Auf den Spuren der Arbeiterbewegung

Sozialdemokraten besuchten Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht“

Technoseumsbesuch MA 6 Juli 13 003
Die Geschichte der Arbeiterbewegung in Schrift und Bild von 1863 bis 2013 zeigt eine Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht“ im Technoseum Mannheim. Die beiden SPD-Ortsvereine Binau und Mosbach hatten Mitglieder und Interessierte eingeladen, sich genauer zu informieren. (Foto: privat)

Mannheim. (rt) Rechtzeitig zum 150. Gründungsjubiläum der SPD in Deutschland wartet das Technoseum in Mannheim mit einer Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht“ (nach einem alten Gewerkschaftslied) zur Entwicklung des Schutzes und der Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte in Deutschland seit dem frühen 19. Jahrhundert auf.

 Die Ausstellung, die noch bis Ende August läuft, macht deutlich, wie schwer es war und ist, Arbeitsschutz, Arbeitervertretung, gerechten Lohn für gerechte Arbeit und Kranken- und Rentenversorgung zu erringen und  gesetzlich zu sichern.

Umweltbewusst wählten die SPD-Teilnehmer die Bahn und wurden dabei von Dr. Dorothee Schlegel bereits in Neckarelz empfangen. Die beiden SPD-Ortsvereine Binau und Mosbach mit Gerd Teßmer und Naile Sulejmani sowie Kenneth Weidlich als  Koordinator hatten dazu eingeladen, gemeinsam diese Ausstellung zu besuchen.

Die Ausstellung ist so konzipiert, dass dem Besucher neben den sozialen Problemen der Arbeiter im Umbruch von der Agrargesellschaft zur Massenproduktion der Industriegesellschaft gerade in ländlichen Räumen wie dem Neckartal, Odenwald und Bauland recht- und hilflos wurde. Ohne staatliche Schutzmaßnahmen und Gesetze zur Regelung der Arbeitszeit und der Löhne wurden ganze Landschaften von Armut und Hunger bedroht. Die Ausstellung macht deutlich dass außer der Alternative der Auswanderung nur die Selbsthilfe, oft entgegen staatlicher Vorgaben, zum Ziel führen konnte. So kam es zu Gewerkschaftsgründungen, handwerklichen Gesellenvereinen, kirchlichen Hilfsangeboten und Parteigründungen.




Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung bis zur gesetzlichen Garantie des 8-Stunden-Tages, der Unfall- und Rentenversicherung, der Versammlungsfreiheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau aufgezeigt. Deutlich wird auch gemacht, dass der Versuch durch Verbote wie dem Sozialistengesetz den Schutz der Arbeiter und Handwerker zu verhindern, die Bewegung zu gemeinsamen Handeln und  zur Gründung von Hilfsorganisationen, Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei  nur noch stärker werden ließ.

In einer ausgezeichneten Führung konnten sich die Sozialdemokraten aus dem Neckar-Odenwald-Kreis anhand zahlreicher Originaldokumente,  Schaubilder, Fahnen und Flugblätter ein Bild machen, wie schwer es war und ist, in einer Welt, in der  Berufserfahrung und Solidarität wenig gelten, die politische Mitbestimmung aller Berufsgruppen zu gewährleisten. Dass dies auch heute noch genauso aktuell ist wie vor 150 Jahren, zeigen die heutigen Arbeitslosenzahlen und die Tarifstreits.

Naile Sulejmani, Kenneth Weidlich und Gerd Teßmer dankten dem Besucherführer für die fundierte Führung durch die Ausstellung. Sie empfahlen allen Teilnehmern, auch in ihrem Umkreis auf diese Ausstellung  hinzuweisen und für den Besuch zu werben.

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