3. Kommunale Gesundheitskonferenz

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Ein voller Erfolg war der Gesundheitstag, der im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage erstmalig von der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Neckar-Odenwald-Kreises angeboten wurde. (Foto: LRA)

Mosbach. (lra) „Auch im kommenden Jahr wollen wir das Wort Gesundheit wieder ganz groß und das Wort Konferenz eher klein schreiben – also mehr projekt- und handlungsorientiert agieren und weniger konferieren.“ Mit diesen Worten stieg Landrat Dr. Achim Brötel in die bereits dritte Sitzung der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Neckar-Odenwald-Kreises ein, die im Landratsamt in Mosbach stattfand.

Eine Rückblende: Das Land Baden-Württemberg hat 2011 die Landkreise aufgerufen, so genannte „Kommunale Gesundheitskonferenzen“ einzurichten, um in enger Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort  – den „Mitgliedern“ – die Themen Gesundheitsförderung und –prävention voranzutreiben. Dafür hat das Land Fördermittel zur Verfügung gestellt. Der Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises hatte im Juli 2011 zugestimmt, die konkrete Arbeit in der neu eingerichteten Geschäftsstelle im Landratsamt konnte beginnen.

Wie schon in den vorherigen Sitzungen stellte Landrat Dr. Brötel den Mitgliedern zunächst vor, welche konkreten Projekte in den letzten Monaten angegangen worden sind.

Dem wichtigen Thema Organspende widmete sich ein Filmtag für Schulklassen in Walldürn. Mit Unterstützung der AWO Neckar-Odenwald und dem bekannten Dokumentarfilmer Bernd Umbreit wurde der Film „Eine Niere für meine beste Freundin“ gezeigt. Im Anschluss daran erarbeiteten Schülerinnen und Schüler der Auerberg-Werkrealschule eine Ausstellung zu dem Thema, die in der Volksbank Walldürn zu sehen war. Unterstützt wurden Aktionen zum Thema Organspende auch vom Staatlichen Schulamt Mannheim, der AOK Rhein-Neckar-Odenwald sowie den Volkshochschulen.

Die AED-Initiative im Neckar-Odenwald-Kreis ist das bisher größte Projekt der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Auf Anregung von Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker hatte sich die Kommunale Gesundheitskonferenz zum Ziel gesetzt, dass Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) im gesamten Kreisgebiet zur Verfügung stehen sollen, um Bürgerinnen und Bürgern bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand das Leben zu retten. Im Rahmen der Initiative, die der Kreistag und die Sparkasse Neckartal-Odenwald finanziell unterstützen, wurden bisher über 100 öffentlich zugängliche Defibrillatoren im Landkreis beschafft. Landrat Dr. Brötel zeigte sich beeindruckt: „Es ist wirklich bemerkenswert, wie die Aktion hier eingeschlagen ist. Inzwischen haben wir eine nahezu flächendeckende Versorgung von AEDs im Neckar-Odenwald-Kreis.“ Damit im Notfall auch bekannt ist, wo sich die Defibrillatoren befinden, hat Daniela Müller von der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz ein „Defi-Kataster“ im Neckar-Odenwald-Kreis erstellt. Hier können die Defi-Standorte eingetragen und abgerufen werden. Zusätzlich werden sie auch in deutschlandweite Datenbanken sowie den Apps „definow“ und „AEDLocator“ eingepflegt.




Die AED-Initiative bot auch einen optimalen Anlass dafür, das Thema „Erste Hilfe“ wieder verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Neben einer Verlosung von Erste-Hilfe-Auffrischungen für Vereine, rief die Kommunale Gesundheitskonferenz zur Teilnahme an der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ auf, die erstmalig im September 2013 stattfand. In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz und Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker wurden in einigen Gemeinden, in Filialen der Sparkasse Neckartal-Odenwald sowie in den Neckar-Odenwald-Kliniken öffentliche Reanimationstrainings und Vorträge angeboten. Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker regte an, auch im nächsten Jahr die „Woche der Wiederbelebung“ für verschiedene Aktionen im Landkreis zu nutzen. Der Seckacher Bürgermeister und Vorsitzende des Gemeindetags Neckar-Odenwald-Kreis, Thomas Ludwig, stellte fest, dass eine Sensibilisierung der Bevölkerung stattgefunden habe. Ihm sei aufgefallen, dass Bürgerinnen und Bürger sich verstärkt mit Erster Hilfe und den Defibrillatoren auseinandersetzen.

Ebenfalls sehr gut angekommen ist der Gesundheitstag, der dieses Jahr erstmalig im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage in Buchen in Zusammenarbeit mit der Ernährungswissenschaftlerin Christina Steinbach, dem TSV Buchen, der AOK und dem Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes angeboten wurde. Im September hatten rund 170 Schüler/innen aus den 8. Klassen der Buchener Schulen die Möglichkeit, sich an Stationen rund um die Themen „Ernährung und Bewegung“ zu informieren und selbst aktiv zu werden. „Das Feedback der Schulen war durchweg positiv“ bestätigte Schulrat Peter Frey. Auch im nächsten Jahr wird es im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage,  die dann in Schefflenz stattfinden werden, wieder einen Gesundheitstag geben.

Weitere Projekte widmeten sich dem Schulfruchtprogramm und einer wissenschaftlichen Untersuchung von „Drums Alive“, einer Bewegungsform, die sich auf Anstoß der Kommunalen Gesundheitskonferenz und durch das Engagement der Volkshochschulen, des Deutschen Roten Kreuzes, der AOK sowie verschiedener Vereine inzwischen im Landkreis etabliert hat.

Im Folgenden präsentierte Landrat Dr. Achim Brötel potenzielle Projekte für das nächste Jahr. Schwerpunkte könnten dabei unter anderem das Thema „Bewegung“ und Aktionen zur Gewinnung von Nachfolgern für niedergelassene Ärzte im Neckar-Odenwald-Kreis bilden.

Die Resonanz der Mitglieder fiel sehr positiv aus. Joachim Stutz von der AOK Rhein-Neckar-Odenwald befand „dass die Bandbreite der Aktivitäten gerade das sei, was die Kommunale Gesundheitskonferenz des Neckar-Odenwald-Kreises besonders auszeichnet und von vielen anderen abhebt“.

Abschließend bedankte sich Landrat Dr. Brötel bei allen Kooperationspartnern und rief die Mitglieder der Kommunalen Gesundheitskonferenz auch weiterhin zur Mitarbeit bei der Konkretisierung und Umsetzung künftiger Projekte auf.

 

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