Der Weltmeister war einfach zu stark

MKochendoerfer Olympiapark

Michael Kochendörfer im Olympiapark. (Foto: Sportograf) 

München. Am vergangenen Wochenende stand für den Extrembiker Michael Kochendörfer (Storck Bicycle Team) aus Billigheim auf dem Münchner Olympiagelände das zweite 24-Stunden-MTB-Rennen der Saison auf dem Programm. Einmal mehr sah die bayrische Landeshauptstadt eines der größten Rennen dieser Art in Europa.

Als Titelverteidiger ging Kochendörfer mit der Startnummer 1 ins Rennen gegen ein sehr stark besetztes Fahrerfeld, zu dem 100 Einzelstarter gehörten. Mit im Feld auch der amtierende Weltmeister Markus Hager, zwei ehemalige Weltmeister und Elitebiker aus ganz Europa.

Nachdem das Rennen im vergangenen Jahr einer Schlammschlacht glich, fanden die Sportler bei Austragung am Wochenende hervorragende äußere Bedingungen vor. Der Rundkurs, der leicht modifiziert worden war, hatte eine Länge von 8,5 Kilometern und wies 100 Höhenmeter je Runde auf.

Von Beginn an setzte sich Weltmeister Markus Hager und einer seiner Vorgänger sowie ein Athlet aus Österreich mit sehr hohem Tempo an die Spitze. Michael Kochendörfer musste sich als Fünfter einreihen. Bei Temperaturen um die 28°C wollte der Billigheimer nicht zu schnell angehen. Erschwerend kam hinzu, dass er sich nicht in einer Gruppe befand, weshalb er auf sich alleine gestellt die Verfolgung aufnehmen musste. Die drei Führenden machten mächtig Druck und der Abstand wuchs in der Folgezeit. Mit der Erfahrung aus vielen 24-Stunden-Rennen ließ sich Kochendörfer jedoch nicht beirren, sondern fuhr seinen Rhythmus, der in nach und nach auf den vierten Rang führte. 




In dieser Konstellation ging es die ersten Rennstunden weiter. Als der Billigheimer dann das erste Mal von der nur noch zweiköpfigen Spitzengruppe eingeholt wurde, konnte er das Tempo einige Runden mitgehen. Allerdings musste er kurz vor Einfahrt ins Fahrerlager an einem Wiesensteilhang einen Defekt hinnehmen. Mit gerissener Kette ging es zu Fuß zum Wechselrad, sodass er danach das Rennen wieder alleine fortsetzen musste.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurden dann die Lampen montiert. Nachterfahren machte Michael Kochendörfer einen weitern Rang gut und fuhr nun als Dritter durch die Dunkelheit. Nun galt es weiterhin mit voller Konzentration durch die Nacht zu fahren. Vor ihm liegend hatte der ehemalige Weltmeister das Handtuch geworfen, sodass sich der Biker aus Billigheim auf den zweiten Platz wieder fand. Allerdings saßen ihm die Verfolger im Nacken, während der Führende seinen Vorsprung ausbaute.

Auch als gegen 5:30 Uhr hell wurde, durfte der Extrembiker nicht nachlassen, da die Verfolger weiterhin aufs Tempo drückten. Zu diesem Zeitpunkt lagen immerhin noch sechs Stunden Renndauer vor den Athleten.

Die Titelverteidigung schien an diesem Tag in weiter Ferne, zu stark präsentierte sich der Weltmeister, sodass sich Kochendörfer auf die Absicherung des zweiten Ranges konzentrieren konnte. Seine Erfahrung nutzend baute er seinen Vorsprung in der Folgezeit aus und fuhr als Zweiter über die Ziellinie.

„Ich habe auf jeden Fall den 2. Platz gewonnen und nicht den ersten verloren“, bekundete Michael Kochendörfer im Ziel. Weltmeister Markus Hager war an diesem Wochenende einfach der stärkste Fahrer, der verdient gewonnen habe, anerkannte der entthronte Titelverteidiger aus Billigheim neidlos.

Michael Kochendörfer absolvierte 70 Runden und somit knapp 600! Kilometer und 7.000 Höhenmeter. Bei seinem Sieg hatten noch 560 Kilometer  für den ersten Platz genügt. Einmal mehr war die hervorragende Betreuung am Streckenrand durch Ehefrau Anja mitentscheidend für die Leistung und den Erfolg.

Auch die Teamkollegen, die in der Vierermannschaft als Storck Bicycle Team unterwegs waren, zeigten eine starke Leistung, der ihnen den 15. Sieg in Folge einbrachte.

Nun gilt es zu regenerieren, um das 24-Stunden-Rennen im Industriepark in Duisburg und die WM in Sulzbach erfolgreich angehen zu können. 

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