Sieben auf eine Streich – zehn Jahre später

 Sieben

Deutlich mehr Platz als noch vor zehn Jahren brauchte es für eine Neuauflage des alten Babyfotos (siehe Bildausschnitt), das nach dem 29. Februar 2004, an dem in Mosbach sieben Kinder auf die Welt gekommen waren, in den Zeitungen erschienen war. Was auch, aber nicht nur an Dr. Reichardt und Dr. Hahnfeldt lag, die sich bei der Neuauflage dazu gesellten. (Foto/Repro: RNZ/LRA)

Mosbach. (lra) 2004 war ein Schaltjahr, ein Jahr also, in dem der 29. Februar zusätzlich eingeschoben („geschaltet“) wurde. Dass ausgerechnet an diesem ganz besonderen Tag, den es nur alle vier Jahre gibt, im Mosbacher Kreiskrankenhaus – heute Neckar-Odenwald-Kliniken – nicht weniger als sieben Kinder geboren wurden, ging in die Annalen des Krankenhauses ein. Izabela Damzog, die damals als Hebamme vom Frühdienst direkt in die Bereitschaft ging, also notgedrungen quasi im Dauerdienst war, hatte die Idee, zehn Jahre später alle sieben Kinder mit ihren Eltern einzuladen. Und tatsächlich nahmen immerhin sechs der sieben Schalttagskinder, die alle noch im Raum Mosbach bzw. im benachbarten Neudenau leben, diese Einladung auch an.

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Kiara, Mirco, Julian, Ariane, Fabian und Albert heißen die mittlerweile Zehnjährigen. Dr. Helmut D. Reichardt, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand vor fünf Jahren Chefarzt der Entbindungsstation, war es ein Herzensanliegen, selbst in Augenschein zu nehmen „was aus den Babies von damals geworden ist“. Schließlich, so der Mediziner, denke er gern an seine aktive Zeit zurück und fühle sich den Kliniken bis heute verbunden. Dr. Klaus Hahnfeldt, der heutige Chefarzt, übernahm die Begrüßung: „Dass ihr alle heute mit euren Eltern da seid, spricht dafür, dass vor zehn Jahren die Dinge gut gelaufen sind. Damals wie heute bemühen wir uns sehr um unsere Geburtshilfe und wir freuen uns, wenn wir über Aktionen wie diese eine Bestätigung unserer Arbeit bekommen.“ Diese Arbeit fand am 29. Februar 2004 – übrigens auch noch ein Sonntag – tatsächlich unter erschwerten Bedingungen statt; alle Kinder wurden auf natürlichem Weg entbunden, was bei nur zwei Kreißsälen räumliche Engpässe zur Folge hatte. Fabian beispielsweise erblickte im Aufnahmezimmer das Licht der Welt, seine Mama verbrachte die erste Nacht mit den Neugeborenen im Kinderzimmer. Er findet seinen ungewöhnlichen Geburtstag im Übrigen „ganz okay“. Jedenfalls wüssten alle Schulkameraden, wann er geboren ist, fügt er ein bisschen stolz hinzu: „Weil die Lehrer mit meinem Geburtstag immer das Schaltjahr erklären.“ Ariane dagegen findet es „doof“, an einem Schalttag geboren zu sein. Einige der Kinder, die am 29. Februar vor 12 Uhr geboren wurden, feiern in Nicht-Schaltjahren am 28. Februar, die später Geborenen nehmen den 1. März. Wieder andere geben sich flexibel und feiern einfach dann, „wenn es besser passt“. Und darin waren sich alle Kinder natürlich einig: Das Wichtigste sei, dass überhaupt gefeiert wird.

Dr. Hahnfeldt, Dr. Reichardt und die Hebammen Izabela Damzog und Regine Zepf luden Eltern und Kinder zu einem Rundgang durch die Entbindungsstation ein. Der Rundgang war möglich, weil gerade keine Geburt anstand. „Sieben Entbindungen an einem Tag müssen nicht wirklich sein, aber grundsätzlich freuen wir uns natürlich über jede Schwangere, die sich für eine Entbindung bei uns in Mosbach oder Buchen entscheidet. Dafür arbeiten wir.“ 

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