Odenwaldtäler sind Teil von Natura 2000

Erste Informationsveranstaltung zum Managementplan für die Natura 2000-Gebiete „Odenwaldtäler zwischen Schloßau und Walldürn“ und „Lappen bei Walldürn“

Odenwald. (pm) Mit einem Treffen in Mudau gab am Dienstag das Regierungspräsidium Karlsruhe den symbolischen Startschuss für die Erstellung des Managementplans für die Natura 2000-Gebiete rund um Mudau, Buchen und Walldürn. Der gastgebende Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger betonte, dass mit der Managementplanung die bisherige Nutzung und Pflege der Landschaft fortgeführt wird und es daher wichtig ist, dass sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort aktiv an der Erstellung beteiligen.

Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mudau, Buchen und Walldürn, aus den Fachbehörden sowie den örtlichen Verbänden und der Landwirtschaft diskutierten viele Fragen rund um das Thema Natura 2000. Mit dem Schutzgebietsnetz Natura 2000 soll das europäische Naturerbe mit seinem Artenreichtum und typischen Landschaften erhalten werden. Für jedes Natura 2000-Gebiet im Regierungsbezirk erstellt das Naturschutzreferat im Regierungspräsidium Karlsruhe einen Managementplan.

Im Managementplan wird das Gebiet sozusagen mit der „Natura 2000-Brille“ betrachtet: Es werden die zehn Lebensräume und elf Arten begutachtet, die von europäischer Bedeutung sind. Wie Carola Rein vom beauftragten Büro Fabion aus Würzburg feststellte, liegt der Schwerpunkt in den Odenwaldtälern in den naturnahen Bachläufen mit den bachbegleitenden Hochstauden und Auwäldern. Ihr Expertenteam ermittelt, ob zum Beispiel die Groppe tatsächlich in der Morre schwimmt oder welche Wiesen in den zahlreichen Teilgebieten zwischen Schloßau und Walldürn besonders artenreich sind. Im Natura 2000-Gebiet Lappen bei Buchen liegt der Schwerpunkt auf ausgewählten Vogelarten und den Amphibien. Hier kann die Managementplanung auf die langjährigen Erfahrungen im Rahmen der Naturschutzgebietsbetreuung zurückgreifen.

Nach der Bestandsaufnahme werden Ziele und Maßnahmen vorgeschlagen. Sie dienen dazu, die Lebensräume und Arten zu erhalten – oder ihren Zustand gar zu verbessern. Im Herbst 2014 werden alle Ziele und Maßnahmen in einem eigens dafür einberufenen Beirat besprochen. Hier werden die Kommunen, Fachbehörden und Verbände gebeten Beiratsmitglieder zu benennen. Außerdem bat die Verfahrensbeauftragte Martina Büttner vom Regierungspräsidium ausdrücklich auch alle Bürgerinnen und Bürger – besonders natürlich die Landnutzer und Eigentümer – sich zu Wort zu melden: bei der sogenannten „Öffentlichen Auslegung“ oder bei Informationsveranstaltungen.

Die Erhaltung der europäisch bedeutsamen Wiesen, Wälder und Bäche kann nur durch eine enge Zusammenarbeit der Kommunen sowie der Behörden des Naturschutzes, des Forstes und der Landwirtschaft mit den Landnutzern und Flächeneigentümern gelingen. Wichtig ist dabei die Bereitstellung von finanziellen Mitteln. Der Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis kann zum Beispiel für eine zeitlich angepasste Mahd einer artenreichen Wiese finanzielle Unterstützung aus der Landschaftspflegerichtlinie anbieten.

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