G8+ als Erfolgsmodell am APG

Neckarelz. (pm) Die Diskussion um G8 und G9 in der Bildungsdebatte ist für die Landtagsabgeordnete, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, im Kern begrüßenswert.

“Die Debatte darf allerdings nicht auf die Schulzeit reduziert werden, sondern die Qualität der Bildung muss dabei im Vordergrund stehen”, stellt die Abgeordnete fest. Die Erfahrungen mit G8 zeigten, dass die Probleme durch die schlecht organisierte Einführung der ehemaligen schwarz-gelben Landesregierung hausgemacht sind und es für einen Teil der Schülerinnen und Schüler in dieser Ausführung nicht die passende Schulform darstelle.

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“Wir stehen nun in der Pflicht mit dieser Situation zu arbeiten, aber auf keinen Fall dürfen wir reflexartig eine Rolle rückwärts antreten. Aus meiner Sicht müssen wir für die Stärkung des Gymnasiums neue Wege finden und nicht auf die alten Pfaden zurückkehren. Ein gutes Beispiel, wie es funktionieren kann, ist das Modell des G8+, wie es am APG entwickelt wurde und erfolgreich umgesetzt wird“, so Schneidewind-Hartnagel. Die Abgeordnete ließ sich von der Arbeitsgruppe G8+ am Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach-Neckarelz, gemeinsam mit der Schulleiterin Regine Schmock und den am Konzept maßgeblich beteiligten Lehrern das landesweit beachtete Modell G8+ vorstellen.

Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Elternbeirätinnen und Lehrerinnen und Lehrern der Schule, entwickelte bereits vor Jahren dieses neuartige Konzept, das aufbauend auf dem G8-Curriculum durch Rhythmisierungsstunden die Schülerinnen und Schüler besonders in der Unterstufe entlastet und die Stundentafel in der Mittelstufe entzerrt. In den „notenfreien“ Stunden der Rhythmisierung, wird sowohl die Vertiefung des Unterrichtsstoffes als auch Bewegung, Entspannung und Sozialkompetenz angeboten. Das G8+ entfaltet hier seinen besonderen Reiz und kommt den Bedürfnissen der Mädchen und Jungen besonders entgegen und unterscheidet sich damit deutlich vom alten G9.

Dass das Modell auch in der Praxis hervorragend funktioniert, beweist das APG als eine von 44 landesweiten Modellschulen, denen ein „G9“-Zug wieder zuerkannt wurde. Schulleiterin Regine Schmock kann die Akzeptanz und Wertschätzung der Eltern und Schüler für diese gymnasiale Schulform anhand der positiven Rückmeldungen und der Anmeldezahlen beeindruckend belegen. Bei der Einführung war die landesweite Nachfrage aus anderen Schulen besonders hoch und fand etliche Nachahmungen, wie Oberstudienrat Karl Stumpf, betonte.

Schneidewind-Hartnagel zeigte sich beeindruckt von der Ausdauer der Arbeitsgruppe dieses Konzept auf den Weg gebracht zu haben und bedankte sich dafür stellvertretend bei der Leiterin der AG Brita Heck. „Mich überzeugt das Konzept und die Idee, die von Anfang dahinter stand: Schule an die Lebenswelten und Bedürfnisse von Kindern und jungen Erwachsenen anzupassen.“

Die Abgeordnete versprach das Konzept nun in die Fraktion zu tragen: „Vielleicht kann dieser Ansatz Einigkeit erzeugen, wo man sich derzeit noch uneins ist“, so Schneidewind-Hartnagel. Schulleiterin und Politikerin waren sich einig, dass die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg in Zukunft auf zwei Säulen stehen wird. Ein gutes Gymnasium und eine starke Gemeinschaftsschule können gerade auch im ländlichen Raum und bei rückläufigen Schülerzahlen wohnortnah jeden Schulabschluss anbieten und tragen damit zur Attraktivität des Neckar-Odenwald-Kreis bei.

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