„100 Jahre Erster Weltkrieg“ – kein Grund zum Feiern

 Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger,

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Unser Bild zeigt von links: Karl-Heinz Neser, Dr. Edmund Link, Dr. Norbert Rippberger, Hans Slama, Elke Hofmann-Schnorr und Erich Schnorr. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) „100 Jahre Erster Weltkrieg“ ist sicher kein Grund zum Feiern, dafür aber ein um so wichtigerer zum Nachdenken. Dieser Meinung war nicht nur Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, der im Rahmen der Vernissage zu diesem Thema meinte, dass die Sammlung der gebürtigen Mudauer Elke Hofmann-Schnorr und Erich Schnorr deutlich zeige, wie schnell die Begeisterung der jungen Menschen zum „Krieg spielen“ schon damals in der Realität dem Grauen und der Trauer weicht.

Leider ist Krieg und die Leiden daraus ein Thema, das an Aktualität nie verliert. Doch zum Glück gäbe es auch viele Menschen, die den Pazifismus anstreben und sich interessiert mit der Geschichte – vor allem der Heimatgeschichte und dem Leben der Vorfahren – beschäftigen wie die Resonanz zur Ausstellungseröffnung zeigte.

Unter Anwesenden begrüßte Dr. Rippberger nicht nur Bürgermeister i.R. Wilhelm Schwender und Karl-Heinz Neser als Mitherausgeber von „Unser Land“, sondern auch die Vorsitzenden von VöG Schloßau/Waldauerbach und HVV Dr. Edmund Link und Hans Slama. Darüber hinaus Rektorin Sophie Klopsch, Rektor i. R. Ernst Hauk und Konrektor Walter Hauk und Gernot Hauk sowie zahlreiche interessierte Bürger. Er empfahl die Ausstellung, die bis mindestens 12. September in den bestfrequentierten Räumen und zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu erkunden ist, vor allem den Jugendlichen, die möglicherweise dabei auch ein Stück Geschichte und das Empfinden der eigenen Vorfahren entdecken.

Denn Elke Hofmann-Schnorr und Erich Schnorr (berufsbedingt wohnhaft in Erlangen) präsentieren mit ihrer Sammlung von Bildern, Briefen und Postkarten seit 1909 nicht nur realistische Weltgeschichte, sondern vor allem das Empfingen von Mudauern und Soldaten der Gesamtgemeinde. Wie die beiden erläuterten fiel der „Startschuss“ für diese ungewöhnliche Sammlung 2009, als sie auf dem Speicher des Elternhauses jede Menge solcher Exponate in Sütterlinschrift fanden. Diesen Schatz zeitgenössischer Geschichte, den drei Brüder aus dem Ersten Weltkrieg ihren Eltern Karl und Theresia Schnorr geschrieben hatten, haben sie „übersetzt“, eingescannt und geordnet.

Die Idee zur Ausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ kam vom Erlanger Stadtarchivar und wurde von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger aufgrund des Mudauer Backgrounds zur zu gerne aufgegriffen. Dabei kümmerte sich Elke Hofmann-Schnorr um die Auswahl der Postkarten und Texte, ihr Mann übernahm – unterstützt von Friedl Burkard, Thomas Müller, Manfred Mechler, Renate Kolb, Herbert Scharmann, Christoph Müller, Klemens Scheuermann, Walter Ehrmann, Edeltrud Pirone und Familie Rechner, die intensiven Nachforschungen, welche Mudauer wo gefallen waren.

Das älteste Exponat der historisch interessierten Sammler zeigt eine Postkarte aus dem Jahre 1909, auf der eine Frau Heberle an ihren Bruder schreibt: „Anbei erhältst Du ein Conterfei der Mudauer Besatzungs Mannschaften. Deine beiden Brüder sind auch bei diesen tapferen Verteidigern.“

Auf der Vorderseite stehen 42 Kinder mit Holzspießen, Trommeln und einem Sanitätstrupp militärisch stramm da, ein Kaisermanöver nachspielend. Nachweislich sind einige von ihnen im 1. Weltkrieg gefallen. Die Ausstellung ist aufgeteilt in verschiedene Stationen. Angefangen vom begeisterten „Weg in den Krieg“, über die wichtige Verbindung der Mudauer zur Heimat, immer kritischer werdende Äußerungen und den Wunsch zu überleben, Sterbeorte der Gefallenen und ihre Sterbebilder, Textstellen aus Erinnerungsbücher der Regimenter, eine Gesamtübersicht  zu den 206 Mudauer Kriegstoten sowie die Ahnen der Gefallenen.

„Die Ausstellung soll uns Mahnen, den Frieden im Kleinen wie im Großen mit allen Mitteln zu erhalten“, schloss Elke Hofmann-Schnorr ihre Einführung unter dem Beifall der Anwesenden. Die Exponate können bis mindestens Freitag, 12. September während der Öffnungszeiten des Rathauses Mudau besichtigt werden. Montag Freitag 8 – 12.30 Uhr, Montag und Dienstag 14 – 16 Uhr Donnerstag 14 – 18 Uhr. Eine Verlängerung, um den Schulen einen Besuch nach den Ferien zu ermöglichen, räumte Dr. Rippberger ein. Die Bevölkerung ist eingeladen.

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