„Grenzen des Anstands überschritten“

MdEP Dr. Thomas Ulmer zum Ablauf der Verselbstständigung des Campus Heilbronn

Mosbach. (pm) Es kommt wahrlich selten vor, aber manchmal versteht auch der Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer die Welt nicht mehr. Tief enttäuscht zeigte er sich angesichts der Vorgänge um die Duale Hochschule Mosbach. „Ich kann nicht verstehen, warum man in solcher Art und Weise miteinander umgeht. Das entbehrt jeder Form der politischen Kultur.“

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Der Europaabgeordnete bezog sich damit auf die Tatsache, dass die Mosbacher Verantwortlichen der DHBW erst nachdem die Entscheidung des Kabinetts über die Verselbstständigung des Campus Heilbronns bereits gefallen war, über die Entwicklungen ins Bild gesetzt wurden. „In Europa mahnen wir zu mehr Anstand und gegenseitigen Respekt untereinander und vor der eigenen Haustür gehen wir so miteinander um. Offenbar hat Ministerin Bauer aus dem Debakel mit der Mannheimer Musikhochschule gar nichts gelernt. Sie scheint überfordert.“ Die Rolle des DHBW-Aufsichtsrates bezeichnet Ulmer als „mehr als unrühmlich“.




Auch die von Ulmer zunächst gehegten Hoffnungen, dass es zu einem gütlichen Ausgleich zwischen der DHBW Mosbach und der neuen Hochschule in Heilbronn kommen könnte, sieht er inzwischen stark gefährdet, zumal auch von den vermeintlichen Garantien der Landesregierung für die DHBW Mosbach wenig zu halten sei. „Bis jetzt sind das nur warme Worte. Fakt ist, für den Wirtschaftsstandort Neckar-Odenwald-Kreis ist es schon ein harter Schlag, wenn fortan im gleichen Wirtschaftsraum eine weitere DHBW entsteht. Wenn jetzt zugleich aber auch noch alle Masterstudiengänge von der neuen DHBW Heilbronn koordiniert werden sollen, muss man den Eindruck bekommen, dass die Landesregierung kontinuierlich an dem Abwirtschaften des ländlichen Raums arbeitet.“

Für schwerwiegend hält Ulmer zudem den Imageverlust für die DHBW Mosbach. „In Wirtschaftskreisen hört man immer öfters Zweifel daran, ob es angesichts dieser ‚Politik des Nicht-Gehört-Werdens‘ überhaupt noch Sinne mache, sich für die DHBW ehrenamtlich zu engagieren.“ Dies sei sehr bedenklich, wenn aber etwa der ehrenamtlich Hochschulrat extra nach Stuttgart bestellt werde, nur um dort zu erfahren, dass alle Entscheidungen bereits gefallen seien, seien solche Reaktionen der Betroffenen nachvollziehbar. „Ein solcher Umgang, zumal mit ehrenamtlich Tätigen, ist schlicht nicht akzeptabel“, so Ulmer weiter.

Den Schritt von Professor Dr. Saller, sein Amt als Rektor der DHBW-Mosbach niederzulegen, bedauert der Europaabgeordnete, kann ihn aber angesichts der Vorgänge verstehen. „Der DHBW Mosbach geht mit Professor Dr. Saller ein konstruktiver und ideenreicher Kopf verloren, ihn zu ersetzten wird eine große Herausforderung sein“, so Dr. Thomas Ulmer.

© www.NOKZEIT.de


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1 Kommentar

  1. Obwohl es keine Nachteile für Mosbach gibt, das übrigens selbst einmal eine Außenstelle von Mannheim war und sich verselbständigen durfte, wird von den CDU-Leuten ständig mit Hilfe von Unterstellungen, Heilbronn wolle Mosbach etwas wegnehmen, neue heisse Luft produziert, um sich dann mit Hilfe seiner eigenen Erfindungen öffentlichkeitswirksam aufzuregen.

    Die Bürger durchschauen das aber, denn auch im NOK steigt der Bildungsstand und langfristig wird auch hier das Wählerpotential der Schwarzen zurückgehen.

    Das gleiche Schauspiel beobachtet man derzeit beim Bauschutt des KKW Obrigheim. Die AWN lud einen Experten ein, der dann aber die gackernden Provinzkonservativen wissenschaftlich aufklärte, dass der Müll kein Problem darstellt. Der Schuss ging wohl nach hinten los. Doch die Fakten werden ignoriert und weiterhin die Bevölkerung mit Halbwissen aufgehetzt.

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