„Massiver Ausbau der Windenergie notwendig!“

Vortrag über den Bürgerwindpark „Großer Wald“

Eines der Rotorblätter für den Windpark „Großer Wald“ auf dem hindernisreichen Transport. (Foto: privat)

Buchen. (dz) Das jüngste MPS Energie Gespräch war wie ein Lehrstück aus dem Handbuch über die optimale Energiewende: die Planung, der Bau und Betrieb des Bürgerwindparks „Großer Wald“ in Buchen-Hettingen/Rinschheim. „Wir wissen, dass wir zügig auf Sonne und Wind umsteigen müssen“, begrüßte SUN-Vorsitzende Christine Denz die im „Prinz Carl“ in Buchen zahlreich erschienenen Zuhörer – aus Neckarsteinach, Eberbach, Mudau, Buchen und dem Raum Hardheim, allesamt potenzielle Standorte für Windparks. Die wichtigste Erkenntnis sei, dass die Bürger mitgenommen werden und auch finanziell Nutzen ziehen müssten. Besonders die Menschen im ländlichen Raum profitierten von den erneuerbaren Energien in Form von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung, wie dies beispielsweise auch an den vielen Solardächern im Landkreis abzulesen sei.

Als Referenten eingeladen waren mit Uwe Steiff und Bernd Brunner die Geschäftsführer des Windparks „Großer Wald“. Die erste Anlage wurde von Ministerpräsident Kretschmann „himself“ im Herbst 2013 in Betrieb genommen. Im Vorfeld der Planung standen die Information und das Werben um Akzeptanz. Ohne diese beiden „ginge nichts“, so der Buchener Maschinenbaumeister und Firmeninhaber Steiff und der Mosbacher Dipl.-Ing. für Landschaftspflege Brunner unisono. 1,8 km Entfernung zum Aussiedlerhof und über zwei Kilometer zur nächsten Wohnbebauung sorgen für den nötigen Abstand.

In guter Zusammenarbeit mit dem Naturschutz sei es gelungen, Standorte zu finden, die letztendlich für alle akzeptabel waren. Äußerst spannende Fotos vom Aufbau der fünf „sanften Riesen“ bekamen die Gäste zu sehen: vom Ausschachten der erstaunlich niedrigen Grube für den Betonsockel, über den diffizilen Transport der einzelnen Teile durch Ort und Wald und das Aufsetzen der Ringe für den Turm bis hin zu der Millimeter-Arbeit, als die je 14 Tonnen schweren Rotorblätter an der Nabe 143 m über Grund angebracht wurden.

Das 25-Millionen-Projekt wird von fast 300 Kommanditisten gemeinschaftlich als Bürgerwindpark betrieben. Diese kommen überwiegend aus der näheren Region. Viele Privatleute, acht Energiegenossenschaften, die örtlichen Stadtwerke, regionale Banken und die Naturstrom AG sind mit im Boot. Die jährliche Stromproduktion des Windparks beträgt rd. 28 Millionen Kilowattstunden, liefert damit Strom für etwa 7.000 Haushalte.

In der anschließenden Diskussion wurde die aktuelle EEG-Reform mit ihren deutlich erschwerten Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien von allen Seiten sehr kritisch betrachtet. „Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, brauchen wir einen massiven Ausbau auch der Windenergie in Süddeutschland“, so Christine Denz. Strom aus Wind sei eine der technisch effizientesten und kostengünstigsten regenerativen Energiearten geworden. MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., die Partnerorganisation von S.U.N. e.V. , verfolge mit Öffentlichkeitsarbeit aller Art – wie auch mit den MPS Energie Gesprächen – das Ziel einer 100%igen Versorgung der Metropolregion mit erneuerbaren Energien innerhalb möglichst kurzer Zeit.

Infos im Internet:
www.windpark-grosser-wald.de

© www.NOKZEIT.de


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2 Kommentare

    • Sanne, Du bist Mitglied der Gruppe „Böllermann 666 – Party für Heavy Metal Fans“.

      Glaube mir: 5 Minuten Deiner Musik in der üblichen Lautstärke sind schädlicher als 100 Jahre neben einem Windrad wohnen.

      Infraschall ist bisher nichts als Hokuspokus unseriöser „Wissenschaftler“. Ist gibt weder Beweise noch Indizien für eine Schädlichkeit in den üblichen Abständen zu Windrädern.

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