Grüne fordern DHBW-Hochschulstadt-Management

4.000 Studienplätze in Mosbach – garantierte Konkurrenzschutzklausel

Mosbach. (pm)   „Gestalten statt klagen!“ lautet die zentrale Forderung der Grünen Kreistagsfraktion an die hiesigen Meinungsmacher und vor allem an die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik. Mit dem Verselbständigungsprozess der künftigen DHBW Heilbronn und den daraus erwachsenden Änderungen in Mosbach befassten sich die vier Kreisrätinnen bei  ihrer ersten Fraktionssitzung im neuen Jahr in Mosbach. Die beiden hierbei federführenden Mosbacher Kreisrätinnen Christine Denz und Dorothee Roos führten zahlreiche Gespräche mit DHBW-Verantwortlichen und mit dem Wissenschaftsministerium. Die Gremien  der Gesamt-DHBW  und die Landesregierung  seien  – entgegen anderslautender Meinungsäußerungen in  der hiesigen Presse – von Beginn an darauf bedacht gewesen, dem Standort Mosbach nicht zu schaden. Ministerin Bauer persönlich habe mit allen Beteiligten im November in Mosbach gesprochen. Zudem sei ein Lenkungskreis ins Leben gerufen worden, in dem explizit die Zukunft der DHBW Mosbach gestaltet werden soll.

Jedoch verhehlten die Kreisrätinnen nicht, dass auch sie sich das Zustandekommen der Entscheidung anders gewünscht hätten. Es wäre notwendig gewesen, im Vorfeld  noch umfangreicher mit allen verantwortlichen Betroffenen Gespräche zu führen und die als notwendig angesehene Entscheidung  argumentativ zu vertreten. Dem schlossen sich Fraktionsvorsitzende Simone Heitz und Kreisrätin Gabi Metzger an.  Dennoch dürfe nun nicht vor lauter Klageliedern übersehen werden, dass die Studienakademie Mosbach mit den beiden Campus-Hochschulen Mosbach und Mergentheim immer noch über sehr gute Kennziffern bezüglich Ausstattung, Studienplätzen und Studiermöglichkeiten verfüge.




Es gebe die Konkurrenzschutzklausel gegenüber dem nunmehr selbständig werdenden Standort Heilbronn, den von Grün-Rot ermöglichten Neubau für über 8 Mio Euro und die künftig insgesamt 4.000 Studienplätze. Damit sei die DHBW Mosbach Spitze im ländlichen Raum und gleichzeitig nach Stuttgart und Mannheim die drittgrößte in Baden-Württemberg. Auch habe sie in der Lehre einen guten Ruf. Nun gelte es aber auch für die dadurch profitierende Stadt und für das Umland, eine Willkommenskultur für den studentischen Alltag zu entwickeln, für Gastronomie, Wohnraumvermieter, Freizeit- und Sporteinrichtungen. Hier liege analog zum City-Management eine wichtige Aufgabe für ein „DHBW-Hochschulstadt-Management“ in enger,  u. U. auch finanzieller Kooperation mit der DHBW.

Die Kreisrätinnen bedauerten, dass als Folge der massiven und teilweise überzogenen Äußerungen im November und Dezember letzten Jahres vielerorts der Eindruck vom unausweichlich bevorstehenden Niedergang der DHBW Mosbach sich gebildet habe. „Alarmismus“ sei angesichts der bestehenden Vorteile und der flankierenden Maßnahmen nicht angebracht. Die sog. Konkurrenzschutzklausel (keine konkurrierenden Studienangebote in Heilbronn und Mosbach) sei von Anfang an sowohl Bestandteil der Empfehlung des Aufsichtsrates vom Oktober als auch Bestandteil des Beschlusses der Landesregierung vom November und damit bindend. Die Standorte Mosbach und Bad Mergentheim verlören durch den Veränderungsprozess keinen einzigen Studienplatz.  Dies setze allerdings auch eine nach wie vor gute Relation von Studenten, Dozenten und anderem Personal voraus. Hier dürfe der Entflechtungsprozess  für Mosbach im Verhältnis zu anderen Standorten keine Nachteile bringen. Die Dieter-Schwarz-Stiftung unterstützt  Mosbach weiterhin – und keinen anderen Standort als Heilbronn sonst – mit künftig insgesamt vier Stiftungsprofessuren für jeweils 10 Jahre. Abschließend begrüßte die Kreistagsfraktion die Zusicherung  von Ministerin Theresia Bauer, dass sie am 24. Februar bei der öffentlichen Regionalkonferenz der Grünen Landtagsfraktion in Mosbach auch über die Fortentwicklung der DHBW sprechen wird.

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