Schuldenprävention in der Grundschule

Nils Niegenug

„Nils Niegenug“ in Großeicholzheim. (Foto: Liane Merkle)

Großeicholzheim. (lm) Er hatte es „voll drauf“, der „Nils Niegenug“ vom Heilbronner Radelrutsch-Theater, das Quengeln, Nörgeln, Schmeicheln oder Piesacken, um seinen Eltern all die vielen Wünsche herauszupressen, die ihm so im Kopf herum spuken. Und wenn es bei den Eltern nicht funktioniert, dann sind eben Oma, Opa, Tante oder Onkel dran.

Seltsamerweise machten ihn aber die ständig erfüllten Wünsche immer unzufriedener und sie müllten ihm auch sein Zimer komplett zu. Schauspieler Udo Grunwald verkörperte den „Nils Niegenug“ so überzeugend, dass die Großeicholzheimer Grundschüler der Klassen 2 bis 4 sich nicht nur wie in einem Spiegel wiederfanden und sich daraufhin Gedanken über den Sinn des „Unbedingt-haben-wollens“ machten, sondern im nachfolgenden Gespräch, an dem sich auch Elternbeiräte, Vertreterinnen des Fördervereins, Lehrerkollegium Pfarrer Ingolf Stromberger und Bürgermeister Thomas Ludwig beteiligten, sogar regelrechte Selbstanalysen aufstellten, bei denen deutlich wurde, dass natürlich jeder eine ganze Reihe Konsumwünsche in sich trägt.




Doch noch tiefer ist beim Großteil der Kinder der Wunsch nach gemeinsamer Zeit mit den Eltern und Großeltern, die immer viel zu beschäftigt sind, um sich mit ihnen abzugeben. PC, Spielekonsole, Fernseher oder Putzen sollten nach Meinung der Kinder einen Stellenwert hinter ihnen einnehmen. Dieses Ergebnis was sicher für so manchen Erwachsenen eine Überraschung.

Dennoch, so Schulleiterin Gabi Wurm-Bussemer, sollte das Thema „Konsumfalle“ ein ständig wiederkehrendes Thema in Schule und Familie sein, nur so könnten die Kinder lernen, mit den Wünschen und Erwartungen, dem immer zu knappen Taschengeld, dem verlockend herumliegenden Geldbeutel der Mutter und dem Wartenmüssen umzugehen.

Dieser erste Schritt in Sachen Schuldenprävention und Finanzkompetenz mit der Theatergruppe „Radelrutsch“ war angeregt und bezuschusst worden durch Guido Zilling vom Diakonische Werk der evangelischen Kirchenbezirke im Neckar-Odenwald-Kreis, und die Grundschule Großeicholzheim, die auch in anderen Bereichen Vorreiterrolle in Sachen Prävention übernimmt, hat das Angebot gerne angenommen und freute sich über das Ergebnis im abschließenden Gespräch mit dem guten Rat, persönliche Willensstärke gegen Konsumverlockungen einzusetzen und sich der Freude an nicht käuflichen Geschenken, wie Eltern- oder Oma-Tagen, bewusst zu sein.

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