Foto-Ausstellung „Gleichgeschaltete Heimat“

Eröffnung am 01. Mai 11 Uhr in der KZ-Gedenkstätte              

Maifeiertag Linde

Das Ausstellungsfoto zeigt Teilnehmer einer Maifeier aus dem Jahr 1935 vor dem Gasthaus „Zur Linde“ (heute Lindenhof) in Neckarelz. (Repro: Kurt Heuberger)

Neckarelz. (dr) „Gleichgeschaltete Heimat“  – zwei Begriffe stoßen sich hier hart im Raum. Der vertrauteste Ort, wo man sich geborgen und aufgehoben fühlt, wird heimgesucht von der Macht, mit kalter Technik und absolutem Anspruch. Sie greift ins Leben ein und verwandelt es. Die Verordnungen kommen von oben, doch Nachbarn von gestern sind plötzlich ihre Akteure…

Die Ausstellung „Gleichgeschaltete Heimat – Fotoausstellung zur NS-Herrschaft im Elzmündungsraum 1933 -1939“ wird vom 1. Mai bis zum 30. Juni im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte (Untergeschoss) gezeigt. Sie präsentiert  Fotos aus öffentlichen und privaten Archiven, die 80 Jahre nach Hitlers Machtergreifung  zum ersten Mal in dieser Form ausgestellt werden.

Die Fotos verdanken sich Zufällen der Überlieferung – und zeigen doch, dass die Nazi-Diktatur praktisch alle Bereiche des Alltags in Mosbach, Neckarelz und Diedesheim erfasste und zu durchdringen suchte. Wie weit das tatsächlich gelang, ist den Bildern nicht zu entnehmen. Doch bieten sie Anlass, darüber ins Gespräch zu kommen.

Zu den thematisch gegliederten Fotos kommen noch einige andere Ausstellungsstücke: Bücher, Pläne, Zeitungsartikel. Ein kostenloser Katalog erläutert die Fotos und gibt weitere Informationen.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Programms „Zerstörung der Demokratie – Gedenkstätten in Baden-Württemberg erinnern an die Errichtung der NS-Diktatur 1933“ statt und wird von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Eröffnet wird sie am 1. Mai um 11.00 Uhr – genau 80 Jahre nach dem Tag, an welchem die neuen Machthaber auch in Mosbach und Neckarelz zu einem „Tag der nationalen Arbeit“ aufgerufen hatten. Diesem Aufruf folgten damals alle noch nicht verbotenen Parteien und Organisationen der Arbeiterschaft – und wurden doch wenig später auch hierzuland „gleichgeschaltet“, d.h. verboten, aufgelöste oder zur Selbstauflösung gedrängt.

Die Eröffnung dauert nur eine halbe Stunde und lässt sich sehr gut mit einer Mai-Wanderung oder Radtour auf dem Weg entlang der Elz verbinden – die Gedenkstätte lädt dazu alle Interessierten herzlich ein. Nach einigen Begrüßungsworten der Vorsitzenden Dorothee Roos wird Arno Huth in die Ausstellung einführen. Anschließend gibt es einen kleinen mailichen Umtrunk, danach kann der Ausflug weitergehen.

Die KZ-Gedenkstätte ist an diesem Tag ausnahmsweise von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos; für die Gedenkstätte gelten die üblichen Eintrittspreise. Im Mai und Juni ist die Ausstellung jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr zugänglich, auch können unter 06261-670653 oder vorstand@kz-denk-neckarelz.de jederzeit Besuchstermine vereinbart werden. 

Infos im Internet:

www.kz-denk-neckarelz.de

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