Ungarische Bauarbeiter reichen Klage ein

Buchen. (pm) Im Fall der zehn ungarischen Bauarbeiter zeichnet sich eine Wendung ab. Die Männer haben Anfang letzter Woche die Baustelle an den Neckar-Odenwald-Kliniken nach ihren Angaben mittel- und obdachlos verlassen und haben zwischenzeitlich über eine Anwältin Klage auf Zahlung noch ausstehenden Lohnes gegen ihren früheren Arbeitgeber, einen Subunternehmer, eingereicht. Fest steht, dass die Arbeiter eine gültige Arbeitserlaubnis hatten, einen regulären Arbeitsvertrag mit dem Subunternehmer abgeschlossen haben und dass dieser auch die sozialversicherungspflichtigen Zahlungen korrekt abgeführt hat. Die Beschäftigung des Subunternehmens ist korrekt beantragt und von den Neckar-Odenwald-Kliniken genehmigt worden. Zwischenzeitlich wurden den Kliniken auch deren Betreiben Quittungen über Lohnzahlungen vorgelegt, deren Stichhaltigkeit aber im Rahmen des arbeitsgerichtlichen Verfahrens zu prüfen sind.




In einer Sofortmaßnahme hat die Stadt Buchen als Ortspolizeibehörde die Arbeiter in eine Unterkunft eingewiesen, im Krankenhaus Buchen können sie dreimal täglich essen. Nach den Angaben des Sprechers der Gruppe – der einzige, der sich auf Deutsch verständigen kann –  wollen fünf von ihnen am 2. August nach Ungarn ausreisen. Weitere fünf haben die Ausreise für den 12. August geplant. Ob sich alle fünf kurzfristig noch in Deutschland verbleibenden Arbeiter bis zum 12. August in Buchen aufhalten und sich im Krankenhaus verköstigen werden, steht noch nicht definitiv fest.

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Parallel und auch nach ihrer Ausreise laufen die Prüfungen bei der Arbeitsagentur, ob die Arbeiter, die zum Teil schon seit Monaten in Deutschland gearbeitet haben, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, sowie das arbeitsgerichtliche Verfahren, in dessen Rahmen geprüft wird, ob und wie viel Lohn der letzte Arbeitgeber den Männern tatsächlich nachzahlen muss.  Die Anwältin hofft auf einen Gerichtstermin Mitte August.

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