„German Brass“ beim Weihnachtskonzert gefeiert

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(Foto: pm) 

Mosbach. (pm) In diesem Jahr werden Mosbachs Musikfreunde wirklich verwöhnt, was Auftritte namhafter Ensembles angeht. Beim traditionellen Weihnachtskonzert der Sparkasse in der Pattberghalle, dessen Erlöse jeweils an die Musikschulen des Einzugsgebietes Neckartal-Odenwald gehen, waren schon oft herausragende Musiker zu hören, und auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter mit „German Brass“ wieder ein Top-Ensemble der internationalen Liga gewinnen können. Vor vollem Haus begeisterte das 10köpfige Blechbläserensemble mit einem brillanten und dazu höchst vergnüglichen Vortrag, den die Zuhörer am Schluss begeistert mit stehenden Ovationen feierten.

Nach einer kurzen, humorvollen Begrüßung durch Direktor Gerhard Stock erstürmten die Musiker schwungvollen Schrittes die auch diesmal wieder spektakulär dekorierte Bühne und zündeten ein fulminantes musikalisches Feuerwerk. Die 10 Mitglieder von „German Brass“ gehören jeweils zu den Besten ihres Faches und spielen neben ihrer umfangreichen Konzerttätigkeit zumeist in namhaften Orchestern oder haben Lehraufträge an Hochschulen. Was sie als „German Brass“ auf die Bühne zaubern, lässt auch die abgebrühtesten Blechbläserfans zuweilen offenen Mundes staunen. Zehn Instrumente klingen bei ihnen wie ein einziges, das sich mühelos zwischen sanftestem, fast streicherartigem Melos, rasanter Virtuosität oder perfektem Swingband-Sound bewegen kann. Dazu die sehr kurzweilige  Moderation durch den Hornisten Klaus Wallendorf, der mit unzähligen Dialekten und dem quecksilbrigen Witz des geborenen Kabarettisten durch den Abend führte – das sind die Zutaten für ein wunderbares Konzerterlebnis à la „German Brass“.




Bei aller Routine, die ein voller Konzertkalender zwangsläufig mit sich bringen muss, wirkte das Spiel der Truppe äußerst lebendig und frisch wie ein dampfendes Blech voll Weihnachtsplätzchen. Natürlich spielt dabei auch eine große Rolle, dass die meisten der Arrangements eigene Kreationen sind. Trompeter Matthias Höfs und Posaunist Alexander Erbrich-Crawford schneidern ihre Arrangements den Kollegen buchstäblich auf den Leib, wobei sie in allen zehn Stimmen aus dem Vollen schöpfen können, denn irgendwelche Grenzen der Machbarkeit gibt es bei „German Brass“ definitiv nicht. Piccolotrompeten, mit der Zartheit von Oboen gespielt, geschmeidige Mittelstimmen und eine äußerst bewegliche Bassfraktion zeichnen dieses Ausnahme-Ensemble aus, ob sie nun ganz klassisch einen Chor aus dem Bach’schen Weihnachtsoratorium spielen, ein hochvirtuoses barockes Trompetenkonzert oder gar Opern auf ihre unnachahmliche Art „brassifizieren“. Spritzig kam Verdis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ als Bläsersatz daher, während der dunkle, warme Klang beim Pilgerchor aus „Tannhäuser“ sicher auch den Hörnerfan Richard Wagner restlos begeistert hätte.

Je nach den Erfordernissen der Stücke kam ein Vielzahl unterschiedlicher Instrumente zum Einsatz: neben Trompeten in allen Größen auch das sanfte Flügelhorn und das heikel zu spielende Corno da Caccia. Dass „German Brass“ sich aber nicht nur mit  klassischer Musik auskennt, sondern auch einen gar prächtigen Swing spielen kann, bewiesen die Musiker, verstärkt durch Drummer „Herbie“ Wachter, im zweiten Teil des Abends, in dem Jazziges und Weihnachtliches vom Mississippi bis zur Karibik, vom Big Apple bis Hollywood auf dem Programm stand, inklusive einer musikalischen Stippvisite in Russland oder in der „Halle des Bergkönigs“. Auch die Weihnachtslieder kamen nicht zu kurz, und so gab es immer wieder Altbekanntes zu entdecken in den toll arrangierten Medleys von „German Brass“, die ihr Konzert mit Leroy Andersons „Typewriter“ als Zugabe beendeten und gemeinsam mit Publikum zum Schluss noch das traditionelle Weihnachtslied „O du fröhliche“ anstimmten.

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