St. Martin in Steinbach feiert vierfach

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Langjährige Chormitglieder zusammen mit Präses Pfarrer Bier, Dekanatschorvorsitzender Bernd Rathmann. (Foto: Liane Merkle)

Steinbach. (lm) „Dies ist ein großer Tag, den wir gemeinsam feiern“ – dachten sich die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde und des Kirchenchores „St. Martin“ Steinbach und legten Pfarrfest, Einweihung von neuem Glockenstuhl und saniertem Kirchenaußenbereich zusammen mit dem Silberjubiläum des Kirchenchors „St. Martin“ und dem 60-jährigen Organistenjubiläum von Gerhard Münch. Also jede Menge Gründe, ordentlich zu feiern und gleichzeitig zu zeigen, dass die Dorfgemeinschaft in Steinbach zusammenhält.

Den Auftakt zu den Feierlichkeiten hatte ein kurzweiliger Liederabend am Samstag gebildet und im Rahmen des Festgottesdienstes zu Ehren von Petrus und Paulus, den der gemischte Chor Reisenbach unter Dirigent Werner Scheuermann überaus gelungen musikalisch umrahmte, zog Pfarrer Werner Bier dann zunächst die Parallelen zwischen den Briefen der beiden Heiligen, die genau das fordern, was in Steinbach mit seinem aktuellen „Quadro-Fest“ schon lange Realität sei.

„Ehrenamtliches Zusammenwirken, jeder nach seinen Gaben, in einer Einheit, die in der Vielfältigkeit der Menschen ihre Lebendigkeit dokumentiert.“ Pfarrer Bier sah in dem hier gelebten Ehrenamt die Zukunft der neuen großen Seelsorgeeinheit. Nach dem Gottesdienst ging Pfarrgemeinderätin Barbara Hofmann kurz auf die jüngst abgeschlossenen Sanierungsarbeiten in und um die Kirche ein. Demnach wurde der Glockenstuhl komplett zerlegt, sandgestrahlt, mit neuer Technik aufgebaut und mit einem Zwischenboden versehen. Weiter wurde in der Sakristei eine Heizung installiert, Stühle und Schränke angeschafft sowie der Zugang zur Kirche saniert und sicher begehbar gemacht. Mit einem Dank an Dipl.-Ing. Wolfgang Niemesch für die professionelle Organisation dieser Arbeiten leitete Barbara Hofmann über zu den Ehrungen, die sowohl von der Kirchengemeinde zusammen mit Pfarrer Bier als auch von Alois Landeck als Vorsitzenden des Kirchenchores und seiner Stellvertreterin Renate Schäfer-Münch sowie von Bernd Rathmann als Dekanatschorvorsitzenden durchgeführt wurden.

Mit dem Albert-Schweitzer-Zitat „eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele“ würdigten sie zunächst die Verdienste von Gerhard Münch, der das seltene Jubiläum von sechs Jahrzehnten als Organist feiern durfte. Gerhard Münch hat diesen Dienst am 1. Advent 1954 begonnen, nachdem er sich das Orgel spielen als Autodidakt selbst beigebracht hat. In den ersten Jahren spielte er zu den täglichen Gottesdiensten ebenso zuverlässig wie an den Sonntagen. Mittlerweile kommt er in 25 Pfarreien auf rd. 700 bis 900 Orgelstunden jährlich, und zwar vollkommen ehrenamtlich. Hervorgehoben wurde dabei auch, dass der Jubilar seinen Dienst zu allen Zeiten lebendig vollzogen, sich der Aktualität der jeweiligen Zeit angepasst und beispielhaft gewirkt habe. Das gelte auch für seine 25-jährige Chorleitertätigkeit beim Kirchenchor Steinbach, dessen Sängerinnen und Sänger ihn als „Vater“ bzw. Gründer des Klangkörpers sehen. „Sie haben mit ihrem Dirigenten Gerhard Münch das große Los gezogen, es ist ihm gelungen, aus der Singgruppe wieder einen Kirchenchor zu formen!“ Die Verdienste von Gerhard Münch wurden gewürdigt durch die Kirchengemeinde mit einem Reisegutschein, durch seinen Chor mit Urkunde und Präsent und durch Dekanat und Diözesanverband mit Urkunde und Ehrengabe.

Als erst zweiter 1. Vorsitzender des Kirchenchors in den 25 Jahren seines Bestehens wurde Alois Landeck für seinen überdurchschnittlich engagierten Einsatz über Jahre hinweg durch seine Stellvertreterin Schäfer-Münch mit Urkunde und Präsent ausgezeichnet. Danach ging er kurz auf die Chronik des Silberjubilars ein, bevor er zusammen mit Bernd Rathmann die noch aktiven Gründungsmitglieder Brunhilde Banschbach, Brigitte Fabrig, Gertrud Förtig, Christa Herkert und Silvia Schild aus dem Vorstand sowie Gerhard Münch, Bernhard Fabrig, Manfred Fabrig, Otmar Farrenkopf, Rosemarie Haibt, Edeltrud Hofmann, Michael Müller, Rosemarie Müller und Anneliese Trunk mit Urkunde und Präsent auszeichnete.  

Für 10jährige aktive Treue wurden geehrt Betina Banschbach, Sonja Hofmann, Carina Müller, Silke Müller und Leontine Schell. „Lassen wir uns anstecken von ihrer Zuverlässigkeit, der Liebe zur Musik, dem Mut zum Zeugnis, zum Verzicht, der gezeigten Solidarität und dem Gemeinsinn“, Bernd Rathmann hob weiter hervor, dass dauerhafte Bindung an eine Gemeinschaft wie den Kirchenchor kein Auslaufmodell ist und es kaum eine Gruppe in einer Gemeinde sich häufiger treffe du Gemeinschaft dokumentiere als ein Chor. Dies bestätigte auch Ortsvorsteher Georg Moser in seinen Grußworten und Glückwünschen für die Steinbacher, bevor Renate Schäfer-Münch die Feierstunde mit einem Dank an alle, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, schloss.

Der feierliche Auszug aus der Kirche zum Festplatz wurde begleitet von der Mudauer Trachtenkapelle unter Leitung von Ralph Müller, die mit einem Standkonzert den Festbetrieb eröffnete. Hier war neben guter Bewirtung für die Kinder eine interessante Kirchenralley und Kinderschminken geboten, für die Erwachsenen Führungen mit Bernhard Fabrig in die 1494 erbaute Martinskapelle, ein ergreifendes Orgelkonzert mit Kevin Schäfer und die gesangliche Bereicherung durch den Kirchenchor Hainstadt.

 

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