Musikalische Fledermäuse in der Wolfsschlucht

von Barbara Nolten-Casado

(Foto: Barbara Nolten-Casado)

Werbung

Zwingenberg. Nachdem am Freitag der „Freischütz“ die diesjährigen Schlossfestspiele mit Waldesromantik und Hörnerklang eröffnet hat, hält heute Abend Wiener Walzer Einzug in den Zwingenberger Schlosshof. Mit der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn) feiert um 20 Uhr die zweite große Produktion der aktuellen Spielzeit Premiere.
Die Handlung der populärsten aller Strauß-Operetten, zu der Karl Haffner und Richard Genée das Libretto verfasst haben, ist dabei gleichermaßen turbulent wie vergnüglich: Gabriel von Eisenstein hat seinem Freund Dr. Falke einst eine ordentliche Blamage zugefügt. Nach einem feucht-fröhlichen Maskenball hatte er den als Fledermaus verkleideten Falke stockbetrunken am Wegrand liegen lassen und ihn so zum Gespött der Passanten gemacht. Seither sinnt Falke auf Rache.

Der Ball beim Prinzen Orlofsky bietet ihm dazu die lang ersehnte Gelegenheit. Er lockt Freund Eisenstein, der eigentlich einen Arrest im Gefängnis abzusitzen hätte, zum hoheitlichen Fest – inkognito, versteht sich. Und während Ehefrau Rosalinde sich mit Ex-Liebhaber Alfred über die Abwesenheit ihres Gatten hinweg tröstet, amüsiert sich dieser, statt im Kerker, mit den Damen einer ach so vergnügungssüchtigen Gesellschaft. Prekär wird die Geschichte, als Rosalinde in Verkleidung einer maskierten ungarischen Gräfin beim Ball erscheint. Falkes Racheplan geht auf. Doch am Ende wird alles gut. Schnell hat man den Hauptübeltäter jeglicher Misere ausgemacht: der Champagner war an allem Schuld.



1874 am Theater an der Wien uraufgeführt, begann das Meisterwerk der goldenen Operettenära alsbald seinen Triumphzug durch die Opernhäuser der Welt. Unsterbliche Melodien wie das „Glücklich ist, wer vergisst“ oder der Chorwalzer „Brüderlein und Schwesterlein“ sind dabei längst zu Evergreens geworden.

„Die Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens aufzuzeigen – das ist für mich das Schönste am Theater“, sagt Regisseur Andreas Lachnit. In der Fledermaus werde sie „ganz charmant und liebevoll“ aufs Korn genommen. Garniert wird das Ganze durch „mitreißende Musik“, die, wie Dirigent Karsten Huschke findet, „mit der Dekadenz der Handlung versöhnt“.

In den Hauptrollen sind Christian Brüggemann als Eisenstein, Sonja Maria Westermann als Rosalinde und Nicole Tamburro als Stubenmädchen Adele zu erleben. Und mit André Wittlich als Gefängnissaufseher Frosch und Eberhard Brendel als sein Direktor darf man sich auf einen höchst amüsanten Abend freuen. Es singen und spielen Chor und Orchester der Schlossfestspiele Zwingenberg.

Info: Weitere Fledermaus-Aufführungen folgen am 8. August um 20 Uhr sowie am 4. und 11. August, jeweils 17 Uhr. Karten sind bei den Tourist-Infos in Eberbach, Mosbach, Buchen, Walldürn oder Neckargemünd erhältlich, telefonisch unter 06263/771 oder im Internet unter www.schlossfestspiele-zwingenberg.de

© www.NOKZEIT.de


Werbeanzeigen

Artikel empfehlen: