22 Prozent weniger Urlauber wegen Windkraft

(pm) Die meisten Bundesbürger befürworten den Ausbau von Windenergie. Weiteren Windkrafträdern in den Urlaubsgebieten der Mittelgebirge stehen jedoch 31 Prozent kritisch bis ablehnend gegenüber. Selbst 15 Prozent der Befürworter von Windenergie sagen, sie würden nicht in einer Region Urlaub machen, in der sich „Windenergieanlagen an Aussichtspunkten oder entlang von Rad und Wanderwegen befinden“. Das ergibt sich aus der Studie „Akzeptanz von Windenergieanlagen in deutschen Mittelgebirgen“ von CenTouris, Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau.

Auftraggeber der repräsentativen Panelbefragung war der Bundesverband Deutsche Mittelgebirge e. V. Dessen Vorsitzender Christopher Krull stellte die Ergebnisse während der ITB in Berlin vor.

Krull: „Die Studie belegt, dass eine sorgfältige Abwägung der wirtschaftlichen Auswirkungen jeder einzelnen Standortentscheidung unabdingbar ist.“ Zwar sind 47 Prozent der Mittelgebirgsurlauber und der Interessenten an einem Mittelgebirgsurlaub der Meinung, Windräder seien „ein Symbol der Energiewende und tragen zu einem positiven Image der Urlaubsregionen in deutschen Mittelgebirgen bei“. Krull: „Allerdings würde sich jeder Dritte durch ein Windrad in der Nähe seiner Unterkunft gestört fühlen. Und 22 Prozent der Mittelgebirgsurlauber der letzten fünf Jahre sowie der potenziellen Mittelgebirgsurlauber der nächsten drei Jahre würden sich sogar klar „gegen einen Urlaubsort im Mittelgebirge entscheiden, wenn dort Windenergieanlagen stehen.“




Die Mitglieder des Bundesverbandes fordern, dass die Tourismusverantwortlichen „zwingend in Standortentscheidungen für Windkraftanlagen eingebunden werden“. Es sei unbedingt darauf zu achten, dass der Konzentration von Windrädern an wenigen Standorten der Vorrang vor vielen Einzelstandorten zu geben sei.

Die Studie erfasste das Meinungsbild im November 2012. An der Online-Panelbefragung beteiligten sich 977 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren. Quer durch alle Altersklassen bezeichneten sich 67 bis 75 Prozent (eher) als Befürworter der Windkraft. Befragte, die in den letzten fünf Jahren Urlaub in einem Mittelgebirge gemacht hatten (59%), befürworten zu 73 Prozent den Ausbau der Windenergie. Allerdings plädieren 41 Prozent aller Befragten für Offshore-Windanlagen vor der Küste und nur 21 Prozent für Windenergieanlagen in den deutschen Mittelgebirgen.

Die Studie kann angefordert werden beim Verband Deutsche Mittelgebrge e.V., Habsburgerstr. 132, 79104 Freiburg, Tel. 0761 8964630, www.deutschemittelgebirge.de

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