Museumsbeauftragter des Kreises berichtet

Schul- Kultur- und Partnerschaftsausschuss tagte in Obrigheim

Obrigheim. Im Mittelpunkt der Schul- Kultur- und Partnerschaftsausschusssitzung des Neckar-Odenwald-Kreises, die im Feuerwehrgerätehaus in Obrigheim tagte, stand der alljährliche Tätigkeitsbericht des Museumsbeauftragten. Dr. Jörg Scheuerbrandt nimmt seit 2005 die Doppelfunktion des Leiters des Römermuseums Osterburken und des Museumsbeauftragten für den Landkreis wahr.

Dr. Scheuerbrandt blickte nach dem Grußwort von Bürgermeister Roland Lauer zurück auf ein arbeitsreiches Jahr. Schon im Herbst 2013 konnte die Internetseite www.museen-im-odenwald.de, ein gemeinsames Projekt des badischen Neckar-Odenwald-Kreises, des hessischen Odenwaldkreises und des bayrischen Landkreises Miltenberg ins Netz gestellt werden. Dort werden mittlerweile 79 Museen, laut Dr. Scheuerbrandt der „kulturelle Schatz des gesamten Odenwaldes“, vorgestellt. Die Seite werde erfreulicherweise rege genutzt und mittels redaktioneller Überarbeitung und Datenpflege auf dem Laufenden gehalten.

Neu vorgestellt wurde das Booklet des Verbandes Odenwälder Museen und Sammlungen e.V, bei dem Dr. Scheuerbrand zweiter Vorsitzender ist. Diese Broschüre ist, vereinfacht ausgedrückt, die Druckversion der Internetseite und informiert über alle Museen im Odenwald, die Mitglied im Verband sind. Darin enthalten ist unter anderem auch das Dorfmuseum Wagenschwend, das  – nach der Neugestaltung der Abteilung „Römer und Odenwaldlimes“ – aktuell unter der Federführung Dr. Scheuerbrandts um die Abteilungen „Ortsteile Limbach“ und „Geologie“ erweitert wird.

Breiten Raum nahm die Vorstellung des Limesparks Osterburken ein. Im Umfeld des Römermuseums Osterburken ist das UNESCO-Welterbe Limes an einigen Stellen im Gelände erhalten und kann besucht werden. In nur 300 Metern Entfernung vom Museum ist das Kastell Osterburken als Parkanlage erhalten. Die konservierten Mauern und ausgehobenen Gräben des vor über 100 Jahren freigelegten Annexkastells geben ein eindrückliches Bild von der Größe der antiken Wehranlage. Ein Highlight ist der Limesnachbau, etwa 1km südlich der Stadt weit sichtbar auf der Höhe gelegen. Der Nachbau zeigt den Bauzustand der Grenzanlage im 3. Jahrhundert n. Chr. Ein Wachtturm und ein Stück der Limesmauer zeigen die letzte Ausbaustufe des Limes als begehbares 1:1 Modell. „Die Wege im Limespark wurden folgerichtig in den „Deutschen Limes-Wanderweg“ aufgenommen“, so der Römer-Experte.




Bereits in Vorbereitung befindet sich eine Ausstellung zum Thema „St. Martin“, die allerdings erst 2016 im Römermuseum gezeigt werden soll. Dabei soll der spätere Bischof von Tours und Schutzheilige des Frankenreiches gewürdigt werden, der 316 n.Chr. in Savaria – und damit in der Hauptstadt Szombathely des Partnerkomitats des Neckar-Odenwald-Kreises, dem ungarischen Komitat Vas – geboren wurde. Er diente als Soldat unter römischen Kaisern, bevor er den Militärdienst quittierte und sich dem christlichen Glauben zuwandte. Scheuerbrandt skizzierte den Lebensweg des auch in Deutschland bis heute verehrten und überaus beliebten Heiligen. Die Ausstellung soll vor allem Kinder und Familien ansprechen. „Nach dem großen Erfolg der Avitus-Ausstellung wäre das ein weiteres tolles Partnerschaftsprojekt, an dem sich das Komitat Vas auch beteiligen würde. Und natürlich wäre das erneut ein attraktives Aushängeschild für das Römermuseum“, ergänzte Landrat Dr. Brötel. Die Kreisräte Karl Heinz Neser (CDU), Heide Lochmann (SPD) und Dorothee Roos (Bündnis 90/Die Grünen) signalisierten für ihre Fraktionen Zustimmung. Deshalb soll nun in die konkretere Planung eingestiegen werden, wofür es aus den Reihen des Ausschusses gleich mehrere gute Anregungen gab.

Einstimmig beschlossen wurde die Förderung der Jugendmusikschulen durch den Kreis in Höhe von 25.600 Euro. Der jeweilige Betrag orientiert sich am zuletzt gewährten Landeszuschuss. Demnach erhalten die Musikschule Mosbach 13.824 Euro, Buchen 7.091 Euro, Walldürn 2.714 Euro und Hardheim 1.971 Euro.  

Aufgrund einer Anfrage der CDU-Kreistagsfraktion befasste sich der Ausschuss schließlich erneut mit der Etablierung eines Ausbildungsgangs „Agrarfachkraft für Erneuerbare Energien“ als Zusatzqualifikation für Landwirte an der Augusta-Bender-Schule in Mosbach. Von der Einrichtung eines solchen Ausbildungsgangs will man allerdings auch weiterhin absehen. „Die Einrichtung einer neuen Schulart setzt eine dauerhafte Nachfrage voraus. Die ist derzeit zu dieser Thematik aber nicht gegeben, was von der Richard-von Weizsäcker-Schule in Öhringen bestätigt wird. Dort wurde zwar ein Kurs durchgeführt, ein zweiter kam dann aber mangels Nachfrage bislang schon nicht mehr zustande“, erklärte der Landrat. In jedem Fall wolle man, so Dr. Brötel, das wichtige Thema aber im Auge behalten und gegebenenfalls darauf zurückkommen. 

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