Jahr der Politikerinnen im Neckar-Odenwald-Kreis

Aglasterhausen. (pm) Seit etwa zehn Wochen ist Dr. Dorothee Schlegel (SPD) inzwischen als Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Odenwald-Tauber gewählt – kürzlich stattete sie nun der vor etwas mehr als neun Monaten ins Amt der Bürgermeisterin von Aglasterhausen gewählten Sabine Schweiger einen Antrittsbesuch im dortigen Rathaus ab. Beide Frauen kennen sich aus vielen vorangegangenen Gesprächen bereits und hatten schon vor geraumer Zeit ein gemeinsames Gespräch verabredet.

Wie ist eine moderne Gemeinde zu gestalten und welche spezifischen Aufgaben stellen sich im ländlichen Raum besonders? Wie ist es im sozialen Bereich bestellt? Welche weiteren Themen sind nicht nur wichtig, sondern dringend notwendig, in den Blickpunkt zu rücken?

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Hier helfe die Sichtweise von außen auf die Strukturen der hiesigen Kommunen und des Landkreises. Dabei müsse das Rad nicht neu erfunden werden – vielfach gäbe es bereits beispielhafte Ansätze. So existieren im Land etwa schon seit mehr als 10 Jahren “Bürgerbusse”, welche auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort hin angepasst werden können. Gerade bei der Thematik rund um Kinder und Jugendliche sind genaue Analysen der baulichen Notwendigkeiten erforderlich. Welche Einrichtungen werden langfristig wirklich gebraucht und welche müssen sorgsam in andere Bahnen gelenkt werden? Mit Blick auf die Veränderungen durch den demografischen Wandel – mithin weniger Kinder und Jugendliche, dafür aber mehr Ältere in den Kommunen – sind neue Aspekte zu berücksichtigen und manches anders zu gewichten.




Angesprochen wurden auch die bei Wahlen im ländlichen Raum häufig herangezogenen Denkmuster bezüglich persönlicher Biografien. Und warum es für Frauen regelmäßig schwerer ist, hier in kleineren Gemeinden das Bürgermeisteramt zu erreichen.

Der Kreis sei nicht homogen und daher könne dies nicht pauschal beantwortet werden. Dies ließe sich letztlich aus den Wahlausgängen in den letzten Jahren schließen. Ob Alter oder Berufserfahrung, ob aus dem Kreis kommend oder aus der Ferne, ob mit oder ohne Parteibuch – meist erfuhren diese Faktoren unterschiedliche Wertungen. Für eine Frauenquote zu plädieren, nur weil es im ländlichen Raum zu wenig ehren- und hauptamtliche Politikerinnen gibt, sei jedoch zu wenig. Das Frauen “Politik können”, daran könne es längst keinen Zweifel mehr geben. Häufig unterschätzt würde jedoch, dass Frauen eben oft nicht im traditionellen Modell der Alleinverdiener-Ehe leben, in dem ihnen der Ehegatte auf allen Ebenen den Rücken freihalten kann, sondern dass sie sich regelmäßig anders organisieren müssen.

Natürlich wurde vor dem Hintergrund der aktuellen Problematik der Neckar-Odenwald-Kliniken auch über Krankenhaus- und Ärzteversorgung gesprochen. Als Nicht-Einheimische und daher ohne durch die Historie der Entwicklung der Krankenhäuser im Kreis verstellten Blick sehen Abgeordnete Schlegel und Bürgermeisterin Schweiger jedoch die Notwendigkeit der guten Erreichbarkeit von Krankenhäusern als herausragend wichtig – an den Randbereichen auch hin zu den Nachbarkreisen.

Es könne eine gute Tradition werden, sich weiterhin auch gezielt zu einzelnen Themen auszutauschen und man wolle „im Gespräch bleiben“, waren sich die beiden Politikerinnen einig.

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