Deutliche Spuren in der Region hinterlassen

Marianne Wagner 

(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Sie hat im Neckar-Odenwald-Kreis und hier insbesondere in der Gemeinde Seckach deutliche und nachhaltige Spuren hinterlassen. Die Rede ist von der bis weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannten und anerkannten Künstlerin Marianne Wagner, die heute, am 1. Weihnachtsfeiertag ihren 75. Geburtstag feiert. Zahlreiche Skulpturen in öffentlichen Gebäuden, im Ortskern selbst, entlang des Radwanderweges, das jährliche Bildhauertreffen und vor allem der Seckacher Skulpturenpark zeugen von dem Schaffen der Bildhauerin, die seit drei Jahren zusammen mit ihrem Mann Paul bei ihrer Tochter in Breuberg in der Nähe von Darmstadt lebt und immer noch künstlerisch aktiv ist.

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Wenngleich sie das Atelier, das große Grundstück und „ihren“ Skulpturenpark in Seckach schmerzlich vermisst, war Marianne Wagner immer noch fleißig am „Bildhauern“ und hat so zwischenzeitlich den großen Bronze-Leuchter für die ev. Kirche in Adelsheim und den Sandstein für den Kindergarten „Pusteblume“ in Buchen fertig gestellt. Im vergangenen Jahr schenkte sie der Stadt Breuberg eine Bronze-Stele als Familiengruppe für die dortigen anonymen Gräber auf dem alten Friedhof und fertigte neue Skulpturen im Rahmen der Bildhauergruppe für den öffentlichen Raum, wie z.B. im Kurpark in Bad-König mit fünf Arbeiten. Für die Stadt Breuberg selbst plant sie derzeit einen „Ausrufer“ zum Thema Kommunikation.

Großen Spaß bereitet der Jubilarin immer noch ihr Swingtett als „Drei vom Lande“, wobei man überwiegend für die ältere Generation aufspielt und die Musik der eigenen Jugend wieder zum Leben erweckt. Geboren wurde die ausgezeichnete Künstlerin am 25. Dezember 1938 in Berlin, lebte und arbeitete längere Zeit in Darmstadt, ehe sie zusammen mit ihrem Ehemann Paul nach Seckach übersiedelte.

Wer die zielstrebige und doch zurückhaltende Jubilarin näher kennt, weiß, dass es sich bei ihr um eine Künstlerin handelt, die aus ihrer anfänglich kindlichen Neigung zu einer anerkannten Kunstexpertin in Sachen Bildhauerei und Plastiken avancierte. Deutlich  erkennbar, ihre ganze Liebe zum plastischen Gestalten mit den Werkstoffen Ton, Sandstein, Speckstein, Bronze und Holz. Sie kreiert Kunstwerke, die den Betrachter zum Innehalten, Nachdenken, Berühren und stellenweise sogar zum Schmunzeln animieren.




Nach dem Abitur und einer Ausbildung bei der Bildhauerin Annemarie Haage in Berlin, absolvierte sie in der Zeit von 1968 bis 1970 eine weitere Ausbildung bei dem Darmstädter Bildhauer Georg von Kovats und erhielt 1971 den Preis für Gartenplastik der Bundesgartenschau in Köln. Von 1974 bis 1977 arbeitete sie als Dozentin für plastisches Gestalten in Dieburg und in diese Zeit fiel auch ihre Mitgliedschaft im Bund für freie und angewandte Kunst in Darmstadt. Ein Jahr später wurde Marianne Wagner zur Dozentin an der freien Kunstakademie in Auerbach an der Bergstraße ernannt, mit der Stilrichtung plastisches Gestalten mit Ton und Sandstein. Seit 1978 gilt die Jubilarin als anerkannte und gefragte Dozentin für plastisches Gestalten in den Kunstakademien Auerbach/Bergstraße, Laboe und Bostalsee.

Einzel- und Gruppenausstellungen in der gesamten Bundesrepublik kennzeichnen das Schaffen von Marianne Wagner, die zusammen mit ihrem Mann Paul aber auch und gerade im regionalen Bereich ihrer Heimatgemeinde Seckach einen anerkannt guten Namen besitzt. So entstanden Werke wie der ,,Schulbaum“ an der Seckacher Schule, das ,,Altarkreuz“ aus Bronze in der Adelsheimer ev. Kirche, die ,,Alt-Lastenträgerin“ vor dem Seckacher Einkaufszentrum, die ,,Öffentliche Hand“ aus Sandstein am Rathaus von Höchst im Odenwald, die ,,Bewahrer“ aus Bronze in der Raiffeisenbank Schefflenz/Seckach oder der ,,Gerber“ in Neckarsteinach. In ihrem Zuhause, mitten in der Natur und nahe dem geliebten Wald, entstand seit einigen Jahren ein Kunstpfad unter der beredten Bezeichnung „Skulpturenpark“ mit Großplastiken aus Stein und Holz als Gemeinschaftsprojekt von Marianne und Paul Wagner mit befreundeten Künstlern. Ebenfalls in Seckach entstanden seit 1994 die ,,Brückentafel“ in Seckach aus Bronze, die Gedenktafel für die frühere jüdische Synagoge in Großeicholzheim, das ,,Balancierende Kind“ vor der Schule und der ,,Sandsteindrachen“ vor dem Großeicholzheimer Kindergarten. Das ,,Sandstein-Einhorn“ vor der Apotheke Ballmann in Seckach ergänzt die Werke zusammen mit kleineren Skulpturen. Im Jahre 2003 entstand die ,,Familiengruppe“ vor dem neuen Seckacher Rathaus mit vier drehbaren überlebensgroße Figuren aus Bronze. Weitere Aktivitäten von Marianne Wagner waren der ,,Drachen“ für Breuberg/Aue, die Arbeit mit Schülern aus Mannheim und Adelsheim an den dortigen Schulgebäuden am Keramik-Fries und 2005 der ,,Engel mit nur einem Flügel“ aus Sandstein für den Skulpturenpark in Seckach. Eine weitere Dokumentation ihrer Schaffenskraft sind 2006 der ,,Aufbäumende Torso“ aus Sandstein für das Skulpturenfeld in Brauberg/Aue, 2007 das letzte Symposium in Seckach mit ,,Meer der Fantasie“ als Kreis aus Sandstein-Quadern mit Fisch-Motiven und drei Granit-Platten in Wellenform, die Arbeiten mit Schülern in Hollerbach, Hainstadt und in Mannheim, sowie ihre Wahl zur Vorsitzenden der Sektion Bildhauerei im Kunstverein Breuberg.

Ausführliche Infos erhält man auch unter www.skulpturenpark-odenwald.de.tl Die Jubilarin versteht es vortrefflich, sichtbare Realitäten durch Formen zu vermitteln, die aus ihrer Phantasie und dem Umgang mit einem eigenständigen Material entstehen.

Den zahlreichen Gratulanten zum 75. Geburtstag schließt sich NOKZEIT gerne an.

 

© www.NOKZEIT.de


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1 Kommentar

  1. Guten Tag!
    Ich habe mich über den Artikel „Deutliche Spuren in der Region hinterlassen“ sehr gefreut.
    Weil ich inzwischen schon 75 Jahre geworden bin, haben wir uns entschlossen, in die Nähe unserer Kinder zu ziehen. Wir wohnen jetzt in Breuberg und sind noch immer als Bildhauer aktiv. Wir arbeiten in Bad König für den Kurpark, unser Arbeitsplatz „Kunstplatz Nr. 1“ liegt neben dem Bauhof.
    Unsere Website ist ww.skulpturenpark-odenwald.de.tl
    Gruß aus Hessen
    Marianne Wagner

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