„Advent, Advent die Jahnhalle brennt“

Pokalrevanche geglückt! TV Mosbach gewinnt Lokalderby mit 28:26 (13:15) gegen HA Neckarelz

NZ tvm haneckarelz

(Foto: pm)

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Mosbach. (pm) Nein nein, sie steht noch unversehrt am Hammerweg, die altehrwürdige Jahnhalle. Gemeint ist das Ganze eher symbolisch und bezogen auf das Stadtderby zwischen den beiden Handballbezirksligarivalen, denn es war ein heißer, emotionaler, vielleicht nicht immer schöner aber auf jeden Fall spannender Fight den sich der Habamos und die Piranhas geliefert haben, nicht zuletzt wegen der wie erwartet vollen Tribüne. Das der Heimverein und Favorit am Ende als Sieger jubelnd auf der Platte stand kann man als verdient bezeichnen, es sah jedoch lange nicht danach aus.

„Unser Sieg war mit ganz heißer Nadel gestrickt. Aber egal, wir sind froh, dass wir die beiden Punkte hier behalten haben“ meinte der Mannschaftsverantwortliche Bernd Spohrer, der nach eigener Aussage 60 Minuten geschwitzt hat als ob er selber auf der Platte gestanden hätte.

Warum?? Weil es ziemlich lange dauerte ehe die Heimsieben das im Vorbericht angesprochene Frittenfett zum kochen gebracht hat. Die erste Hälfte nämlich gehörte den Gästen aus Neckarelz. Die Männer von Michael Ruppert und Gilles Orciari nutzten die anfängliche Bewegungsarmut im Spiel der Hausherren und konnten sich auf ihren Torhüter Tobias Rüdele verlassen. Schnell führten sie mit 1:3 und verunsicherten damit die Förstermänner. Bis zum 5:9 für die Gäste war auch keine Besserung in Sicht, dann ging es so langsam. „Nein, ich habe meinen Spielern nichts an die Sohlen geschmiert. Die haben anfangs quasi freiwillig rumgestanden. War ja auch heiß in der Halle, da konnte man nicht frieren“ sarkastelte Dirk Förster zur Anfangsviertelstunde.

Mit der Hereinnahme von Sascha Filipiak, Fabian Schmid und Stefan Heiß sowie einem Tausch im Gehäuse von Beuchert auf Goertz wurde es besser und so ganz langsam, quasi tröpfchenweise fanden die Gastgeber in die Spur und fingen an den Vorsprung der Angereisten abzuknabberen.  Sie verkürzten auf 7:9, 9:11 und später auf 12:13, kamen allerdings vor allem durch eigene Fehler nicht zum Ausgleich. So auch beim 13:14, als der TV in Ballbesitz war und noch 30 Sekunden bis zur Halbzeit auf der Uhr tickten. Statt mit dem Treffer zum Unentschieden in die Kabine zu gehen erlaubte man sich einen klassischen Fehlpass, den der reaktivierte Michael Mess zum 15. Tor für Neckarelz nutzte.



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Nach der Pause blieb es bis zur 40. Minute beim 1 bis 2 Tore Vorsprung für die Piranhas. Dann war er endlich da, der Ausgleich. 19:19. Das Frittenfett war heiß und der TV nutzte das und ging unmittelbar danach mit 20:19 in Führung. Zunächst wollte die Gäste jedoch nichts mit den geölten Kartoffelstäbchen zu tun haben. Sie wehrten sich vehement gegen den Sprung in den Pommeskorb und hielten die Begegnung offen. Aber sie konnten es letztlich nicht verhindern, dass die Einheimischeren der Einheimischen so langsam das Zepter übernahmen. Beim 24:21 waren es 3 Tore Vorsprung und die bewegten das Neckarelzer Trainerteam zur einminütigen Mannschaftsbesprechung.

Scheinbar fielen die Worte von Orciari und Ruppert auch auf fruchtbaren Boden, denn 2 schnelle Tore sorgten für das 24:23. Lukas Schmid antwortete mit dem 25. Tor der Gastgeber, das wiederum von Matthias Halder im gelben Trikot beantwortet wurde. Dann die vielleicht entscheidende Szene. Marcel Gehring spielte Stefan Heiß am Kreis frei, der von Michael Mess quasi geohrfeigt wurde. Zwar unabsichtlich, aber doch im Gesicht getroffen, dass sahen auch die Unparteiischen Ansel/Bohl und hielten dem ehemaligen Kirchzeller den roten Karton unter die Nase. Siebenmeter TV Mosbach. Der, der dieses Foul mit seinem Anspiel provoziert hatte, also Gehring, trat an und ließ dem angesprochen starken Rüdele im Gästekasten keine Chance. 26:24 und Überzahl Gastgeber waren das Resultat.

Die Ein-Mann-mehr-Situation sollte allerdings nicht lange halten. Mosbach fing den Gästeangriff ab, vertändelte aber im eignen den Ball und sah sich dann einer 2 Minuten Strafe für Sascha Filipiak gegenüber. Machte aber nichts, denn den folgenden Halder-Wurf entschärfte Goertz im Kasten und vorn sorgte Lukas Schmid mit seinem 5. Treffer für die Entscheidung. 27:24 und 2 Minuten auf der Uhr. Piranha Dominik Herbst verkürzte noch einmal auf 27:25 und die Gäste versuchten es mit kompletter Manndeckung, es brachte aber nichts mehr. Ein Tor hüben, ein Tor drüben und vorbei war´s mit dem Derby. 28:26 für den TV Mosbach.

Nach dem Spiel wurden die Türen geöffnet um die Hitze aus der Jahnhalle zu lassen. Wenn man von Außen dann hereingespickelt hat, dann konnte man sie gemeinsam schwatzend  um die Kiste Gerstensaft stehen sehen, die Mosbacher und die Neckarelzer.

Einmal müssen beide Teams  noch ran, dann kommt der Weihnachtsmann. Kommenden Sonntag um 18.00 Uhr wartet die HSG Hohenlohe 2 in der Öhringer Sporthalle auf die Heiß & Co und in der Pattberghalle wird eine halbe Stunde später das Spiel Piranhas gegen Willsbach angepfiffen.

  • TV Mosbach: Goertz und Beuchert im Tor, Jurk, Blasmann 3, Filipiak 5, F.Schmid 4, Großkopf (n.e.), L. Schmid 5, Gärtner, Förster 5, Gehring 2/1, Heiß 4, Somogyi
  • HA Neckarelz: Rüdele im Tor, Herbst 2, Bürgermeister, Nenniger 3, Liegler 1, Mess 3, Schulz 5/2, M.Halder 7, Johmann 4, Jax 1, L.Halder
  • Strafen: Mosbach 6 / Neckarelz 3 plus rote Karte Mess
  • Siebenmeter: Mosbach 2/1, Neckarelz 2/2

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