Erster Badisch-Rheinischer Shunt-Workshop

Süddeutsche Shuntzentrum Mosbach als Mitinitiator dabei

Shunt Workshop

Die Initiatoren des „ersten Badisch-Rheinischen Shunt-Workshops“: v.l.n.r. Klaus Neckerauer, Ärztlicher Leiter Süddeutsches Shuntzentrum Mosbach; Dr. med. Herribert Lösel-Sadée, Chefarzt Klinik für Gefäßchirurgie, Sana Krankenhaus Gerresheim; Prof. Dr. med. Werner Kleophas, niedergelassener Nephrologe, Düsseldorf. (Fotos: privat)

Mosbach/Düssseldorf. (pm) Mehr als 50 Ärzte nahmen Ende November an einer Informations- und Fortbildungsveranstaltung teil, die sich mit Fortschritten bei der Behandlung von Dialyse-Patienten beschäftigte. Die Veranstaltung fand als „1.Interdisziplinärer Badisch-Rheinischer Shunt-Workshop“an den Sana Kliniken in Düsseldorf statt und soll im kommenden Herbst erneut stattfinden, dann in Mosbach .

Mit initiiert und inhaltlich mitgetragen wurde der länderübergreifende Workshop vom Süddeutschen Shuntzentrum Mosbach. Klaus Neckerauer, Ärztlicher Leiter des Süddeutschen Shuntzentrums an den Neckar-Odenwald-Kliniken Mosbach, der diesen Workshop zusammen mit dem Shuntspezialisten Dr. med. Herribert Lösel-Sadée und dem Nephrologen Prof. Dr. med. Werner Kleophas (beide Düsseldorf)  ins Leben gerufen hat, schildert seine diesbezüglichen Zielsetzungen: „Bei derzeit circa 70.000 Dialysepatienten in Deutschland und einer jährlichen Zunahme von etwa fünf Prozent ist es für alle damit beschäftigten Fachärzte wichtig, regelmäßige Informationen über neue Entwicklungen der Shunt-Chirurgie zu erhalten. Wir sprechen mit der von uns entwickelten Veranstaltungsreihe vor allem Nephrologen, Radiologen und am Thema ‚Shunt’ interessierte Chirurgen an.“

Für nierenkranke Patienten, die bei chirurgischen Eingriffen am Unterarm eine „Kurzschlussverbindung“ (Shunt) zwischen Arterie und Vene erhalten, um einen hohen Blutdurchfluss zu ermöglichen, bedeutet jeder diesbezügliche Fortschritt ein Zugewinn an Behandlungs- und Lebensqualität.

Der am 28. und 29. November 2013 durchgeführte Workshop fand großes Interesse bei Ärzten aus ganz Deutschland. Die Veranstaltung machte deutlich, dass sich die Dialyse inzwischen zu einem Hightech-Verfahren entwickelt hat. Was vor 50 Jahren bei ersten Anwendungen der maschinellen Blutwäsche noch sehr rudimentär von statten ging, zeigt sich heute als sehr ausdifferenziertes Verfahren. Innovative Filtermembranen sorgen für optimale Blutreinigung. Moderne Dialysegeräte überwachen durch ein umfassendes Monitoring und Datenmanagement den gesamten Prozess, was alle Risiken deutlich minimiert.




Zu den wichtigen medizinischen Neuerungen, die bei dem Badisch-Rheinischen Shunt-Workshop vorgestellt wurden, zählen:

  • schonende Kontrastmitteluntersuchungen
  • Materialverbesserungen bei den Gefäßprothesen
  • wirksame Therapien gegen Gefäßverengungen.

Hinsichtlich nötiger Kontrastmitteluntersuchungen (z.B. bei Herzkatheder und Computertomografien), bei denen eine kranke Niere üblicherweise stark belastet wird, versprechen neue Formen der Untersuchungsvorbereitung und weiterentwickelte Schutzmedikationen für die Zukunft eine Schonung der Niere.

Bei der operativen Anlage von Shunts kommen oft Gefäßprothesen zum Einsatz. Bisher mussten solche Gefäßprothesen wochenlang einheilen, bevor sie für die Dialyse genutzt werden konnten. Bei dem Shunt-Worshop in Düsseldorf wurden neue Texturen vorgestellt, aus denen Gefäßprothesen hergestellt werden können. Sie beschleunigen den Einheilungsprozess und erleichtern so den Shunt-Einsatz erheblich.

Großes Interesse bei den ärztlichen Besuchern des Workshops fand auch der Vortrag von PD Dr. Jan Goltz zur Behandlung von Gefäßverengungen. Er berichtete über erste Erfolge bei der Verwendung sogenannter Drug-Eluting Balloons, einer Ausdehnung von Gefäßengstellen, bei der gleichzeitig freigesetzte Medikamente für eine Stabilität der Gefäßausweitung sorgen.

Insgesamt zeigten sich die ärztlichen Teilnehmer des ersten Badisch-Rheinischen Shunt-Workshops an diesem neuen Weiterbildungsangebot sehr interessiert und sprachen sich klar für eine Fortsetzung im Herbst 2014 in Mosbach aus. Für den leitenden Arzt des Süddeutschen Shuntzentrums an den Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach bedeutet dies Freude und Herausforderung zugleich. Klaus Neckerauer: „Ich freue mich sehr auf diese Gastgeberrolle und gehe von einem ebenso starken Teilnehmerinteresse wie in Düsseldorf aus.“

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