Echter „Schloßemer“ unterstützt Ersthelfer

Schloßau. (lm) Wahl-Norweger Norbert Ziegeler ist als „Flightnurse“ in Sachen „Patientenrückholung“ schon lange in der ganzen Welt unterwegs, dennoch ist er im Herzen ein echter Schloßemer geblieben und seiner Heimat eng verbunden. Das bewegt ihn immer wieder zu ganz besonderen Spenden, wenn er mal wieder im Odenwald weilt.

Das letzte Mal hat er Ortsvorsteher Herbert Münkel und dem FC Schloßau einen Defibrillator mitgebracht und in Kürze wird er Feuerwehrabteilungskommandant Hilmar Schüßler neben einer Schleifkorbtrage auch einen Notfallrucksack mit Sauerstoffflasche übergeben. Darüber hinaus ist in seinem Schloßauer Zeitrahmen auch eine Erste-Hilfe-Schulung für die Feuerwehrjugend und separat auch ein Seminar für die Erwachsenen eingeplant.

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Das zeigt überdeutlich seine Liebe zu Schloßau und überhaupt zu den Menschen. Norbert Ziegler ist der festen Überzeugung „Der Erste Helfer ist der wichtigste, besonders im ländlichen Raum“. Ihm ist bekannt, dass der Rettungsdienst in Mudau-Schloßau im Regelfall erst nach rd. 15 Minuten vor Ort sein kann. Damit sei die Zeit des therapiefreien Intervalls zu lange, aber es sei auch unrealistisch, an jeder Ecke des Landkreises einen Kranken- oder Rettungswagen zu platzieren.




Da aber das Leistungsspektrum der Feuerwehrmitglieder sowieso schon sehr breit gefächert und in jedem Ortsteil mindestens ein Einsatzfahrzeug präsent sei, könnten die Abteilungswehren – wie im Kernort Mudau in engere Kooperation mit dem DRK-Ortsverband und den Helfern vor Ort bereits praktiziert –  schon sehr viel an Ersthilfe auffangen. Weitere Ressourcen seien nach Meinung von Norbert Ziegeler in Laienhelfern wie Augenzeugen oder zufälligen Passanten geboten. Es schwebt ihm der Druck eines Flyers vor als Unterrichtshilfe und Lernanweisung, der im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit auch an die Bevölkerung verteilt werden sollte. Die Praxis habe gezeigt, dass der Defibrillator in Laienhänden immens an Bedeutung gewonnen und nachweislich etliche 1000 Leben gerettet habe. Ein solches Gerät im Rahmen der Fürsorgepflicht nicht vorzuhalten gelte nach heutiger notfallmedizinischer Auffassung schon als nicht mehr haltbar.

Die Schleifkorbtrage, die Norbert Ziegeler der Schloßauer Feuerwehr überreichen wird, ist bisher auf keinem Rettungswagen vorgeschrieben, könnte aber gerade für die Feuerwehr zur Patientenrettung praktisch sein. Denn der Einsatzindikation seien keine Grenzen gesetzt. Die Schleifkorbtrage ist ein Allround-Rettungsmittel, gleichermaßen bei land- oder forstwirtschaftlichen und Baustellenunfällen, Luft- oder Bergrettung.

„Schon ein Fahrradfahrer, der eine Böschung runterrast und verletzt 3 Meter tiefer im Gestrüpp liegen bleibt, kann mit diesem Ding äußerst schonend gerettet und in den Rettungswagen verbracht werden“, nannte Ziegeler als Beispiel. Der zusätzliche Notfallrucksack mit Sauerstoffflasche kommt bei akuter Atemnot oder Rauchgasvergiftungen bei Brandeinsätzen zur Geltung. Da dieser Rucksack sehr platzsparend sei, könne ein Verletzter in der Schleifkorbtrage permanent mit Sauerstoff versorgt werden. Auch bei Herznotfällen oder Bewusstlosigkeit verbessere Sauerstoff das Outcome des Patienten wesentlich. Dabei im Grunde sehr leicht anzuwenden und auch selbst für Outsider verständlich. Norbert Ziegeler hofft, dass diese Spendenaktion zahlreiche Nachahmer findet für eine flächendeckend schlagkräftige „Ersthelfer-Ausstattung“ der Feuerwehren im ländlichen Raum zugunsten der Bevölkerung.

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