Biologische Kläranlage für „Zwingenberger Hof“

Zwingenberg. (pk) Im Rahmen einer Feierstunde konnten Herbert Hauck, Vorsitzender der Naturfreunde Neckarbischofsheim, und Bürgermeister Peter Kirchesch, Zwingenberg die neue biologische Kläranlage – Kosten von 70 000 Euro – einweihen.

Bürgermeister Peter Kirchesch lobte die Einrichtung verbunden mit den hohen Investitionen als gelungene, umweltfreundliche Lösung. Nach dem interkommunalen, zukunftsweisenden Anschluss der Abwässer von Zwingenberg an die leistungsstarke Kläranlage in Eberbach, sei nun auch auf der anderen Neckarseite – bezüglich der Siedlung „Im Hoffeld“ – eine sehr gute Lösung der Abwasserproblematik gefunden worden.


Der Vorsitzende Herbert Hauck ging kurz auf die Vorgeschichte ein, warum eine biologische Kläranlage gebaut wurde. Nach der Fertigstellung des Mehrzweckgebäudes mit Küche, Zimmern und Gaststätte beim Naturfreundehaus im Jahre 2006 musste zunächst abgewartet werden, ob sich ein ganzjähriger Betrieb einstellen würde. Denn erst dann war gewährleistet, dass die Bakterien über den Winter nicht absterben und damit der Klärprozess sichergestellt werden kann,  erläuterte Herbert Hauck.

Nachdem dies am Ende der Saison 2009 feststand, wurden die Pläne für die biologische Kläranlage vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt.  Gleichzeitig wurde die Regenerierung des eigenen Trinkwasserbrunnens vorgenommen. In der Detailplanung mussten teure Betonbehälter, die zunächst  für die Kläranlage nicht vorgesehen waren, gebaut werden, um den Auftrieb der geplanten Kunststoffbehälter bei Hochwasser zu verhindern.

Eine Baugrube mit den Kellermaßen eines kleinen Einfamilienhauses 7 m x 7m x 4m wurde Anfang März 2011 ausgehoben. Schritt für Schritt wurde das Klärsystem installiert. Mit 53 Einwohnergleichwerten ist die Anlage sowohl für den Dauerbetrieb mit 41 Betten und 30 Zeltplatzbesuchern sowie durch den Pufferspeicher auch für Spitzenlasten mit kompletter Hausbelegung, Zeltplatzbelegung und ca. 300 Durchgangsgästen am Tag (insbesondere an Sonn- und Feiertagen) ausreichend ausgelegt.

Mit rund 70.000 Euro (Zuschuss Regierungspräsidium aus Mitteln des Landes: 27.500 Euro) war dies vorerst die letzte größere Baumaßnahme im „Zwingenberger Hof“.

Da das gereinigte Wasser in den Neckar abgeleitet werden und der Klärschlamm nach Austrocknung auf den Kompost oder in den Gartenbereich verbracht werden könne, spiele die „Gesplittete Abwassergebühr“ keine Rolle für das Naturfreundehaus. Auch dem Kreislaufwirtschaftsgesetz werde voll und ganz Rechnung getragen, führte Herbert Hauck weiter aus.


Bürgermeister Peter Kirchesch zeigte sich hocherfreut über die hohe Professionalität, mit der der „Zwingenberger Hof“ geführt werde. Er hoffe, dass mit der Fertigstellung der  Radwegbrücke so manche Einschränkung durch die Bautätigkeit schnell wettgemacht werde, was die hohen Besucherzahlen bereits zeigen würden. Geld habe die Gemeinde Zwingenberg leider auch keines, aber bei allen anderen Dingen helfe die Gemeinde gerne und habe ein offenes Ohr.

Beim anschließenden Rundgang konnte Herbert Hauck die Detailfunktionen der Kläranlage erläutern und die bauliche Anlage vorstellen, die sich mit der Natursteinmauer und dem angrenzenden Bauwagen-Areal mit Grillplatz harmonisch in das Gelände einpasse.

500 Klaeranlage

Unser Bild zeigt Vorsitzender Herbert Hauck (li.)  und Bürgermeister Peter Kirchesch, die gemeinsam die Pläne der Anlage erläuterten, im Hintergrund das neue „Versorgungsgebäude“ Wenn alles gut geht, gab Hauck der Hoffnung Ausdruck, hat sich die Kläranlage in 6 Jahren amortisiert. Die neue Kläranlage hat bereits ihre erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. (Foto: pm)


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