Schnäischittler im Fastnachtsfieber

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(Foto: Liane Merkle)

Großeicholzheim. (lm) Schon beim Betreten der Schlossgartenhalle war das besondere Schnäischittler-Fastnachtsfieber deutlich zu spüren. Jedes Jahr warten die Aichelzer mit Spannung auf ihre „Revue heimischer Attraktionen“. Und in diesem Jahre zu Recht, denn sie machten immerhin neun von insgesamt 14 Programmpunkten aus. Abordnungen aus Seckach, Zimmern, Altheim, Sattelbach und Heidersbach hatten den Schnäischittlern die Ehre gegeben und ließen sich nur zu gerne von der Stimmung mitreißen.

Nur eine Gesangsgruppe hätte es im zweiten Drittel fast geschafft, das Stimmungsbarometer von fast 200 auf laue 20 Grad Celsius herunter zu holen, und es war „Altmeister“ Thomas Kegelmann und dem inzwischen sehr geübten Moderatorenduo Diane Neureiter und „Matze“ Matthias Mayer zu verdanken, dass dieser „Schlenker nach unten“ rechtzeitig abgefangen werden konnte. „Baustell ade, Schnäischittlergas mecht warm und schee“, so das Großeicholzheimer Motte dieser Kampagne und es zog sich wie ein roter Faden durch den Abend im Narrentempel der „Gallischen Dorfoase“ im Badnerland. Natürlich auch im gereimten Grußwort des Bürgermeisters.

Und dann machten die beiden Moderatoren humorvoll das Dilemma ihrer Bürger während der Bauzeit klar, in der es durchaus vorkommen konnte, dass man morgens ganz normal aus seiner Hofeinfahrt zur Arbeit fuhr, aber sich abends einen neuen Heimweg durch Grabenlabyrinth suchen musste, um möglicherweise feststellen zu müssen, dass die eigene Hofeinfahrt verschwunden ist. Kein Problem, ihren Weg auf die Bühne zu finden, hatten die 14 Musiker und Musikerinnen der stetig wachsenden Großeicholzheimer Bläserguppe unter dem Zepter von Thomas Ludwig. Und es gelang ihnen hervorragend mit Stücken wie „Was kann’s im Leben Schöneres geben“ oder „Wenn die Sonne erlischt hinter Seggi, isch‘s in Aichelze noch glockenhell“ ein deutlicher Anstieg in der Stimmungsskala.

Fotoserie zum Artikel – (Fotos: Liane Merkle)

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Den visuellen Auftakt bestreitet in der Schnäischittler-Gasprom-Gemeinde schon traditionell eine Schlotfeger-Garde. In diesem Jahr brachten 17 zackig-temperamentvoll Mädels der Seckacher Jugendgarde. „Durchgezappt“ war der Titel des Schautanzes, den die örtlichen „Crazy Teens“ auf die Bühne zauberten. Mit Hilfe von Obelix und drei Galliern zappten sie temperamentvoll tanzend ein bisschen verrückt, ein bisschen aufregend und ein bisschen frech von Asien über Ägypten nach Aichelze. Galliens Hilfe war ihnen gewiss. Nach diesem Programmwechsel blieb man im Narrentempel erst mal bei Sport hängen, der hier maßgeblich von Fußball abgedeckt wird und offensichtlich das Interesse der NSA geweckt hat. Auf jeden Fall wusste Günter Schmidt-Haber unglaubliche Details von den örtlichen Fußballstars zu berichten. Die Info habe er direkt vom deutschen Chef der Gemeinorganisation, den er als Dr. Martin Sommer outete. Und Veröffentlichung der „Geheimen Daten“ sorgten für einiges Zwerchfelltraining beim Narrenvolk bevor die Schlotfeger-Schautanzgruppe die begeisterten Erzählungen von Matze Mayer über das „Moulin Rouge“ tänzerisch eins zu eins Wahrheit werden ließ und mit einer Super-Rakete belohnt wurde.

Überhaupt hatten sich die Probeminuten des Moderatoren-Paars mit dem Publikum für vierstufige Raketen, den Schlachtrufe „Aichelzer Schnäischittler – Goweddl“ sowie „Spitzen-Rufe und –Sprünge“ sehr gelohnt. Als tänzerisches Highlight war das Heidersbacher Tanzmariechen Lorena Müller angekündigt gewesen und sie macht mit ihrer akrobatisch wertvollen und charmanten Darbietung den „Dick Do“ alle Ehre. Ortsreporter Dr. Martin Sommer bewies seine NSA-Qualitäten und deckte so einige Histörchen aus dem Gallischen Dorf auf. Natürlich war die Großbaustelle zum Nahwärmenetz ein Thema, aber auch Verkehrslärm, Drogengut und Razien sowie der Kirchturm der ev. Kirche.




Für die Zimmerner Fuggschelöcher alles kein Problem, denn sie waren tänzerisch weit weg auf der „Route 66“. Damit hatten sie „Freie Fahrt“ und kamen so gut beim Publikum an, dass als Zugabe das passende „What the fox said“ unbedingt folgen musste. Tänzerisch ging es weiter mit zwei ganz hervorragenden Altheimer Gruppen. Mit viel Akkrobatik zeigten die „Altheimer Männer“ dich spannende Geschichte von „Asterix und Obelix in Afrika“. Und die Gemischte Tanzgruppe der Aaldemer Dunder zeigte schwungvolle Apps auf die Frage „Iphone ohne Apps! Fehlt dir do net ebbs?“. Mit Spannung und Freude erwarteten das Publikum dann das doppelte „Kerwe-Duo“, das sich mit seinen selbst gedichteten Fastnachtsliedern in den beiden Vorjahren schon einen guten Namen gemacht hatte. Ihr Einmarsch bzw. Einfahrt mit schicken Karton-Goggo-Mobilen war dann auch spektakulär und die Lieder wurden gerne angenommen. Doch leider verboten sie erst das rhythmische Klatschen im Publikum und dann laberten sie die Stimmung fast tot bis TK massiv einschritt und den Punkt abbrach.

Die nachfolgende Gruppe „Freaky feet“ jedoch schaffte es perfekt den Barometer-Fall aufzuhalten und mit ihrer charmant-fröhlichen Tanzdarbietung in bunten Neon-Lichtern und –farben der 80er und 90-er Jahre zur peppigen Musik von Michael Jackson wieder zum Anschlag hoch zu bringen. Gleichzeitig bewiesen die Damen eine unglaubliche Kondition und viel Spaß an der Bewegung. Ähnlich erfolgreich gestaltete sich auch der Schautanz der „Goweddls“. Unter dem Titel „Alice im Wunderland“ zeigten sie gekonnt Hipp Hopp, Ballett,Show und Akrobatik in wirkliche tollen Kostümen. Und schließlich setzten die „Bauarbeiter“ der Gruppe „Maus“ mit ihrer Tanzshow zur Großbaustelle „Nahwärmenetz im Biodorf“ einen spektakulären Schlusspunkt unter die viereinhaltstündige Sitzung, die musikalisch bereichert wurde durch die Ein-Mann-Band von Eddy Fühl. 

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