 km Vorsprung herausgefahren.

Abschließend dankte Michael Kochendörfer allen Helfern die im Vorfeld, aber auch an der Strecke an dem Erfolg beteiligt waren, denn auch wenn man alleine im Sattel sitzt, gewinnt man eine 24-Stunden-Rennen nicht alleine, so der strahlende Jubiläumssieger. Nach zwei Großereignissen innerhalb von nur drei Wochen wird der VfR-Fahrer nur erst einmal etwas „Luft raus lassen“ und dann die weitere Saison vorbereiten.

Freuen durfte sich übrigens auch die Vierermannschaft des Storck Bicycle Teams, die ebenfalls aufs oberste Siegertreppchen fuhren und damit weiter seit Jahren ungeschlagen ist.

 Kochendoefer Muenchen

In der Nacht setzte heftiger Regen ein und wurde zum stärksten Verbündeten des späteren Siegers Michael Kochendörfer. Dank seiner sehr guten Taktik, die vom hervorragenden Betreuerteam perfekt umgesetzt wurde,  war der Extrembiker bestens präpariert, sodass er mit großem Vorsprung über die Ziellinie fuhr.(Foto: Sportograf)

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