50 Jahre Klemens-Maria-Hofbauer-Kapelle

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KMH Kapelle0816 002

(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Pünktlich zum 50 Geburtstag präsentierte sich die Klemens-Maria-Hofbauer-Kapelle am oberen Waldrand in Seckach in strahlend neuem Glanz. Das war dem derzeitigen Betreuer des hübschen Kleinods, Emil Donneberg, wichtig gewesen und dafür hatte er lange im Vorfeld beim Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, zahlreichen regionalen Firmen und noch mehr Privatpersonen um Geld- und Sachspenden gebeten und sie auch erhalten. Zusätzlich hat ihm seine Frau eine wunderschöne Altardecke gestickt mit den Namen der Erbauer, die damit vor 50 Jahren ihre Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht hatten, dass sie nach der Vertreibung und „Wüstenzeiten“ in Seckach eine gute neue Heimat haben finden dürfen.

Die Geistlichen Pfarrer Daniel Dettling und Diakon Manfred Glittenberg machten in ihrer ökumenischen Dankandacht unter würdiger musikalischer Umrahmung durch den Gesangverein Seckach mit Dirigentin Christa Parstorfer deutlich, dass es einen Gott gibt, der mit geht und wirkt – immer und vor allem in Wüstenzeiten. Das hätten die Erbauer am eigenen Leib erfahren. Warum sie für die Kapelle den Namen von Klemens Maria Hofbauer, der bis 1945 als Schutzpatron Südmährens galt, gewählt hatten wurde in der Dialog-Predigt der beiden Geistlichen deutlich, die viele Parallelen zu den Erlebnissen der Vertriebenen aufzeigte.

Die würdige Feierstunde „Am hohen Berg“ fand das Interesse vieler Bürger, darunter auch Ehrenbürger und Bürgermeister i.R. Ekkehard Brand und eine ganze Reihe von Sanierungssponsoren und zeigte auf, warum und wie es zur Erbauung dieser Stätte des Gebets gekommen war, die mit viel Liebe und Herzblut bis heute betreut und gepflegt wird.

Wie Bürgermeister Ludwig in Erinnerung rief, reifte bereits in der zweiten Hälfte der 50er Jahre bei den nach dem II. Weltkrieg in Seckach sesshaft gewordenen Heimatvertriebenen der Wunsch, als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit dafür, dass sie hier eine gute neue Heimat gefunden hatten, einen Ort der Andacht und des Gedenkens zu errichten.

Ab 1960 wurden Spenden gesammelt, der zum Vertriebenenkreis zählende Architekt Helmut Ullmann entwarf den Plan des „mächtigen, an drei Säulen verankerten Satteldachs, über dem sich am Eingang ein stählernes Kreuz erhebt, und das sich schützend über das ganze Bauwerk ausbreitet.“ Weiter wurde die Kapelle bei der Einweihung beschrieben als „Modern gestaltet, fügt sie sich in das Grün des Waldes ein, von dem sie durch die halboffene Bauweise durchdrungen scheint“.

Das Altarbild des heiligen Klemens Maria Hofbauer ist übrigens eine Mosaikarbeit der Buchener Künstlerin Helga Hoffmann. Wie bereits mehrfach erwähnt, erfolgte der Bau komplett in Eigenleistung. Wann immer also nach Feierabend Zeit war, eilten zahlreiche fleißige Helfer zur Baustelle, um das Werk rasch seiner Vollendung zuzuführen. Die offizielle Spenderliste enthält die Namen von 91 Personen und Familien, welche zusammen 3.293 DM beisteuerten, das Gesamtspendenaufkommen lag lt. Presse von damals bei rd. 5.000 DM. Zum Vergleich: der Stundenlohn eines Gemeindearbeiters lag damals bei 3,06 DM. Darüber hinaus wurde der Wert der Eigenleistung sowie der Sachspenden auf zusammen rd. 15.000 DM beziffert. Bis heute kümmern sich die Nachkommen der Erbauer um die Pflege.

Außerdem betonte der Bürgermeister die Bedeutung der Vertriebenen und deren allgemeiner Aufbauleistung für die Gemeinde Seckach, die nach dem Krieg innerhalb von 25 Jahren um 249 Prozent auf 2.090 Einwohner gewachsen war, was ihr in Sachen Infrastruktur und Leistungsfähigkeit außergewöhnliche Anstrengungen abverlangte, nahm aber auch ihre Bedeutung im damaligen Landkreises Buchen deutlich erhöhte.

„Wir tun also gut daran, uns auch heute und in der Zukunft weiterhin als eine gastfreundliche und weltoffene Gemeinde zu positionieren, die heimatlos gewordenen Menschen gerne einen Zufluchtsort bietet – es wird bestimmt nicht zu unserem Schaden sein“ so der Bürgermeister weiter, bevor er hervorhob: „Die Klemens-Maria-Hofbauer-Kapelle kann symbolisch für diese Haltung stehen und dies nicht nur für die Heimatvertriebenen von damals, sondern ganz einfach für uns alle, weil wir hier in Seckach schon längst zu einem großen Ganzen zusammengewachsen sind“.

Mit einem Dank an alle, die zum Gelingen der Feierstunde beigetragen hatten, auch an Roland Bangert von der Gemeindeverwaltung und Wolfgang Blatz vom Bauhof für die organisatorische Unterstützung sowie den Auf- und Abbau, brachte er seinen Wunsch zum Ausdruck, dass sich stets Menschen wie Emil Donneberg und seine Vorgängerinnen und Vorgänger finden mögen, die dieses verborgen-schöne Plätzchen pflegen und in Ehren halten, damit die Klemens-Maria-Hofbauer-Kapelle auch weiterhin ein Ort der Andacht und des Gedenkens bleiben könne, und lud zum „Schwatz“ ins Gasthaus „St. Benedikt“ ein.

 

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