Tosender Applaus für „Zauberflöte“ am GTO

von Theodor Wiesengrund

Zauberfloete am GTO

(Foto: privat)

Osterburken. (pm) Das, was man am GTO zu sehen und zu hören bekam, war einfach bezaubernd. Der Unterstufenchor unter Leitung von Otmar Wiedenmann-Montgomery führte Mozarts „Zauberflöte“ auf. Es war nicht irgendein einfaches Kindermusical, das den Titel der wohl bekanntesten Oper Mozarts trug. Nein, es war original von Mozart komponierte Musik. Die Schülerinnen und Schüler wagten sich an die weltweit am häufigsten inszenierte Oper.

 

Der Ravensburger Kantor Michael Bender, der die Zauberflöte für Kinder einrichtete, kürzte das Werk allerdings von drei auf eine Stunde und statt eines Orchesters übernahm die Begleitung das vierhändig gespielte Klavier. Dass der Unterstufenchor in diesem Jahr die „Zauberflöte“ aufführte, so betonte Wiedenmann in seiner Begrüßung, war kein Zufall: Dieses Jahr vor genau 250 Jahren, 1763, begab sich Leopold Mozart mit seinen beiden Kindern Nannerl und Wolfgang mit der Kutsche auf eine dreieinhalb-jährige Reise durch Europa. Diese wird auch als „Wunderkindreise“ bezeichnet.

Der Leiter des Unterstufenchores dankte außerdem den Kindern, die sich freiwillig am Ende eines langen Unterrichtsvormittages regelmäßig zur Probe trafen und während die Klassenkammeraden bereits in der Mittagspause waren, das Werk erarbeiteten. Dass die Musik den Kindern ans Herz gewachsen ist, spürte man der Aufführung in jeder Sekunde ab.




Hervorheben muss man zunächst die solistischen Leistungen: Tamino wurde meisterhaft von Tim Winkelhöfer dargeboten. Seine stimmliche Ausdruckkraft ist regelrecht überwältigend und seine schauspielerische Leistung phänomenal. Dass das Miteinander von Schülern und Lehrern hervorragend funktioniert, durfte man in der Rolle von Pamina, die von der Lehrerin Elke Autrata gespielt wurde, erleben. Das einvernehmliche Agieren von Schülern und Lehrern auf der Bühne ist nicht selbstverständlich und zeichnet die besondere Atmosphäre am GTO aus. Elke Autrata sang herzergreifend schön die Arie der verzweifelten Pamina.

Die lustige Rolle des Papageno wurde schauspielerisch ausgezeichnet von Florian Müller dargestellt, und würdevoll und einfühlsam verkörperte Michael Haas die Rolle des weisen Sarastro. Bei der Rolle der Papagena schlüpfte Philipp Schuster in eine so genannte „Rockrolle“ und ließ sich von Klassenkameraden mit Rock, Perücke und Schminke dermaßen genial verkleiden, dass man seinen Augen nicht traute. Er verkörperte sowohl die Rolle als alte Frau als auch als junge Papagena sehr eindrucksvoll. Das Pendant zur „Rockrolle“ ist die „Hosenrolle“, in der Lucia Montgomery den Oberaufseher Sarastros überzeugend darstellte.

Dem Charme der drei Damen, die von Victoria Preiß, Luisa Jetter und Jana Prochazka gespielt wurden, konnte man sich nicht entziehen. Sie sangen wunderschön. Die drei Mädchen, die Papageno und Tamino geleiten, wurden liebevoll von Annika Feßler, Sofie Käfer und Carolin Wolpert gespielt. In weiteren zum Teil verschiedenen Rollen als Tiere und Gefolgsleute sah man außerdem Mandy Stang, Bettina Sommerfeld, Xenia Heckmann, Maja Noe, Luisa Jetter, Lara Stein, Victoria Preiß, Sarah Käpplinger, Alina Czasch, Antonia Knoblach, Marlene Egner und Laura Brümmer. Sie wurden aufwändig und attraktiv mit Federkostümen und sogar einem Rattenschwanz ausgestattet. Kunst-Lehrer Thomas Breuer bastelte für die Aufführung mit Schülern seiner Kurse wunderschöne Requisiten, Kostüme und Masken, aber auch das Bühnenbild, das Sarastros Palast darstellte, sorgte dafür, dass man leicht in die Szene der Zauberflöte eintauchen konnte.

Alles in allem war es eine äußerst gelungene Opernproduktion. Unterstützt wurden die Kinder professionell von der Heidelberger Pianistin Tatjana Kontorovich, die mit Otmar Wiedenmann-Montgomery den vierhändigen Klavierpart übernahm. Fabian Stoffler dirigierte den Chor einfühlsam. Und nicht zuletzt sorgte Fabian Ebele für den guten Ton und kümmerte sich um die Lichttechnik.

Schade, dass es nur eine einzige Aufführung in der Aula des Ganztagsgymnasiums gab. Dafür war diese aber bis auf den letzten Platz besetzt und die Mitwirkenden wurden mit tosendem Applaus belohnt.

 

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