Fünf Jubiläen im Café Waldfrieden Mudau

NZ Waldfrieden0804

Familie Heinrich im Kreise ihres Sonntagsstammtischs. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Gleich fünf runde Geburtstage mit insgesamt 230 Jubeljahren feiert das Café Waldfrieden im Rahmen seines traditionellen Sommerfestes am kommenden Wochenende. Mit 20 Jahren jüngster Jubilar dürfte der „Rentnertreff“ sein, einer der festen Stammtischkreise, die sich in den 40 Jahren unter Café-Leitung von Roswitha und Joachim Heinrich im „Waldfrieden“ etabliert haben.

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Von den Vorpächtern, Familie Kreuzer, hatten sie 1973 den „Stammtisch der trinkfesten Gesellen“ übernommen, an den noch heute dessen Schild und viele gespeicherte „Histörchen“ erinnern, über die das Wirtsehepaar noch immer schmunzeln kann. Sie sind inzwischen nicht mehr wegzudenken aus dem traditionsreichen Haus, das der Odenwaldmaler Arthur Grimm vor genau 80 Jahren als Atelier und Wohnhaus gebaut hat. Nach seinem Tod wurde das Haus verkauft und erstmals auch als Café genutzt. Die liebevoll eingerichtete Arthur-Grimm-Stube im Restaurant mit zahlreichen Erinnerungen an den Künstler spricht für sich.




Roswitha Heinrich erinnert sich, dass die eigentliche Anregung, das Café an Fastnacht wieder zu eröffnen, von Alois Vollmer gekommen sei, der in seiner Funktion als Umzugsleiter der Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher, die vor 60 Jahren im Café Waldfrieden gegründet worden war, auch versprach, sich um die kulturelle Rahmengestaltung der Einweihungsfeierlichkeiten zu kümmern. Er hielt Wort und legte damit am 22. Februar 1973 auch den Grundstein für einige Traditionsveranstaltungen im Café, wie z.B. das Kateressen am Aschermittwoch.

1980 entschieden sich die Heinrichs, das Gebäude von Waltraud und Jürgen Gaibler käuflich zu erwerben mit dem langfristigen Ziel, auch ihr Heim darin unterzubringen. Das verwirklichten die beiden acht Jahre später mit der Aufstockung für die Wohnung mit Balkon. Und natürlich wurden auch die Wirtschaftsräumlichkeiten und die Küche immer wieder saniert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Bis auf den Kohleherd, auf dem die gelernte Köchin Roswitha Heinrich bis heute nicht nur ihre wundervollen Gerichte zaubert, sondern auch die traumhaften Kuchen backt – für die das Café überregional bekannt ist.

Unvergesslich sind den Gästen die Gerichte mit den selbst eingemachten „sauren Bohnen“ oder Sauerkraut aus dem „Ständer“ im Keller, eine Leckerei, die so kaum mehr zu finden ist. Nicht in Privathaushalten und schon gar nicht in Restaurants. Dankbar und glücklich ist das Ehepaar Heinrich über den großen Familien- und Freundeszusammenhalt, der sich vor allem bei den traditionellen Festen im Café bewährt, wie beispielweise beim Essen von Lamm an Ostern, Kalb an Pfingsten, Wild an Kerwe, Gans und Ente am Adventstee im Dezember sowie natürlich beim großen Sommerfest, das am nächsten Wochenende wieder steigen wird und mit dem traditionellen Fassanstich durch Bürgermeister Dr. Rippberger und einen Vertreter der Distelhäuser Brauerei eröffnet wird, die seit 30 Jahren das Café beliefert.

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