„Sensationelle und einmalige Lebensleistung“

Gerhard Münch zum Ehrenpräsident des Blasmusikverbands Odenwald-Bauland ernannt

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(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) „Sensationell und einmalig“ nannte Helmut Rau als Präsident des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) die Lebensleistung von Gerhard Münch, der nach seiner Rechnung unglaubliche 417 Jahre im Ehrenamt geleistet habe.

Einen großen Teil dieser Zeit hatte er mit Leidenschaft der Blasmusik als Musiker, Dirigent, Motivator für die Jugend und in verschiedenen Ämtern des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland bis hin zum Präsidenten gewidmet. Doch parallel dazu engagierte er sich in bis zu 15 Ehrenämtern gleichzeitig u.a. im Fußball, im Tennis, im Golf, im BdS, der Kommunalpolitik, als Organist und Chorleiter. Im würdigen Rahmen der Verbandsorchesterpremiere unter Stabführung von Volker Metzger in der bis auf den letzten Platz besetzten Seckachtalhalle wurde er nun als Präsident des Blasmusikverbandes offiziell verabschiedet und zum Ehrenpräsidenten ernannt. Gleichzeitig konnte er sich erneut davon überzeugen, wie harmonisch und kooperativ sein Nachfolger Herbert Münkel und das neue Präsidiumsteam ihre Aufgaben meistern und wie hervorragend sein Wunschtraum  „Verbandsorchester“ sich musikalisch präsentiert.

Die Moderation des Abends hatte Verbandsdirigent Gerhard Schäfer übernommen, der neben Ehrengast Gerhard Münch und Ehefrau Renate besonders BDB-Präsident Helmut Rau, MdB Margarete Horb, Landrat Dr. Achim Brötel sowie Bürgermeister Thomas Ludwig und zahlreiche Ehrenmitglieder, Vertreter von Mitgliedsvereinen, aber auch Familie und Freunde des Ehepaars Münch begrüßte. Er hob hervor, dass man dem Bildungsauftrag von Bund und Land mit zahlreichen Lehrgängen und Seminaren nachkomme und nannte in diesem Zusammenhang die an diesem Tag erfolgte Abnahme von rd. 50 Jungmusikerleistungsabzeichen sowie die Generalprobe des neuen und leistungsstarken Verbandsorchesters.

Wie stark Gerhard Münch die Musikerjugend geprägt hat, wurde zunächst deutlich in den Grußworten von Bürgermeister Ludwig und Landrat Dr. Brötel, die beide einst zu dieser Jugend gehörten und die neben der Musik und zahlreichen beruflichen Berührungspunkten seit Jahrzehnten eine tiefe persönlich Freundschaft mit Gerd Münch verbindet. Selbst Margarete Horb, die nach eigener Aussage eher am Klavier zuhause ist, gab zu, dass der ländliche Raum ohne Blasmusik nicht denkbar wäre und verband diese auch mit den christlichen Werten.

Die Übergabe der Urkunden zum Jungmusikerleistungsabzeichen durch Verbandsjugendleiter Martin Heß und Geschäftsführerin Karin Heiler an die „Zukunft der Blasmusik“ unter dem Motto „Alles an einem Tag“ machte aber auch die Effektivität des Blasmusikverbandes deutlich, dessen Organisation Münch fast 40 Jahre im Präsidium und die letzten 17 Jahre als Präsident geprägt hat. Helmut Rau betonte in seiner Laudatio, dass ihm noch keine bemerkenswertere Laufbahn im Ehrenamt begegnet sei als die von Gerd Münch. Ein solches Engagement sei nur möglich, weil dieser teamfähig, gut strukturiert, ohne Scheu vor Verantwortung und als begeisterter Musiker mit Leidenschaft bei der Sache gewesen sei.

Wie in allen Grußworten und Laudationes des Abends deutlich wurde, war der zu Ehrende 54 Jahre lang aktiver Musiker (Trompete und Saxophon), 34 Jahre lang Dirigent des Musikvereins Mudau und ab 1964 zusätzlich in den unterschiedlichsten – nicht nur blasmusikalischen – Ehrenämtern aktiv, ab 1975 als Präsidiumsmitglied, ab 1983 als Vizepräsident und seit 1997 als Präsident des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland.

Als sein Nachfolger in diesem Amt betonte Herbert Münkel, Gerd Münch könne am besten mit diesem Titel charakterisiert werden. Dabei stehe das „Präs“ für eine nahezu hundertprozentige Präsenz bei den Veranstaltungen im Flächenverband, der von Weinheim bis an die Stadtgrenze von Würzburg und vom Odenwald bis in den Kreis Heilbronn reiche. Das „ident“ zeige die übergroße Identifikation mit seiner Aufgabenstellung und der Fürsorge um das Wohl der Verbandsvereine und der Blasmusik. Für seine Lebensleistung wurde Gerd Münch gleich doppelt ausgezeichnet.

Von Helmut Rau mit der äußerst selten verliehenen „Sonderehrennadel mit Brillant“ als „Geheimwaffe“ des BDB für diejenigen, die eigentlich schon alle Würdigungen erhalten haben. Und von Herbert Münkel mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland. Präsente von Verband, Kommunen und Landkreis sowie eine Blumenpräsent für Renate Münch als Dankeschön schlossen sich ebenso an wie gleich zweimal lang anhaltende „Stehende Ovationen“ aller Gäste der Seckachtalhalle. Der anspruchsvolle blasmusikalische Rahmen begann mit „A Festival Prelude“, steigerte sich zu „Arioso“, „Mantua – Freiheit des Adlers“, „West Side Story“, einem Ehrungsmarsch sowie dem abschließenden „Jubilate“, nachdem Gerd Münch sich bei all seinen Wegbegleitern und der Familie für das harmonische Miteinander bedankt und deutlich gemacht hatte, dass 1950 alles mit ein bisschen Neugier, Abenteuerlust und viel Mut in der Feuerwehrkapelle Mudau begonnen habe.

Zusammen mit zwei Freunden schloss er sich damals ohne irgendeinen musikalischen Schimmer der Kapelle an und erlernte praktisch als Autodidakt sein Instrument. Ein paar Jahre, nachdem die Feuerwehrkapelle sich aufgelöst hat, wurde der Musikverein Mudau ins Leben gerufen und mangels „Fachpersonal“ hatte er sich bereit erklärt, „vorübergehend“ die musikalische Leitung zu übernehmen. Daraus seien 34 Jahre und eine unauslöschbare Leidenschaft für die Blasmusik sowie ein Jugendorchester mit 65 Nachwuchsmusikern geworden. 

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(Foto: Liane Merkle)

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