„Immer von Zwingenberg geschwärmt“

Schlossfestspiele Zwingenberg – Gespräch mit Bühnenbildnerin Jessica Marquardt

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(Foto: pm) 

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Zwingenberg. (bnc) Jessica Marquardt (28) hat Bühnen- und Kostümbild an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert. Nach Mitarbeit bei diversen Theater- und Filmprojekten ist sie seit 2012 als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig. Im vergangenen Jahr war sie erstmals bei den Schlossfestspielen engagiert. Nun stellt sie sich den Fragen von Barbara Nolten-Casado.

Frau Marquardt, wie kamen Sie nach Zwingenberg?

Durch Alexa Klett, die 2011 und 2012 hier fürs Bühnenbild zuständig war. Sie ist eine ehemalige Kommilitonin von mir. Alexa hat immer geschwärmt von Zwingenberg. Da sie letztes Jahr aus Termingründen nicht dabei sein konnte, schlug sie mich als ihre Nachfolgerin vor. Ich kam dann her, schaute mir das Schloss an und war total begeistert.

Was reizt Sie an der Arbeit bei den Schlossfestspielen?

Die Atmosphäre hier, die netten Menschen, die total schöne Stimmung. Und: man hat hier eine große Bühne und ein kleines Budget. Das ist eine Herausforderung, die kreativ werden lässt. Man muss sich gut überlegen, mit welchen Mitteln man das gestalten kann.

Bauen Sie das Bühnenbild alleine oder haben Sie Helfer?

Ich baue die Kulissen überwiegend selbst. Einzelne Teile haben Leute der Digeno in Mosbach gebaut. Und die Männer von der Technik hier, insbesondere Bühnentechniker Jürgen Brendig, die packen auch mal mit an.

Welche Besonderheiten gilt es fürs Bühnenbild zu beachten bei einer Freilichtaufführung?

Die verwendeten Materialien müssen natürlich wetterfest sein. Und dann sind die Lichtverhältnisse anders als am Theater. Es wird erst nach der Pause richtig dunkel, das bedeutet, das Bühnenlicht greift viel später…

Zar und Zimmermann – die große Oper um Zar Peter I., der auf einer holländischen Schiffswerft als Zimmermann arbeitete… Wie setzten Sie das bühnenbildtechnisch um?

Die Grundidee ist ein hölzerner Schiffsbauch, in dem die Zimmerleute arbeiten. Die ganze Bühne wird da zum Schiff, das die Darsteller im Laufe des Stückes aufbauen –   mit Segeln, Takellage, Steuerrad, Reling… Der Bug wird von den Chorherren angebracht. Am Schluss der Oper ist das Schiff dann fertig, der Zar kann damit abreisen. Und zum Fest sorgen große Lampions für die stimmungsvolle Beleuchtung der Werft. Die hölzernen Rückwände und die kleine Kajüte können übrigens für den rustikalen Hintergrund im zweiten Festspielstück, dem „Weißen Rössl“, genutzt werden.

Wer hat das Bühnenbild entworfen?

Das habe ich gemacht – für Oper und Operette. Ich habe den Regisseuren dann die Entwürfe geschickt, und die waren sofort einverstanden.

Was wünschen Sie sich für die Festspielsaison?

Dass es ein für alle befriedigendes Ergebnis gibt, auf das man stolz sein kann.

Infos im Internet:

www.schlossfestspiele-zwingenberg.de 

 

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