Handwerk wichtige Säule des Mittelstandes

CDU-Kreistagsfraktion diskutierte berufliche Bildung

Neckar-Odenwald-Kreis. In der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft informierte sich die CDU-Kreistagsfraktion über die Situation des Handwerks und der beruflichen Bildung im Landkreis. Geschäftsführer Manfred Banschbach und Ausbildungsberater Rainer Kettner von der Handwerkskammer informierten.

Banschbach sah im Handwerk eine wesentliche Saule des Mittelstandes. Auch wenn die verschiedenen Handwerksunternehmen zumeist nur kleine und mittelgroße Betriebe sind, leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Beschäftigung und Ausbildung. Die Handwerksdichte ist im Landkreis sehr hoch: auf 10.000 Einwohner kommen hier 104 Handwerksbetriebe, im Land sind es 83 und bundesweit 70. Die 1.750 Betriebe im Landkreis beschäftigen fast 9.500 Mitarbeiter; etwa 700 sind Auszubildende. Das Handwerk ist in der Region verwurzelt und garantiert eine kundennahe Versorgung mit Waren und Dienstleistungen.

Zur Kreishanderwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis gehören 13 Handwerksinnungen mit 450 Mitgliedsbetrieben. Das Haus des Handwerks versteht sich auch als Dienstleistungszentrum für die Innungen und deren Mitgliedsbetriebe; ergänzt wird dies durch die betriebswirtschaftliche Beratungsstelle der Handwerkskammer Mannheim, eine Geschäftsstelle der Innungskrankenkasse und ein Beratungsbüro der Signal-Iduna Versicherungsgruppe, die aus dem Handwerk für das Handwerk gegründet wurde.

Im Gegensatz zur freiwilligen Mitgliedschaft in den Innungen sind die Betriebe Pflichtmitglied der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald; die Kammern sind eine Körperschaft öffentlichen Rechts und erfüllen zahlreiche hoheitliche Aufgaben.

Ausbildungsberater Rainer Kenntner stellte mit Zahlen den demographischen Wandel dar, der zu immer weniger Schulabgängern führt, was wieder Auswirkungen auf die Berufsschulen hat. Nicht immer seien alle Bewerber geeignet, so dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. In verschiedenen Projekten versuche man die Jugendlichen zu qualifizieren und für einen Ausbildungsberuf zu gewinnen.

Die Tendenz zu immer höheren Abschlüssen macht es dem Handwerk zusätzlich schwer. Mit Öffentlichkeitskampagnen und Partnerschaften mit Schulen versuche man den Stellenwert von Handwerksberufen zu verbessern. Auch in der Lehrerfortbildung ist man engagiert, um berufliche Perspektiven für die Schüler allgemeinbildender Schulen zu vermitteln.

Diskutiert wurde auch die zunehmende Spezialisierung von Ausbildungsberufen, die zu Kleinklassen an den Berufsschulen führt; hier sind die Ausbildungsordnungen zu überprüfen. Die Konzentration von Ausbildungsgängen im Ballungsraum schade dem Handwerk im ländlichen Raum, da auf Grund der Entfernung die Ausbildung in bestimmten Berufen zurückgeht, war die Sorge der CDU-Kreistagsfraktion. Im Anschluss wurde die Kreistagssitzung vorberaten.

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