Geschichtsbewusstsein positiv verändert

20 Jahre Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz – Neuer Vorstand gewählt

500 Verabschiedung Georg Fischer

Dr. Georg Fischer wird nach fast 20 Jahren aus dem Vorstand verabschiedet. (Foto: privat)

Neckarelz. (dr) Ganz im Zeichen der 20jährigen Wiederkehr der Vereinsgründung stand die diesjährig Jahreshauptversammlung des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz, deren Besucherliste über 30 Menschen zählte. Doch ehe man sich im zweiten Teil der „Selbst-Erinnerung“ an das zwanzigjährige heimatgeschichtliche Wirken des Vereins widmete, waren zunächst noch die formalen Punkte der Jahreshauptversammlung abzuarbeiten.  

Den Rechenschaftsbericht für das Jahr 2012 hatte die Vorsitzende Dorothee Roos bereits vor längerer Zeit schriftlich versandt. Sie zog für das erste reguläre Jahr der neuen Gedenkstätte eine positive Bilanz – mit 2835 BesucherInnen, 1506 Erwachsenen und 1329 Jugendlichen, war die KZ-Gedenkstätte Neckarelz 2012 sehr gut besucht. Es wurden fast 90 Gruppen begleitet, darunter besonders intensiv einige internationale Jugendprojekte. Vor allem sei es gelungen, zahlreiche neue ehrenamtliche GedenkstättenlotsInnen auszubilden, so dass insgesamt 40 Personen an den Öffnungssonntagen und bei Besuchergruppen im Einsatz waren. Davon waren fast die Hälfte Jugendliche.

Auch der Kassenbericht von Schatzmeister Gerd Teßmer fiel erfreulich aus – die Gedenkstätte konnte aus den Einnahmen die laufenden Kosten des Hauses decken und noch ein wenig Geld für Reparaturen etc. zurücklegen.




Aus dem Vorstand wurde nach fast zwanzigjähriger Mitarbeit Dr. Georg Fischer verabschiedet. Aus der Fülle seiner Aktivitäten konnte Dorothee Roos nur einen Teil auflisten; neben praktischem handwerklichem Zugriff habe er sich besonders bei der Betreuung von Zeitzeugen, kreativen pädagogischen Aktivitäten sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen durch unermüdliche Arbeitsbereitschaft hervorgetan. Dieser Vielseitigkeit trug Walter Posert mit der Überreichung der in den Garten zu pflanzenden Rose „Leonardo da Vinci“ Rechnung.

Wegen der gewachsenen Aufgaben wurde der Vorstand der Gedenkstätte erweitert.

Ihm gehören neben Dorothee Roos und Arno als den beiden Vorsitzenden weiterhin Gerd Teßmer als Schatzmeister an. Als Schriftführer wurde Dr. Herbert Gareis (Zwingenberg) neu gewählt. Drei Beisitzer, Bernhard Edin (Mosbach), Hans Peter Haas (Neckarelz) und Dieter Thürmer verstärken das Team, hinzu kommen als „Jugendvorstände“ die beiden Brüder Jonathan und Jakob Schlegel (Neckarelz).

Dorothee Roos fasste im anschließenden Rückblick auf die Vereinsgeschichte die Aktivitäten unter verschiedenen Überschriften zusammen. Sie unterstrich dabei, dass neben zahlreichen Einzelveranstaltungen (Vorträgen, Diskussionen, Exkursionen, Ausstellungen, Jugendprojekten…) die regelmäßige pädagogische Arbeit, also die Betreuung von Schulklassen und anderen Gruppen sowie die Einladung von Zeitzeugen stets kontinuierlich weitergegangen sei. Beiträge aus der Mitte der Versammlung betonten, wie sehr die Arbeit des Vereins das Bewusstsein und das Wissen in Sachen NS-Geschichte in der Region positiv verändert habe.

Nach dem gemeinsamen Anschauen des 1998 gedrehten SWR-Fernsehfilm „KZ-Lager im Neckartal“, der wegen der zahlreichen dort interviewten Zeitzeugen besonders hohen dokumentarischen Wert besitzt, stellte Dr. Georg Fischer sein „Abschiedsgeschenk“ vor. Es handelt sich um eine CD-Rom, die in dritter, wesentlich erweiteter Auflage das Wissen über diese Lager und ihre Geschichte, aber auch die Erinnerungsgeschichte im Elzmündungsraum in Form eines elektronischen Buches zusammenfasst. Sie ist auch in der Gedenkstätte zu erwerben.

Mit einem geselligen Beisammensein und dem Dialog über die Generationen hinweg – die Altersspanne reichte von 16 bis 86 Jahren –  klang der Abend aus.

500 Neuer Vorstand

Der neu gewählte Vorstand des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz (von links) Dieter Thürmer, Dr. Herbert Gareis, Bernhard Edin, Dorothee Roos, Gerd Teßmer, Hans Peter Haas, Jakob Schlegel, Arno Huth und Jonathan Schlegel. (Foto: privat)


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