Hebammen haben „schönsten Beruf der Welt“

Hebammen schoenster Beruf

So sieht pures Glück aus: Die Eltern der kleinen Elina Marie strahlen mit der Hebamme Regine Zepf um die Wette. Die Hebamme hat in den 25 Jahren ihrer Berufstätigkeit an den Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach schon weit mehr als 1000 Babies auf die Welt gebracht – und sie ist immer noch fasziniert von dem „Wunder der Geburt“. (Foto: LRA)

Mosbach. „Ich habe den schönsten Beruf der Welt“, erklärt Regine Zepf aus Mosbach. Das sagen andere auch. Aber wenn man den Schilderungen der Hebamme zuhört, dann kann man die Faszination, die sie auch nach 25 Jahren noch bei ihrer Arbeit empfindet, zumindest ein großes Stück nachvollziehen.

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Regine Zepf arbeitet seit 1987 dort, wo sie 1961 im damals noch nagelneuen Kreiskrankenhaus selbst geboren wurde: im Kreißsaal der heutigen Neckar-Odenwald-Kliniken, Standort Mosbach. „Eigentlich wollte ich ja Lehrerin werden“, erinnert sich die Mosbacherin: „Aber nach einem Praktikum, währenddessen dann auch noch mein erstes Patenkind zur Welt kam, war mir klar, dass Hebamme meine Berufung ist.“ Die Ausbildung absolvierte sie in Heidelberg, dann kamen eineinhalb Jahre Arbeit als Hebamme in Heilbronn. „Zum Erfahrungen sammeln“, wie sie heute sagt. Denn sie wollte in jedem Fall zurück nach Mosbach: „Der familiären Atmosphäre wegen. Die hat mich schon während meines Praktikums begeistert und das ist über die Jahre auch so geblieben. Fließbandarbeit liegt mir nicht.“

Weit über 1000 Babies haben mit ihrer Hilfe bisher das Licht der Welt erblickt. Nicht eingerechnet sind da die eigenen drei Kinder, die sie – natürlich – auch in Mosbach entbunden hat. „Das war jedes Mal fast wie eine Hausgeburt“, erinnert sich Regine Zepf: „Ich habe meinem Mann Anweisungen gegeben, was er mir aus der zweiten Schublade von oben bringen soll.“ Nach dem Erziehungsurlaub ist sie immer wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Und sie hat eine Zusatzausbildung absolviert, die sie berechtigt, an Schulen in ganz unterschiedlichen Altersstufen über den Themenkomplex Schwangerschaft und Geburt zu referieren. „Da kommt dann doch mein erster Berufswunsch ein bisschen durch“, sagt sie lächelnd.

Ansonsten ist aber der Kreißsaal ihr Reich. Die werdenden Mütter lernt sie als angestellte Hebamme in der Regel erst kurz vor der Entbindung kennen. Das sei immer wieder spannend, sich individuell auf ganz unterschiedliche Menschen in einer absoluten Ausnahmesituation einzustellen. „Die Frauen machen da sehr oft Grenzerfahrungen. Dabei begleite, unterstütze und ermutige ich sie. Auch gestandene Männer brechen in dieser Situation schon mal in Tränen aus. Wenn das Kind dann irgendwann aber geboren ist und die glücklichen Eltern ihr Baby im Arm halten, dann stehen auch mir manchmal noch die Tränen in den Augen“, so Regine Zepf: „Ich sehe es einfach immer noch als ganz großes Geschenk an, bei so etwas Großartigem und gleichzeitig Persönlichem dabei sein zu dürfen.“

Natürlich gibt es immer wieder auch schwierige Situationen, wenn ein Kind behindert oder sogar tot zur Welt kommt oder wenn die Mutter ernste gesundheitliche Probleme bekommt. Auch damit, so die Hebamme, müsse man umgehen lernen und die richtige Mischung aus Anteilnahme und professioneller Distanz finden. „Aber die allermeisten Geburten gehen gut aus. Auch wenn die Mütter, wenn sie stundenlang in den Wehen liegen, sich das überhaupt nicht vorstellen können“, lächelt die Hebamme, die sich dabei durchaus auch auf ureigene Erfahrungen berufen kann. Sie ist im Übrigen kein Freund des sogenannten „Wunschkaiserschnitts“. Die Risiken dieser eigentlich großen Operation werden ihrer Meinung nach viel zu sehr verharmlost: „Die Frauen heute haben im Gegensatz zu früher oft kein Gefühl mehr für den eigenen Körper. Viele sind zu sehr kopfgesteuert, haben –zig Ratgeber gelesen, aber kein Vertrauen mehr in das, was die Natur und ihr Körper zu leisten imstande sind. Die Vorstellung der Vorgänge bei einer Geburt macht ihnen unnatürlich viel Angst. Dagegen versuche ich nicht nur im Kreißsaal, sondern auch in den Schulen anzugehen.“  

Dafür braucht es natürlich Zeit. Die nehmen sich Regine Zepf und ihre Kolleginnen ganz bewusst, auch wenn der Kostendruck in den Kliniken durchaus spürbar ist. Unverändert wird aber Teamgeist auf dieser Station seit vielen Jahren groß geschrieben, alle fühlen sich als große Familie. „Das spüren die werdenden Mütter auch“, ist sich Regine Zepf sicher. Die Eltern der kleinen Elina aus Neudenau, die vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt, bestätigen diese Annahme jedenfalls uneingeschränkt: „Frau Zepf hat uns bei der Geburt die allerbeste Unterstützung gegeben. Und dafür sind wir unendlich dankbar. 

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4 Kommentare

  1. Ganz ganz großes Lob an die Hebammen in Mosbach! Für mich käme kein anderes krankenhaus in frage! Habe mich richtig wohl gefühlt!

  2. Würde auch in kein andres krankenhaus gehen!war sehr zufrieden und hab mich auch wohl gefühlt:-)

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