Franziska Becker beim Kunstverein Tauberbischofsheim

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Fortissima

(Grafik: Franziska Becker)

Tauberbischofsheim. (pm) Die Sommerausstellung des Kunstvereins Tauberbischofsheim widmet sich traditionell der Sparte Karikatur oder Cartoon. In diesem Jahr werden circa 80 Exponate der in Köln lebenden Karikaturistin Franziska Becker zu sehen sein. Die Palette ihrer ausgestellten Arbeiten reicht von der tagespolitischen Karikatur, über die satirische Bildgeschichte, den Comic, die pointierte Illustration, kleineren Objekten bis zu Skizzenbüchern.

Seit ihrer ersten Bildergeschichte, der „Brigitte“-Parodie „Frau Knöbel macht das Beste aus ihrem Typ“ in der 1977 gegründeten Zeitschrift „Emma“, begleitet Franziska Becker unseren feministischen Alltag, seine Highlights genauso wie seine Niederungen. Emanzipation heißt für Becker, sich nicht nur über Männer zu beklagen, sondern vor allem über die willigen Rollenentsprechungen durch andere Frauen. So gilt ihr bitterer Humor meist dem eigenen Geschlecht in Form von ausgehungerten Modepüppchen, angepassten Heimchen und überengagierten Emanzchen.“

Ihre Karikaturen zeichnen sich durch eine scharfe Beobachtungsgabe und detailbegeisterte, hintergründige Darstellung von allzu menschlichen, aber auch politischen Themen aus. Diese sind breit gefächert und höchst unterschiedlich: Diät, Mode, Geld, Männer, Weiber, Paare, Alter, Jugendwahn, Bundespolitik, Kirche, Krieg, Neue Weltordnung, Reproduktionstechnologie, Kinder, Tiere, Psycho, Esoterik, Yuppies, Parteitage, Medien, Reisen, tiefer Ernst und höherer Blödsinn.

Kurz: Sie beschreibt den Zeitgeist in all seinen Facetten mit »einem unbestechlichen Blick, der zugleich gemein und liebevoll sein kann«, immer aber »treffsicher und anarchistisch«. Dabei ist die Selbstironie eine der deftigsten Farben auf ihrer Palette.

Franziska Becker, die von 1972 -1976 an der Kunstakademie in Karlsruhe – ab 1973 bei Markus Lüpertz – studierte, erhielt  zahllose Auszeichnungen. Sie wurde mit dem renommierten „Max-und-Moritz-Preis“, dem „Göttinger Elch“ für ihr Lebenswerk und 2013 mit dem „Wilhelm-Busch-Preis“ ausgezeichnet und steht damit in einer Reihe mit den großen der Satire wie u.a. Loriot.

Beim Kunstverein Tauberbischofsheim ist sie nach ihrer Ausstellung im Jahr 1990 (damals mit Papan) jetzt mit einer Einzelausstellung vertreten.

Zur Eröffnung am Sonntag, 29. Juni 2014 um 15 Uhr im Engelsaal, Blumenstr. 5  (hinter dem Rathaus) sind alle Interessierten eingeladen. Franziska Becker wird anwesend sein

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt noch bis 27. Juli zu sehen. Öffnungszeiten sind jeweils samstags, 11 bis 13 Uhr, und sonntags, 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

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