Flucht endete im Neckar

Heilbronn. Sehr ausdauernd aber nicht schnell genug war ein junger Mann am
Sonntagmorgen bei seinem Fluchtversuch vor der Heilbronner Polizei.
Eine Streife wollte den 25-Jährigen kurz vor 9 Uhr auf der
Hafenstraße kontrollieren. Das wollte dieser augenscheinlich auf
jeden Fall vermeiden. Beim Erkennen des Polizeiautos rannte der Mann
los. Sein Weg führte ihn vor der Eisenbahnbrücke zunächst eine
Böschung hoch. Als er auf der anderen Seite hinabrennen wollte,
stürzte er und blieb auf dem Bauch direkt am Neckarufer liegen.
Unterdessen war ihm einer der beiden Polizeibeamten bereits so dicht
auf den Fersen, dass der Flüchtende nur noch einen Ausweg sah: Er
sprang in den Fluss und schwamm los. Als er etwa in der Mitte des
Gewässers angelangt war, war die Polizei wieder schneller. Ein
Streifenwagen hatte bereits am anderen Flussufer Position bezogen,
was den Schwimmer zur Umkehr bewegte. Zwischenzeitlich waren zwei
weitere Streifen eingetroffen und auch die Wasserschutzpolizei
alarmiert worden. Die Besatzung des Polizeiboots traf schnell bei dem
23-Jährigen ein, der derweil versuchte, sich sowohl über Wasser zu
halten als auch seine Hosentaschen zu leeren. Eine Rettungsboje wurde
dem schließlich noch bauchtief im Wasser stehenden Mann zugeworfen um
ihm aus dem kalten Neckar herauszuhelfen. Dieser ließ sich jedoch
partout nicht auf die Maßnahmen der Polizei ein und versuchte im
Gegenteil, noch die Beamten mittels der Rettungsboje in den Fluss zu
ziehen. Um die Gesundheit des unbeugsamen Zeitgenossen nicht weiter
zu gefährden, wurden die Feuerwehrtaucher zur Unterstützung
anfordert. Diese kamen mit 16 Mann vor Ort. Offenbar überzeugt durch
die Ausweglosigkeit seiner Situation, kletterte der 25-Jährige nun
schließlich doch aus den kalten Fluten. Als möglicher Grund für seine
hartnäckige Flucht entpuppte sich eine geringere Menge Amphetamin,
die bei ihm aufgefunden werden konnte. Ein Rettungswagen brachte den
unterkühlten Mann zur Untersuchung in eine Klinik.

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