Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Verwaltungsvereinbarung zwischen Landratsamt und  Kommunalverband  für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS)

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Matthias Knörzer, ein junger Mann mit Handicap, hat im Februar 2012 einen „ganz normalen“ Arbeitsvertrag bei der Buchener Firma Fertig Sitz- und Liege-Möbelfabrik unterschrieben – unser Bild – und arbeitet dort seitdem zur vollsten Zufriedenheit. Die jetzt unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung soll die Realisierung solcher „Erfolgsgeschichten“ einfacher machen. (Foto: LRA)

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Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Im März 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Das hochaktuelle Thema „Inklusion“ zieht sich seitdem durch alle Strukturen in der Behindertenhilfe, auch im Neckar-Odenwald-Kreis. Inklusion bedeutet, dass  jeder Mensch die Möglichkeit erhalten soll, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter. Mit anderen Worten: Menschen mit Behinderungen sollen nicht ausgegrenzt werden, sondern sie sollen „teilhaben“ können am ganz normalen gesellschaftlichen Leben. Ein ganz konkretes Beispiel ist Matthias Knörzer, ein junger Mann aus Höpfingen, der nach dem Besuch der Alois-Wißmann-Schule in Buchen seine Arbeit nicht in einer Werkstätte für Behinderte fand, sondern bei der Firma Fertig Sitz- und Liege-Möbelfabrik. Im Rahmen seines ganz normalen Arbeitsvertrages verrichtet Matthias Knörzer zwar einfache, aber doch ganz normale Arbeiten – für ein ganz normales Gehalt.




Einfluss gefunden hat die UN- Behindertenrechtskonvention im Teilhabeplan für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung des Neckar-Odenwald-Kreis. Mit dem Kommunalverband  für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) wurde eine Verwaltungsvereinbarung zur „gemeinsamen Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung am allgemeinen Arbeitsmarkt“ abgeschlossen – denn für Menschen mit Behinderungen ist es meist sehr schwer, einen regulären Arbeitsplatz zu finden. Entsprechende Stellenangebote sind absolute Mangelware. Ohne Unterstützung vor allem für potentielle Arbeitgeber, wie sie die Verwaltungsvereinbarung in vereinfachter Form anbietet, gäbe es kaum Erfolgsgeschichten wie bei Matthias Knörzer.

Tatsächlich gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten speziell für Arbeitgeber, die immer in Form von unterschiedlich gestaffelten und befristeten Lohnkostenzuschüsen erfolgen. Diese können durch die Agentur für Arbeit, das Integrationsamt beim KVJS und durch Leistungen der Stadt- und Landkreise erbracht werden. Durch die jetzt geschlossene Verwaltungsvereinbarung werden die Leistungen der verschiedenen Träger gebündelt. Das erhöht die Planungssicherheit für den Arbeitgeber – und damit auch die Chance für den Menschen mit Behinderung, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Der Charme der Verwaltungsvereinbarung ist nicht nur, dass die möglichen Förderungen für den potentiellen Arbeitgeber transparenter weniger bürokratisch gestaltet sind, sondern dass alle Akteure vor Ort eng zusammenarbeiten und ihre jeweils zur Verfügung stehenden Ressourcen bündeln. Nur so können überhaupt Erfolge auf diesem Gebiet erzielt werden – zum Vorteil der Menschen mit Behinderungen, die einfach nur „ganz normal arbeiten“ wollen.

Informationen zum Thema, gerade auch für interessierte Arbeitgeber, sind beim Fachgebiet Eingliederungshilfe im Landratsamt erhältlich. Ansprechpartner ist Christian Köckeritz, Tel. 06261/842213. Auskünfte erteilt auch der Integrationsfachdienst, Tel. 06261/93685-0.

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