Ein Bild lügt mehr als 1000 Worte

Kenneth Weidlich informierte bei der SPD-AG 60plus über Foto-Manipulationen

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Auf größtes Interesse bei den SPD-Ortsvereinen des Kreisverbandes Neckar-Odenwald, aber auch bei vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus dem gesamten Landkreis stieß das Angebot der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft 60plus unter ihrem Vorstand Wilfried Nies und Hildgund Beichert. Auch der langjährige Landtagsabgeordnete Gerd Teßmer gehörte zu der großen Zuhörerschar, als Kenneth Weidlich vom SPD-Ortsverein Binau über Bildmanipulationen in Vergangenheit und Gegenwart referierte.

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In seiner Einleitung vermittelte der Referent mittels Beispielen, wieweit heute in den Print- und Bildmedien leicht bis total veränderte und manipulierte Foto für „echt“ an die Öffentlichkeit gelangen. Er fasste seine Erkenntnisse über die möglichen „Verschönerungen“ oder „Hinzufügungen“ mit dem Satz zusammen: „Ein Bild lügt mehr als 1000 Worte“.

Aus der Tatsache heraus, dass Zeitungs- und Printmedien-Leser Fotos nur kurz, aber nicht intensiv anschauen, komme dem Wert eines Fotos, Interesse oder Sensationen zu wecken, immer höhere Bedeutung zu. Aus dem oft berechtigten Anliegen, wichtige Personen in einem günstigen Licht erscheinen zu lassen, würden schon lange Schnappschüsse nachbearbeitet. Da Bilder mit oder ohne Text wahrgenommen werden und besser in Erinnerung bleiben als reine Texte, sei das Bild nicht nur als Blickfang in der Presse wichtig, sondern auch als Vermittlung von gewollten Eindrücken.

Kenneth Weidlich brachte eine Vielzahl von Beispielen für gewollte Wahrnehmungen in Politik- und Nachrichten-Sendungen, die allerdings nicht immer Fehlinterpretationen auslösen sollen. Aber es sei klar, dass nicht selten Täuschungen gewollt sind und auch wirtschaftlich genutzt würden. Meist gehe es „nur“ um begleitende Fotos für Spezialmeldungen, es komme aber auch vor, dass Manipulationen und Täuschungsabsichten bewusst zur Schädigung von Persönlichkeiten oder zur Fehlinterpretation von Ereignissen eingesetzt würden.

Weidlich brachte Beispiele aus dem Bereich der kommerziellen Werbung, wie am Erscheinungsbild von Menschen durch vom Betrachter nicht kontrollierbare Veränderungen gewollte Kaufwünsche oder Modetrends erzeugt werden könnten. Die meisten Fotos im kommerziellen Bereich seien heute „nachbearbeitet“. Dagegen sei eigentlich nichts einzuwenden, wenn der Betrachter sich dessen  bewusst sei und sich nicht ausschließlich von Bildern seine Meinung bilde.

Im weiteren Bericht wurde dargestellt, dass sich die politische Propaganda und Werbung dieses Mittels bediene, dadurch aber auch verhindere, dass absichtlich schädliche Fotos als Verunglimpfungsmöglichkeit benutzt oder eingesetzt würden.

Die moderne Informationstechnik ermögliche es, Bilder in ungeahnter Menge zu speichern, zu bearbeiten oder  für Propaganda-Zwecke einzusetzen und Personen auch noch nachträglich in kaum nachprüfbarer Art an Orten präsent sein zu lassen, wo sie zur Zeit der dargestellten und beschriebenen Ereignisse gar nicht waren.

Die Diskussion nach den Ausführungen von Kenneth Weidlich zeigte, dass es wichtig sei, über die technischen Möglichkeiten von Bild-Manipulationen Bescheid zu wissen. Nur dann könnten mit technisch „nachgearbeiteten“ Fotos  Schäden und Stimmungsmache vermieden werden. 

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