„Ein besseres Land kommt nicht von allein“

Neckar-Odenwald-Kreis.(rt) Zum Abschluss des Jubiläumsjahres, in dem die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihr 150. Gründung begeht, wartete der SPD-Kreisverband Neckar-Odenwald mit einer Jubiläumsausstellung im Erdgeschoss des Landratsamtes in Mosbach auf. Dazu konnte der Kreisvorsitzende Jürgen Graner neben den Abgeordneten Dr. Dorothee Schlegel, Georg Nelius, Ex-MdL Gerd Teßmer auch Landrat Dr. Achim Brötel und Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann begrüßen.

„Hoch lebe die Sozialdemokratie“ hatte sich tapfer 1890 ein Mörtelsteiner Steinmetz in einen Fels zu hauen gewagt und dafür mehrere Tage Gefängnis in Kauf nehmen müssen. Diese Zeiten seien, so Jürgen Graner, heute vorbei, aber geschenkt werde der SPD hier im ländlichen Raum auch heute noch nichts. Deshalb habe man der Ausstellung das Motto „150 Jahre SPD – Ein besseres Land kommt nicht von allein“ gegeben. Graner erinnerte an die Anfänge der SPD in Mörtelstein, Walldürn und Mosbach, an den erfolglos gebliebenen Mut der Sozialdemokraten, das „Ermächtigungsgesetz“ von 1933 in letzter Minute noch zu verhindern, an die letzte freie Rede vom deutschen Reichstag von Otto Wels („Man kann uns das Leben nehmen, die Ehre nicht“). Auch Landrat Dr. Achim Brötel, zollte auch als bekennendes Mitglied der CDU, der SPD und ihrer Bedeutung für die Demokratie in Deutschland seinen Respekt.

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Die Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel ging auf die Überzeugungen der Sozialdemokratie  in der Po0litik ein. Heute wie zu Gründungszeiten gelte es, für mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichberechtigung für die Frauen und mehr Solidarität der Wohlhabenden mit den Schwachen und bessere Arbeitsbedingungen einzutreten. Am Beispiel des Frauenwahlrechts machte die Bundestagsabgeordnete deutlich, wie relativ kurz erst die Gleichberechtigung von Mann und Frau als Verfassungsgebot gebe. Auch hierfür gebe die Ausstellung mehrere gute Beispiele.

Der Landtagsabgeordnete Georg Nelius  stellte die Ziele der Sozialdemokraten, mehr Demokratie zu wagen, mehr Solidarität in der Gesellschaft zu üben, mehr Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Gerd Teßmer, selbst 25 Jahre Kreisvorsitzender, sprach die 60er und 70er Jahre im Bauland und Odenwald an, wo es für Sozialdemokraten noch spürbare berufliche und private Nachteile bedeuten konnte, sich zur SPD zu bekennen oder gar sich um Ämter in der Kommunalpolitik oder im öffentlichen Dienst  zu bewerben. „Die Zeiten sind besser geworden, aber es war ein langer Weg. Und geschenkt wird uns Sozialdemokraten auch heute noch nichts“, resümierte der frühere Landtagsabgeordnete.

 Als Höhepunkt der Eröffnungsfeier hatten sich Gerd Teßmer und Jürgen Graner etwas Besonderes ausgedacht. Sie ehrten fünf SPD-Mitglieder, die zusammen genau 150 Jahre der SPD angehören. Es sind die Julian Stipp (Limbach) mit 10 Jahren, Marika Haupt (Binau) und Rita Fuhrmann (Walldürn) mit 25 Jahren und Arno Gross (Fahrenbach) und Hartmut Schrimm (Mosbach) mit 45 Jahren. Sie erhielten neben einer Urkunde noch den „roten Schal der Solidarität“ überreicht. Zum Schluss überreichte Gerd Teßmer seinem Nachfolger im Amt des Kreisvorsitzenden Jürgen Graner für 10 Jahre Parteivorsitz ebenfalls den roten Schal.

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