Masern-Impfquote im Kreis steigerungsfähig

Insbesondere zweite Impfung wird von Eltern oft vernachlässig

Werbung

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Ist eine Impfpflicht für Masern erforderlich? Diese Frage beschäftigt derzeit die Gesundheitspolitik auf Bundesebene. Grund hierfür der unzureichende Impfschutz in der Bevölkerung und die möglicherweise schwerwiegenden Folgen für betroffene Kinder und Erwachsene. Die AOK-Bezirksdirektion Rhein-Neckar-Odenwald weist in dem Zusammenhang auf die zu niedrigen Impfraten im Neckar-Odenwald-Kreis hin.

Nach einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) liegt die Impfquote für die erste Impfung im Neckar-Odenwald-Kreis bei 85,7 Prozent und damit nur knapp unter der Höhe des Bundesdurchschnitts von 86 Prozent. Auffällig niedrig ist die Impfquote dagegen bei der zweiten Impfung mit nur 54,4 Prozent. Das sind rund acht Prozentpunkte weniger als der Bundesdurchschnitt von 62 Prozent. „Es gibt im Neckar-Odenwald-Kreis erhebliche Impflücken, die wir dringend schließen müssen“, meint Stefan Strobel, Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Rhein-Neckar-Odenwald. „Masern sind bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen eine nicht zu unterschätzende Erkrankung, die schwere Folgen wie Gehirnentzündungen nach sich ziehen kann.“




Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zwei Impfungen vor Vollendung des zweiten Lebensjahres: Die erste Impfung soll zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat erfolgen, die 2. Impfung zwischen dem 15. und dem 23. Monat. Die Kosten für Masern-Impfungen werden von der AOK für ihre Versicherten übernommen. „Die Beratung erfolgt über die Kinderärzte“, ergänzt Strobel.

Nach den Plänen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen die Masern in Europa bis 2015 ausgerottet werden. Dazu ist allerdings eine Impfquote von 95 Prozent notwendig, wovon die Region noch weit entfernt ist. Die AOK hat deshalb die Masern-Impfung als wichtigen Bestandteil in den neuen AOK-Kinderarztvertrag aufgenommen

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: