Auf dem „American way of Life“

2014 07 11 PPP Stipendiat Julian Ekert  1

Margaret Horb MdB (Bildmitte) mit PPP-Stipendiat Julian Ekert (rechts) sowie seinen Eltern und seinem Bruder (links) bei einem Treffen in Tauberbischofsheim. Im Hintergrund CDU-Wahlkreisabgeordneter Alois Gerig MdB. (Foto: pm)

Grünsfeld. (pm) Für den 15-jährigen Schüler Julian Ekert aus Grünsfeld erfüllt sich dank der Osterburkener CDU-Bundestagsabgeordneten Margaret Horb der Traum vieler Jugendlicher. Ein Jahr lang darf er als Austauschschüler den „American way of life“ selbst kennen lernen. Möglich macht dies ein Stipendium des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP), ein Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. Margaret Horb hat Julian Ekert für das Stipendium ausgewählt. Im August geht es für ihn in die USA.

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Bei einem Treffen mit seiner Patenabgeordneten Margaret Horb vor kurzem in Tauberbischofsheim zeigte sich der Auswanderer auf Zeit, der dieses Jahr an der Realschule in Lauda die Mittlere Reife gemacht hat, voller Vorfreude auf das große Abenteuer. Wohin genau die Reise geht, steht schon seit einiger Zeit fest: nach Lansing in Bundesstaat Michigan. Dort lebt seine Gastfamilie, bestehend aus Vater Kenneth, Mutter Charlotte sowie den Geschwistern Zachary (16), Tiffany (13) und Emily (6). Ab 02. September wird Julian Ekert die Holt High School besuchen. Mit den Mitgliedern seiner Gastfamilie konnte er sich zumindest gedanklich schon ein wenig vertraut machen. So weiß er, dass sie großen Wert auf Familie legen, sonntags regelmäßig den Gottesdienst besuchen, an Sport interessiert sind und in einer ruhigen Gegend der Stadt in einem kleinen Haus leben. Darin wird Julian, ebenso wie seine drei Gastgeschwister, sein eigenes Zimmer bewohnen.

Die Gasteltern erwarten, dass er dieses selbst sauber und sich auch sonst an die Familienregeln hält. Dazu gehört beispielsweise eine abendliche „Sperrstunde“, ab der die Kids zu Hause sein müssen. Ansonsten, schrieben die fünf, freuten sie sich sehr darauf, Julian endlich persönlich kennenzulernen, ihm etwas von der amerikanischen Kultur zu vermitteln und umgekehrt von ihm etwas über Deutschland und die Deutschen zu lernen. 

Ein wenig aufgeregt ist Julian Ekert dennoch; zumal er weiß, dass er als PPP-Stipendiat auch ein „Juniorbotschafter“ seines Heimatlandes ist. Entsprechend gut vorbereitet tritt er seine Reise an: Vom 28. Mai bis 04. Juni absolvierte er in Würzburg ein Vorbereitungsseminar, bei dem neben Kommunikationstraining und praktischen Fragen hinsichtlich des Lebens und Lernens im Gastland auch jede Menge Politik und Geschichte auf dem Stundenplan standen; von Verfassungsgeschichte und Wiedervereinigung bis hin zur Historie und zu innen- wie außenpolitischen Aspekten der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Aber auch mit Themen wie „Grenzen der Anpassung“ oder „Was ist deutsch?“ setzten sich die Stipendiaten zwecks Vorbereitung auf ihren USA-Aufenthalt auseinander.

Margaret Horb hatte als 15-Jährige an einem ähnlichen Programm teilgenommen, das sie als Austauschschülerin nach England führte.  Heute sagt sie: „Ich möchte diese positive Erfahrung nicht missen und freue mich sehr darüber, nun selbst dazu beitragen zu können, dass sich jungen Menschen vergleichbare Möglichkeiten eröffnen. Für die Persönlichkeitsentwicklung ist so etwas von unschätzbarem Wert. Man lernt dabei im wahrsten Sinne des Wortes über den eigenen Horizont hinauszublicken.“ Während des Treffens in Tauberbischofsheim mit Julian, seinen Eltern und seinem Bruder hat sie festgestellt, dass es zwischen ihrer eigenen Familie und der ihres Austausch-Patenkindes „viele Gemeinsamkeiten gibt. Ich fühlte mich bei den Gesprächen manchmal in meine eigene Jugendzeit zurückversetzt.“

Julian Ekerts Vorbereitung auf das Austauschjahr und seine Betreuung vor Ort liegen in den Händen von „Partnership International“, eines gemeinnützigen Vereins für internationale Begegnungen und Austauschprogramme. Der Verein baut auf einer über 50-jährigen Erfahrung als Austauschorganisation auf und begleitet seit 1993 in 60 Bundestagswahlkreisen das Parlamentarische Patenschaftsprogramm.


Daneben wird das Berliner Abgeordnetenbüro von Margaret Horb dem Stipendiaten während seines USA-Aufenthalts als Anlaufstelle zur Verfügung stehen. Die Abgeordnete hat mit dem Schüler vereinbart, dass man sich alle sechst Wochen austauscht. Außerdem erwarte Horb, dass ihr Patenschüler in den USA das tagespolitische Geschehen verfolgt und sich mit seiner Gastfamilie darüber austauscht. „Er kann zum Beispiel von meinem Büro jederzeit Informationen über aktuelle Debatten und Aktivitäten im Bundestag oder aus dem Neckar-Odenwald-Kreis erhalten. Und falls er in den USA Kontakt mit dem örtlichen Kongressabgeordneten aufnehmen möchte, sind wir auch dabei sehr gerne behilflich“, erklärt sie.

Vorteile eines Austauschjahres sieht Margaret Horb nicht nur für die Stipendiaten, sondern auch für deren Gastfamilien: „Einem jungen Menschen aus einem anderen Land, einer anderen Kultur, über einen längeren Zeitraum ein Zuhause zu bieten und ihn in die eigene Familie zu integrieren, ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Oft entstehen daraus lebenslange Freundschaften. Ich wünsche Julian von Herzen ein Jahr voller schöner und prägender Eindrücke und bin mir ziemlich sicher, dass die kommenden Monate ihn noch reifer und verantwortungsbewusster werden lassen als er für sein Alter ohnehin schon ist.

 

Auch im kommenden Jahr werden wieder Stipendiaten in die USA reisen. Bewerbungen sind noch bis zum 12. September 2014 unter www.bundestag.de/bundestag/europa_internationales/internat_austausch/ppp/ möglich. 

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