Mountainbiker fehlt das Quäntchen Glück

Fleisch und Geist waren willig, aber das Bike war schwach

Sepp Dreck

Selbst von den Betreuern am Streckenrand kaum zu erkennen, Schlamm soweit das Auge reicht. (Foto: A. Benz)

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Heubach/Waldbrunn. Die Kleinstadt am Rande des Remstals und am Fuße des Rosensteins auf der Schwäbischen Alb veranstaltet verwandelt sich einmal im Jahr zum Mekka der Mountainbike-Szene. „Bike The Rock“ eine Mammutveranstaltung mit Trials, Downhills sowie Sprint- und Cross–Country-Rennen  auf höchstem europäischen Niveau ist die einzige Mountainbike-Veranstaltung der höchsten Kategorie (HC) in ganz Deutschland. Daher kommt ein erlesenes Fahrerfeld zusammen, dass dem Städtchen Heubach nahezu Weltcup-Niveau verleiht. Auch für die vielen Zuschauer bietet sich ein beispieloses Spektakel. Während die Cross-Country-Athleten auf ihre Runden gehen, kann das fachkundige Publikum die waghalsigen, akrobatischen Leistungen der „Trialer“ bestaunen oder über Videoleinwände dem Renngeschehen auf dem Rundkurs folgen.

Die Biker, darunter auch der Waldbrunner Alessandro Sepp vom Team Wheeler-iXs, sahen sich auf der Schwäbischen Alb mit erschwerten Bedingungen konfrontiert. Der tagelange Regen hatte den Rundkurs zu einer wahren Schlammbahn aufgeweicht. Auf der 600 Meter langen Runde fand am Samstagnachmittag ein Bundeliga-Sprint statt, bei dem es galt, die schnellst mögliche Zeit ins Ziel zu bringen, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Aufgrund des großen Teilnehmerfelds gingen die Sportler im Abstand von jeweils 15 Sekunden auf die Strecke. Dieser knappe Abstand wurde dem Odenwälder zum Verhängnis.




Stark und schnell gestartet fuhr der junge Waldbrunner auf seinen vorher gestarteten Konkurrenten auf, den er in den engen Kurven aber nicht überholen konnte, sodass er durch die Behinderung völlig chancenlos zuschauen musste wie seine Zeit verrann.

Am nächsten Tag stand ein traditionelles Cross-Country-Rennen auf einem fünf Kilometer langen Rundkurs auf dem Tableau. Je Runde mussten die Athleten 218 Höhenmeter bewältigen. Die Strecke in Heubach ist aber nicht nur wegen der langen und kräftezehrenden Steigungen berüchtigt, sondern erfordern in spektakulären Abfahrten vollste Konzentration. „Durchschnaufen“ ist daher unmöglich.

In Sepps Altersklasse U23 gingen 90 Fahrer aus aller Welt an den Start. In der ersten Runde konnte  sich der Winterhauchbiker in der vorderen Hälfte des Feldes platzieren, kam er doch mit der technisch anspruchsvollen Strecke und den Bodenverhältnissen bestens zurecht. Kam in dieser Rennphase noch der „richtige Druck aufs Pedal“, wurde Alessandro Sepp in der zweiten Runde durch einen gefürchteten Kettenklemmer jäh gestoppt. Da nichts mehr ging, musste er viele Meter per pedes zurücklegen, um den Schaden in der Technikzone zu beheben.

Der Rückstand war danach aber so enorm, dass man nur noch die bravouröse Moral des jungen Sportlers hervorheben kann, der sich trotz aussichtloser Position zurück in den Wettbewerb kämpfte, dann jedoch aufgrund einer Zeitregel aus dem Rennen genommen wurde. 

Alessandro Sepp Heubach

Der Schlamm wurde dem Biker vom Winterhauch am Ende auch zum Verhängnis. Ein gefürchtete Kettenklemmer beendete die Träume von einer Spitzenplatzierung jäh. Am Ende fiel Sepp der Zeitregel zum Opfer und wurde aus dem Rennen genommen. (Foto: A. Benz)

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