Berlinfahrt – ernst und heiter

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500 AWO Berlin

AWO-Mitglieder und Freunde in der Bundeshauptstadt unterwegs

Die Berlinfahrer mit Gabriele Teichmann bei der AWO International. Bildrechte: AWO Neckar-Odenwald. (Foto: pm)

Neckar-Odenwald-Kreis/Berlin. (pm) Ein ganzer Bus voller interessierter Bürger aus dem Neckar-Odenwald- und Main-Tauber-Kreis war rund um den 1. Advent in Berlin unterwegs. Die Mitfahrer kamen aus verschiedenen Gemeinden in der Region Odenwald-Tauber und aus den AWO Ortsvereinen Mosbach, Haßmersheim, Obrigheim, Neckarelz und Hardheim. Gemeinsam mit Gabriele Teichmann, Kreisvorsitzende der AWO Neckar-Odenwald, erlebten sie ein interessantes Info- und Kulturprogramm.

Nach einer Fahrt durch den verschneiten Thüringer Wald hatte die Hauptstadt vorweihnachtlichen Lichterglanz und zahlreiche Weihnachtsmärkte zu bieten. Eine Stadtführung mit Beginn am Brandenburger Tor verdeutlichte, wie eng die geteilte Stadt zusammengerückt ist. In der Nähe des Brandenburger Tors zeigt nur noch eine Linie aus Pflastersteinen auf der Straße an, wo sich vor 24 Jahren noch der West- und Ostteil befanden. Eins der letzten Zeugnisse dieser Teilung ist die „East Side Gallery“, ein Stück Berliner Mauer, das nach der Wende von Künstlern mit farbenfrohen und aussagekräftigen Bildern bemalt wurde.




Die Reisenden besuchten außerdem das ehemalige Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, das an politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur erinnert. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert und wurden mit psychischer Folter traktiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen. Die Gedenkstätte hat die gesetzliche Aufgabe, die Geschichte der Haftanstalt Hohenschönhausen in den Jahren 1945 bis 1989 zu erforschen, über Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen zu informieren und zur Auseinandersetzung mit den Formen und Folgen politischer Verfolgung und Unterdrückung in der kommunistischen Diktatur anzuregen.

Auch die Geschäftsstelle der AWO International war einen Besuch wert. Die Hilfsorganisation der AWO ist Mitglied des Spenden- und Arbeitsbündnisses „Aktion Deutschland hilft“. Sie engagiert sich in Süd- und Südostasien sowie Mittelamerika, um die Lebensbedingungen der Menschen dort zu verbessern, Katastrophen-Nothilfe zu leisten und den Wiederaufbau voranzubringen. Sie unterstützt auch den fairen Handel durch den Verkauf von Bio-Kaffee, -Tee und -Zucker. Ein besonderes Augenmerk gilt der Arbeit mit Jugendlichen vor Ort, die sich beispielsweise durch eine Videoschulung ein eigenes politisches Bewusstsein erarbeiten. „Die Jugendlichen befragen nach dieser Ausbildung die Tortilla-Bäckerin auf dem Markt oder den Bürgermeister eines Ortes“, erläuterte Ingrid Lebherz, Geschäftsführerin der AWO International. „Ihre Videofilme werden in öffentlichen Aufführungen gezeigt, verhelfen den Jugendlichen zu mehr Anerkennung und werden genutzt, um politische Versprechen einzufordern. Diese Arbeit, die Betroffene für ihre Rechte sensibilisiert und einstehen lässt, ist ein typisches Markenzeichen der AWO.“

Auf der Rückfahrt von Berlin nach Mosbach diskutierten die Mitfahrer und die Versicherungs- und Sozialrechtsexpertin Gabriele Teichmann sozialpolitische Fragen wie Pflege- und Krankenversicherungskonzepte. „Die Fahrt war etwas ganz Besonderes, weil Kultur und Freizeitvergnügen genauso Raum hatten wie Zeitgeschichte und politische Fragen“, sagt Gabriele Teichmann. „Wegen des großen Interesses der Mitglieder und Freunde der AWO bieten wir auch 2013 wieder eine solche Fahrt an, wahrscheinlich nach Dresden.“

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