Hundekot landet im Kochtopf

Vom Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Jedermann hat ein Recht auf Erholung in der freien Landschaft. Dazu gehören auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Ackerland und Grünland. „Dabei sollte aber jeder durch sein Verhalten dazu beitragen, dass Natur und Landschaft pfleglich genutzt und vor Schäden bewahrt werden“, mahnt Dirk Büttner vom Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes: „Deshalb sollte das Betreten landwirtschaftlich genutzter Flächen auf die Zeiten ohne Nutzung beschränkt sein. Denn immerhin werden hier hochwertige Nahrungsmittel, Futtermittel und Rohstoffe produziert.“

Als Nutzzeiten gelten auf Ackerland die Zeit zwischen Saat oder Bestellung und Ernte. Das ist  bei Wintergetreide je nach Getreideart die Zeit zwischen September/Oktober und der Ernte im Juli/August, bei Sommergetreide etwa die Zeit von März bis August/September. Winterraps wird ab Mitte August gesät und je nach Witterung im Juli/August des Folgejahres geerntet. Über die gleiche Zeit erstreckt sich somit die Nutzungszeit. Bei Grünland beginnt die Nutzungszeit etwa Ende März, also mit Beginn des Wachstums und endet im Oktober/November.
Aktuell steht der Mais in voller Pracht und gerade Kindern macht es großen Spaß, sich zwischen den hohen Stängeln zu verstecken. Aber auch hier sollte kein Schaden verursacht werden analog der überall zu findenden, sinnlos ausgerissenen Maiskolben, bei denen hinterher regelmäßig festgestellt wird, dass Zuckermais oder der Mais aus der Dose doch besser schmeckt.
Das Befahren landschaftlich genutzter Flächen ist im Übrigen ganzjährig tabu. Leider halten sich zwecks Abkürzung oder „einfach so“ viele nicht daran. Gerade Quads oder die mittlerweile allgegenwärtigen SUV (geländegängige Sport- und Nutzfahrzeuge) verursachen hier Schäden.

Leider erfreuen sich auch Wirtschaftswege, die landwirtschaftlich genutzte Flächen durchziehen, diesbezüglich wachsender Beliebtheit. Generell sind – neben dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr – nur das Wandern und das Fahren mit Fahrrädern auf diesen Wegen erlaubt.

Besonders problematisch wird es, wenn Grünland und Flächen für Grünfutter als Auslauf für Hunde genutzt wird, die hier ihr „Geschäft“ erledigen und so das Futter für Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen verunreinigen. „Leider fehlt vielen Hundehaltern hier jegliche Einsicht“, weiß Dirk Büttner aus Gesprächen mit Landwirten: „Viele fühlen sich diesbezüglich durchaus im Recht und vergessen dabei, dass das, was ihre Hunde gerade verunreinigen, irgendwann über Umwege vielleicht auch auf ihrem Teller landet.“ 

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12 Kommentare

  1. so so, hundekot landet auf dem teller. gilt das dann nicht auch für gülle? und was ist mit den pösen vögeln, die im flug auf den acker kackern? und wer denkt an mäuse und hamster? sollten denn die landwirte nicht besser mäuseklos aufstellen? was für ein quatsch wird hier nur verbreitet?

  2. Und wenn ich mir jetzt noch vorstelle ,dass Bauern ihre Güllegrube in der auch das Abwasser und die Toilette fliesst mit auf die Felder spritzen,vergeht es mir vollends.

  3. Das schmeckt ja dann auch besser weil die Guelle wahrscheinlich vom Biobauer ist. Und was ist mit den Wald und Wiesentiere und Zweibeiner die auf die Wiesen und Felder knacken. Übrigens ich hab immer Hundekotbeutel dabei 🙂

  4. Es geht hier nicht um einen Hund der mal irgendwo sein Geschäft verrichtet. Das Problem ist vor allem im Bereich von Wohngebieten. Dort verkommen Grünflächen zu überdimensionalen Hundeklos. Probleme bereiten vor allem Würmer und Wurmeier die im Hundekot enthalten sind und so in der Gülle nicht vorkommen.
    Beim Gülleproblem muss sich (fast) jeder an die eigene Nase fassen. Jeder will billiges Fleisch, und am besten täglich. Dadurch lässt sich Gülle, Massentierhaltung etc. nicht vermeiden.

  5. Es gibt solche und solche Hundehalter so wie es solche und solche Autofahrer gibt die sich nicht an die StVO halten und in 30 Zonen mit über 50 durchfahren. Mann sollte nicht alle unter einen Hut stecken.

  6. Zu Andreas Schwing : Ist doch aber noch besser und gesünder als Kunstdünger oder? Ich kenne sehr viele Hobbygärtner die ihren Gemüsegarten mit Pferdemist düngen, das Gemüse dann ernten, essen und leben noch.
    Und Hunde kann man entwurmen wenn sie Würmer im Kot haben. Katzen haben auch Würmer und kacken in die Vorgärten und Gärten, Wiesen und Felder, hab noch keinen Katzenbesitzer mit einem Kotbeutel gesehen es gibt ja auch keine Katzensteuer und wieviele Katzen verwildern weil man sie ausgesetzt hat die gehen bestimmt nicht auf ein Katzenklo.
    Na, ja mit so einem Schmarrn wird halt mal wieder das “ Sommerloch“ gestopft. 🙂

  7. Finde es mal gut das dieses Thema angesprochen wird. Den die meisten die mit ihren Hunden draußen unterwegs sind haben kein kotbeutel dabei wie es eigentlich sein sollte.
    Wenn das ganze nicht so schlimm ist wie es viele immer sage lasst doch eure hunde zu hause im Garten ihr Geschäft verrichten. Und geht danach laufen, damit er bewegung hat, was immer die ausreden sind.

  8. Es geht darum, dass am Anfangsstadium des Wachstums der Pflanzen gedüngt wird…die Sache mit dem Hundekot passiert meist immer kurz vor der Ernte so hat der „Dreck“ keine Zeit mehr in den Boden zu sickern und hängt förmlich an jedem Stiel.

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