Organhandel-Mafia gehört ins Reich der Märchen

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Creglingen. Man möchte fast sagen „Jetzt hört´s aber auf!“ – die Rede ist von
den offenbar nicht enden wollenden Gerüchten rund um eine angebliche
„Kinderfängerbande“ oder der „Organhandelsmafia“. Durch die
Verbreitung in den einschlägigen sozialen Netzwerken wurde ein „Hype“
ausgelöst, der seinesgleichen sucht. Nicht nur im Bereich des
Heilbronner Polizeipräsidiums wurden diese obskuren Gerüchte
gestreut. Neu ist das nicht! Bereits vor rund 20 Jahren gab es im
Bereich des Stadt- und Landkreises Heilbronn einen ähnlich
merkwürdigen Boom. Schon damals waren jegliche derartigen
Spekulationen völlig haltlos und es gab keinerlei Hinweise auf nur
einen Funken an Wahrheitsgehalt. Wenn jetzt aber, wie in Creglingen
geschehen, Kinder durch solche Falschmeldungen verunsichert und
Aussagen in den Raum gestellt werden, dass selbst die Polizei in der
örtlichen Presse vor der „Kinderfängerbande“ warnen würde, dann ist
Schluss mit lustig. Um es nochmals eindeutig und klar auf den Punkt
zu bringen: Sämtliche, vorwiegend in sozialen Netzwerken verbreitete
Informationen, in Deutschland würden Kinder entführt, um
Organentnahmen durchzuführen, entbehren jeder Grundlage. Auch die
vermeintlich seriös klingenden Aufrufe, auf dieses oder jenes
„verdächtige“ Fahrzeug im Zusammenhang mit der Organhandelsmafia zu
achten, sind haltlos und im Grunde genommen völliger Unfug. Es wäre
mehr als wünschenswert, wenn jedem bewusst wäre, wohin dieser
losgetretene „Selbstläufer der Verunsicherung“ schnellstens hingehört – nämlich ins Reich der Märchen.

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