NZ-Kandidatencheck: Hans-Detlef Ott (Grüne)

Hans Detlef Ott

(Foto: pm)

Odenwald-Tauber. Im Vorfeld der Bundestagswahl am 22.09.13, stellen wir unseren Leser_innen die Direktkandidaten im Wahlkreis Odenwald-Tauber vor. Von neun Bewerber_innen haben wir acht angeschrieben und um Vorstellung auf NOKZEIT/Katzenpfad gebeten. Lediglich der Kandidat der NPD erhielt keine Anfrage, steht diese Partei unserer Meinung nach doch für eine Politik der Ausgrenzung, weshalb wir solchen „Meinungen“ keinen Raum geben wollen.

Die Texte, Fotos und Videos der Kandidat_innen, die geantwortet haben, werden wir täglich einen weiteren vorstellen. Dabei gehen wir nach der Reihenfolge des Eingangs. Es gibt auch Politiker_innen, die bis zum Stichtag, am 21. August, nicht geantwortet haben. Deren Texte werden wir dennoch veröffentlichen, sofern sie sich nicht an den Texten der Mitbewerber_innen abarbeiten.

Nachdem sich gestern MdB Alois Gerig (CDU) aus Höpfingen vorstellte, folgt heute Hans-Detlef Ott (Bündnis 90/Grüne). Die Texte wurden jeweils von den Kandidat_innen verfasst und von uns nicht geändert.


 


Hans-Detlef Ott informiert folgendermaßen:

Ich bin 44 Jahre alt, geboren in Wertheim am Main und verheiratet. Wir haben zwei Kinder (7 und 9 Jahre alt) und leben in einer Wohngemeinschaftsanlage im Kleinen Odenwald in Aglasterhausen. Ich arbeite als Sozialpädagoge bei der Landkreisverwaltung und betreue Menschen im Hilfebezug in akuten oder chronischen Krisen. Die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in arm und reich bekomme ich also hautnah mit.

In meiner fast zweijährigen Elternzeit habe ich vor allem gelernt, wie anspruchsvoll, aber auch erfüllend die Erziehung von Kindern sein kann. Und dass gute und bedarfsgerechte Kinderbetreuung die familiäre Erziehung und den Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützen kann und sollte.

Mein Engagement bei der „Klägergemeinschaft AKW Obrigheim abschalten“, im Naturschutz und der internationalen Jugendarbeit führte mich zwangsläufig zu den GRÜNEN, bei denen ich seit 1995 Mitglied bin.

Wofür wir GRÜNE stehen:

Wirtschaftspolitik, Energiewende

Gute Politik wird künftig daran gemessen werden, ob es gelingt den Anstieg der Erderwärmung deutlich zu bremsen. Mit anderen Worten: Gute Politik muss nachhaltig sein. Der Anteil von Treibhausgasen in der Luft steigt aber weiter rasant an. Selbst die Weltbank und große Versicherungskonzerne drängen die Politik dazu, schneller und umfassender in der Energie- und Wirtschaftspolitik umzusteuern und nachhaltig zu wirtschaften. Die Bundesregierung bremst aber anspruchsvollere Richtlinien z.B. bei den Neuzulassungen von PKW europaweit aus, obwohl der Verkehr ein großer Kohlendioxid-Verursacher ist.

Die Energiewende ist das zentrale Mittel, um dem Klimawandel zu begegnen. Der Umbau des Strom- und Wärmemarktes ist nicht umsonst zu haben, aber er macht uns künftig unabhängig von teuren Importen und schafft zukunftssichere Arbeitsplätze. Mehr Energie-Effizienz, Einsparung und die erneuerbaren Energien sichern nachhaltigen Wohlstand und schützen das Klima. Der Anfang im Strommarkt ist gemacht. Jetzt müssen anspruchsvolle Ziele formuliert und umgesetzt werden.

Für den ländlichen Raum als Wirtschaftsraum bedeutet das optische Veränderung durch die Windkraftanlagen. In der Abwägung halte ich es für zumutbar, für die Vorteile beim Klimaschutz und der regionalen Wertschöpfung den vermeintlichen optischen Nachteil in Kauf zu nehmen.

Steuern und Gerechtigkeit:

Schwarzgelb steht für ein Steuersystem, das reiche Bürger und große Konzerne zu Lasten der Mehrzahl der Bürger und kleiner und mittlerer Unternehmen bevorteilt. Dem wollen wir mit der Reform der Einkommens- und Unternehmenssteuer begegnen, die die große Mehrheit der Bürger geringfügig entlastet. Reiche Bürger allerdings sollen einen größeren Beitrag an der Finanzierung des Staates leisten: Für mehr Investitionen in Bildung, Infrastruktur und den Schuldenabbau. Damit der Staat zukunftssicher und die Gesellschaft wieder gerechter wird.

Landwirtschaft:

Die Union redet von bäuerlicher Landwirtschaft, vertritt aber die Interessen der großen Agrar- und Lebensmittel-Konzerne. Mit allen negativen Folgen für Landwirte, Verbraucher, das Landschaftsbild, den Boden- und Gewässerschutz sowie die Artenvielfalt. Immer mehr Höfe existieren nur noch, weil Familie und Freunde unentgeltlich mithelfen. Viele können und wollen dieser Entwicklung nicht mehr folgen.

Wir Grüne stehen für die flächengebundene bäuerliche Landwirtschaft, setzen uns für artgerechte Tierhaltung ein und fordern ein Importverbot von gentechnisch veränderten Futtermitteln. Notwendig ist eine auskömmliche Entlohnung der wichtigen Dienstleistungen, die Landwirte neben der Produktion von Lebensmitteln erbringen: Landschaftserhaltung, Arten- und Gewässerschutz.

Moderne Gesellschaft:

Schwarzgelb fördert mit dem Ehegattensplitting die Ehe und bremst mit dem Betreuungsgeld den Ausbau von Kindertagesstätten aus. Wir wollen die Kindererziehung, statt die Institution Ehe fördern. Mehr und bessere Betreuungsangebote müssen endlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

Alle vier Jahre zur Wahl zu gehen, reicht nicht! Wir fordern Volksentscheide auf Bundesebene und wollen mehr Bürgerbeteiligung bei der Planung von Großprojekten. Mit der doppelten Staatsbürgerschaft wollen wir den hier lebenden Migranten und ihren Kindern zeigen, dass sie zu dieser Gesellschaft gehören.

Sie haben Fragen? Unser Wahlprogramm finden sie unter www.gruene-nok.de

Am 22. September können Sie wählen zwischen einer CDU-geführten Regierung, die den Herausforderungen der Zeit wie bekannt hinterherhinkt, oder einem Politik-Wechsel, der das Land für die Zukunft gut aufstellen wird. Diesmal mit der Zweitstimme GRÜN wählen!

Es grüßt aus dem Kleinen Odenwald

Hans-Detlef Ott

Infos im Internet:

www.facebook.com/hans.detlef.ott

Bisher im NOKZEIT-Kandidatencheck: 

  1. Herbert Alexander Gebhardt (ÖDP)
  2. Ulrike Quoos (FDP)
  3. Dr. Dorothee Schlegel (SPD)
  4. Alois Gerig (CDU)

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: