Schockanrufer machen Beute

Trotz mehrfacher Warnmeldungen in Rundfunk und Presse gelang es
einem bislang Unbekannten, durch einen sogenannten „Schockanruf“
einen älteren Mann in Buchen so sehr zu verunsichern, dass dieser
4.000 Euro herausgab. Auch in Wertheim übergab ein ebenfalls betagter
Herr einem Unbekannten 1.000 Euro. Abgesehen von leicht veränderten
Nuancen ist die Masche jedes Mal die gleiche. Unter dem Vorwand, ein
naher Verwandter sei in einen schweren Unfall verwickelt, meldet sich
telefonisch ein angeblicher Freund, Rechtsanwalt oder Arzt und
fordert von den meist aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden,
älteren Menschen die Herausgabe von Bargeld. Dieses Geld, so die
Erläuterung, würde entweder zur weiteren Behandlung im Krankenhaus
benötigt, oder zur Abwendung einer Haftstrafe. Im vorliegenden Fall
wurde das Opfer gegen 12.50 Uhr von dem Unbekannten angerufen.
Bereits eine Stunde später fand die Geldübergabe an einem jungen Mann
an der Wohnung des älteren Herrn statt. Allein am Dienstag, wurde der
Tauberbischofsheimer Polizei gemeldet, dass im Zeitraum von 13.15 Uhr
bis 14.00 Uhr, fünf Mal versucht wurde, Menschen durch Schockanrufe
zu der Herausgabe von Bargeld zu veranlassen.




Über die Dunkelziffer,
d.h. die Anzahl gleichartiger Versuche, welche der Polizei nicht
gemeldet werden, kann nur spekuliert werden. Es ist anzunehmen, dass
es bedeutend mehr solcher Fälle gibt, in denen mit der Sorge und
Leichtgläubigkeit älterer Menschen Schindluder getrieben wird. Auch
wenn möglicherweise in den ursprünglichen Herkunftsländer der
angerufenen Personen, hinsichtlich etwaiger ärztlicher Behandlungen
oder zu erwartender Strafanzeigen, in Sachen Bargeldzahlungen anders
verfahren wird, muss in diesem Zusammenhang angeführt werden, dass in
Deutschland eine notärztliche Versorgung niemals von der Zahlung
einer Geldsumme abhängt. Auch eine damit verbundene, angeblich zu
erwartende Haftstrafe kann durch Geld nicht abgewendet werden. Sollte
es zu einem solchen „Schockanruf“ kommen, wird dringend empfohlen,
sofort die Polizei zu verständigen.

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