„Gott will keine Supermänner“

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Im Freiburger Münster auch Diakone aus der Region zu Priestern geweiht

Freiburg. (pm) Gott will nach den Worten von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch „keine Supermänner, sondern Menschen, durch die er wirken kann, auch in ihren eigenen Grenzen“. Bei einer Priesterweihe im Freiburger Münster wünschte Zollitsch am Sonntag den Neupriestern, „dass Sie Jesus Christus an Ihrer Seite erfahren und hellhörig bleiben für sein Wort und seinen Ruf“. Der Apostolische Administrator der Erzdiözese Freiburg sagte: „Die Menschen sollen bei Ihnen Freude an Gott und am Dienst in der Kirche erleben dürfen. Die Menschen sollen durch Sie erleben können, was es heißt, auf Gott zu vertrauen. Wo immer Sie sind und wirken, möge von Ihnen eine ermutigende Atmosphäre und eine Stimmung des missionarischen Aufbruchs ausgehen.“

Erzbischof Zollitsch zitierte aus dem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“, (GG) in dem Papst Franziskus darauf hinweist, dass Priester nicht „Kontrolleure der Gnade Gottes sind, sondern ihre Förderer; dass die Kirche das Vaterhaus ist, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben“ (vgl. EG 47). Je mehr es Priestern gelinge, sich in dieser Weise „immer wieder zu relativieren auf Gott hin“, desto glaubwürdiger könnten sie die Frohe Botschaft des Evangeliums bezeugen: „Jesus Christus ist gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.“ Dies formulierte Erzbischof Zollitsch als Wunsch für die neuen Priester, dass sie ihren Dienst „in Fülle leben und ausüben“. Zollitsch erklärte: „Wenn Krankheit und Tod Menschen belasten, wenn Beziehungen zerbrechen und Menschen versagen, dürfen Sie Zeuge der heilenden Nähe und Treue Gottes sein, der in Jesus Christus den Tod überwunden und uns das Leben neu geschaffen hat.“ Unsere Zeit brauche Menschen, „die durch ihr Leben und Handeln darauf hinweisen, dass es mit den Dingen dieser Welt noch nicht getan ist“.

Wo sich in einer so genannten „Spaßgesellschaft“ Menschen die Erfüllung ihrer Bedürfnisse allein durch „Spaß und Fun“ erhofften, könnten die Neupriester nach Überzeugung des Erzbischofs Zeugnis geben, dass es in der Gemeinschaft Gottes eine tiefere Erfüllung gebe: „Das Leben aus dem Evangelium, die Beziehung zu Gott und die gemeinschaftliche Feier der Sakramente schenken eine grundlegende und bleibende Freude, die weit mehr ist, als ein Spaßgefühl.“ Erzbischof Zollitsch thematisierte in der Predigt, es sei nicht unbedingt leicht, heute als Priester zu leben und zu wirken – gerade mit Blick auf die plurale und säkulare Gesellschaft: „Im Einstehen für Gott und seine Kirche kommen viele Anfragen und Anforderungen auf uns zu. Berechtigte und unberechtigte Ansprüche werden an uns herangetragen. Umso wichtiger ist es, dass wir das, was wir öffentlich verkünden und feiern, auch als Geschenk und Maßgabe für uns selbst erkennen und erfahren.“ Dann trete „so manches scheinbar Drängende und Wichtige“ zurück: „Dann lassen sich auch schwierige Situationen meistern, weil wir uns von Jesu Stimme geführt wissen. Er trägt die Arbeit und auch das Kreuz mit uns. Er schenkt eine tiefere Freude, unabhängig vom jeweiligen Erfolg in unserer Arbeit.“

 

Folgende Diakone wurden zum Priester geweiht:

Christian Hess ist 34 Jahre alt und stammt aus der Pfarrei Herz Jesu in Reichenbuch bei Mosbach. Nach der Schule ließ er sich in Laufen am Neckar zum Orgelbauer ausbilden. Im Spätberufenenseminar St. Pirmin in Sasbach holte er sein Abitur nach. Ein freiwilliges soziales Jahr in einem von Franziskanern geleiteten Kinderheim in Tuzla (Bosnien-Herzegowina) ließ seine Entscheidung reifen, Priester zu werden. Sein Primizspruch lautet: „Wir haben der Liebe geglaubt.“ (nach 1 Johannes 4,16).

Florian Oser ist 31 Jahre alt und stammt aus der Pfarrei St. Matthäus in Bühl-Eisental. Bereits als Ministrant und als Mesner mit 13 Jahren übernahm er Verantwortung in seiner Pfarrgemeinde und ist nach eigenen Worten in den Seelsorgeberuf „hineingewachsen“. Nach seinem Abitur und dem Zivildienst startete er zuerst ein Lehramtsstudium in Mathematik und Geschichte in Freiburg, bevor er sich 2003 der Theologie zuwandte und 2005 ins Priesterseminar eintrat. Sein Primizspruch lautet: „Seid also wachsam! Denn Ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“ (Matthäus 25,13).

Rolf Paschke ist 29 Jahre alt und kommt aus der Pfarrei St. Kornelius und Cyprian in Kirrlach. Nach der Realschule wechselte er zum Gymnasium der „Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria“ (OMI) im Nikolauskloster in Neuss und verbrachte dort noch ein weiteres Jahr. 2006 nahm er sein Theologiestudium in Freiburg auf. Sein Gemeindepraktikum abolvierte er in der Seelsorgeeinheit Baden-Oos, im Diakonatsjahr arbeitet er in der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach mit. Sein Primizspruch lautet: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Johannes 3,30)

Albert Striet ist 51 Jahre alt und in Rheine (Westfalen) geboren. Nach seinem Abitur studierte er in Münster und Mainz Theologie sowie Jura, Sozialpädagogik und Geschichte. Er arbeite zunächst als Pastoralreferent mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit im Erzbistum Bamberg und wechselte 1995 nach Wuppertal. 2007 wurde er in Köln zum ständigen Diakon geweiht und wurde mit dem neuen Wirkungsfeld Caritas in Grevenbroich eingesetzt. Im Sommer 2012 kam er ins Erzbistum Freiburg mit dem Ziel, Priester zu werden. Seitdem arbeitet er in der Seelsorgeeinheit Karlsruhe Mitte-West mit dem Schwerpunkt Caritas. Sein Primizspruch lautet: „Wir wollen uns lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4,19).

Die Priesterweihe war von der Erzdiözese Freiburg auch live ins Internet übertragen worden.

 

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