MdL Hauk besucht Bürgermarkt Neunkirchen

„Innovatives Konzept, das Modell für viele andere ländliche Kommunen sein kann“

MdL Hauk im Buergermarkt

MdL Hauk (2.v.li.) im Bürgermarkt Neunkirchen. (Foto: pm)

Neunkirchen. (pm) „Politik im ländlichen Raum ist nicht perspektivlos und wir haben es immer schon geschafft mit wenigen Mitteln, viel zu erreichen“, begrüßte Bürgermeister Wolfgang Schirk den Neckar-Odenwälder Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Peter Hauk in Neunkirchen. Hauk war gekommen, um sich zum jüngst eröffneten Bürgerladen zu informieren, der weit über die Kreisgrenzen hinweg bereits aufmerksame Blicke auf sich gezogen hat: „Sie haben es mit vorbildlichem Engagement und ehrenamtlichem Einsatz geschafft, eine Lücke in der Nahversorgung zu schließen und dem Dorf eine wichtige Begegnungsstätte zurückgegeben“, stellte Hauk die Bedeutung des Bürgerladens heraus.

„Wir sind stolz auf das, was wir auf den Weg gebracht haben. Der Bürgerladen ist kein Modell von der Stange und wir mussten viele Unwägbarkeiten überwinden bis zur Eröffnung“, konstatierte Schirk weiter. Man habe sich in Neunkirchen früh Gedanken über die innerörtliche Entwicklung gemacht, da absehbar gewesen sei, dass in naher Zukunft Lücken in der Nahversorgung entstehen werden würden. Seit Sommer 2011 habe man schließlich drei Ladenschließungen in Neunkirchen zu beklagen – ein Getränkemarkt, eine Metzgerei sowie letztendlich auch die Schleckerfiliale. „Alle angefragten Investoren hatten kein Interesse für eine Filialeröffnung, da wir nicht die geforderten Rahmenbedingungen erfüllen. Um eine Negativspirale in der Dorfentwicklung zu verhindern haben wir uns schließlich mit allen Akteuren vor Ort zusammengesetzt und offen über Lösungsmöglichkeiten gesprochen. Am Ende konnten wir sie davon überzeugen, dass von einem Bürgerladen alle profitieren könnten“, so Schirk. Schon heute, vier Wochen nach Eröffnung – lasse sich sagen, dass der Markt auf alle weiteren Akteure eine positive Ausstrahlung habe. Zudem sei es gelungen, für den Dorfladen örtliche Lieferanten zu gewinnen.




Inzwischen habe man nach einer breiten Bürgerbeteiligung und -information knapp 500 Genossenschaftsanteile à 150 Euro zeichnen und somit einen beachtlichen Teil der Startfinanzierung von 120.000 Euro finanzieren können. „Das Genossenschaftsmodell sorgt auch dafür, dass sich die Menschen hier mit ‚ihrem‘ Laden identifizieren und an der positiven Entwicklung interessiert sind. Mit hiesigen Vereinen und Organisationen zeichneten sich Regelungen ab, Besorgungen für Feste oder Feierlichkeiten im Bürgerladen zu tätigen“, freute sich Schirk über die inzwischen gewachsene große Solidargemeinschaft vor Ort.

„Auch der laufende Betrieb wird durch ehrenamtliche Stunden maßgeblich unterstützt, wofür rund 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Verfügung stünden. Alle Arbeiten vom Kassieren, über das Regale einräumen bis hin zum Saubermachen sind dabei zu organisieren“, berichtete Regina Zwing, die ebenfalls dem ehrenamtlichen Team angehört.

Der Laden biete jetzt rund 2.500 Artikel in einem breiten Sortiment auf 240 m² und „unsere Preise sind interessant und liegen nicht weit über Discounterniveau. Rechnet man Spritkosten und Zeitersparnis mit ein, sind wir mehr als konkurrenzfähig, so Genossenschaftsvorstand Matthias Drobinoha. Sein Vorstandskollege Bernhard Knörzer berichtete von einem Kundengespräch, in dem ihm entgegnet wurde: „In diesem Laden wird auch noch gelacht.“ Das zeige, wie wichtig der soziale Faktor beim Einkaufen sein kann. Schließlich sei der Laden auch ein Ort der Begegnung und des sozialen Austauschs und somit wichtig für die Dorfgemeinschaft. „Wir merken, dass durch den Laden wieder deutlich mehr Leben in der Ortsmitte eingekehrt ist“, unterstrich Angela Grimm, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes.

Hauk zeigte sich beeindruckt von den gesammelten Eindrücken und zeigte sich überzeugt, dass das Projekt auch Fortbestand haben werde: „Ich kenne kein vergleichbares Projekt in dieser Größenordnung in Baden-Württemberg. Ihre beispielhafte Arbeit hier wird noch Vorbild für hoffentlich viele Nachahmer sein“, zeigte sich Hauk überzeugt.

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