„Mörtelstein darf nicht kaputt gespart werden“

Freie Wähler – Klares Bekenntnis für Gemeindehaus und Sporthalle

Moertelstein nicht kaputt sparen

(Foto: privat)

Mörtelstein. (pm) Schon lange beobachten die Freien Wähler (FW) Obrigheim das aktuelle bürgerschaftliche Engagement im Ortsteil Mörtelstein. Die Pläne zum Verkauf des evangelischen Gemeindehauses in der Ortsmitte durch die evangelische Kirchengemeinde Obrigheim hatte die Dorfgemeinschaft von Mörtelstein vor gut einem Jahr aufgerüttelt. Engagierte Bürger haben daraufhin einen Förderverein gegründet und mit neuen Aktivitäten die Ortsmitte wiederbelebt (NZ berichtete). Um die Mörtelsteiner zu unterstützen folgte die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler jetzt der Einladung zu einem Informationsgespräch mit dem Förderverein zum Erhalt des Gemeindehauses.

Vorsitzender Sebastian Damm begrüßte die Mitglieder der Gemeinderatsfraktion und die Vorstandsmitglieder der Freien Wähler. Der langjährige Kirchengemeinderat Udo Engelhardt erläuterte anhand eines kurzen Filmes die ehrenamtlichen Umbauarbeiten an der alten Dorfschule zum heutigen Gemeindehaus vor 25 Jahren. Damals wurde als große Kraftanstrengung der evangelischen Kirchengemeinde Mörtelstein mit Hilfe von Fördergeldern, Spenden und Arbeitseinsätzen der Bevölkerung ein Gemeindehaus geschaffen, das aufgrund einer vertraglichen Regelung auch die Funktion eines Dorfgemeinschaftshauses für Mörtelstein übertragen bekam. Das Gemeindehaus sei immer noch gut erhalten, ein akuter Sanierungsbedarf sei nicht zu erkennen. „Das Gemeindehaus ist unser Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte“, hoben die Mitglieder des Fördervereins hervor. So benutzt beispielsweise auch die Gemeinde Obrigheim das evangelische Gemeindehaus regelmäßig als Wahllokal und für Sitzungen des Gemeinderates. Die Mörtelsteiner wünschen sich deshalb von der Gemeinde Obrigheim finanzielle Unterstützung beim Erhalt des Gemeindehauses.

Gerade vor diesem Hintergrund stoßen die Pläne der Rathausverwaltung, aus Kostengründen  einen Dorfgemeinschaftsraum im Sporthallenkomplex als Ersatz für das Gemeindehaus neu zu bauen, auf völliges Unverständnis in Mörtelstein. „Wir dürfen als Gemeinde Obrigheim den Ortsteil Mörtelstein nicht kaputt sparen indem wir die Ortsmitte sich selbst überlassen“, so Fraktionssprecherin der Freien Wähler Iris Bucher. Das dörfliche Leben finde nun mal vor allem in der Ortsmitte statt. Außerdem habe die Gemeinde Obrigheim auch eine Verantwortung für das historische Rathaus in Mörtelstein.

Dem Mörtelsteiner Gemeinderat der Freien Wähler Ulrich Halder war bei dem Gespräch besonders wichtig, dass die dringend benötigte Sanierung der Sporthalle, mit dem Anbau eines Clubraums für die Vereinsarbeit des Sportvereins, nicht mit dem Erhalt des Gemeindehauses in der Ortsmitte vermischt werden dürfe. „Wir müssen die Sporthalle jetzt sanieren, und nicht erst abwarten, ob wir vielleicht Fördermittel für den in der Bürgerschaft höchst umstrittenen Anbau eines Dorfgemeinschaftsraumes bekommen“, unterstrich Halder. Halder informierte außerdem über den Lösungsvorschlag der evangelischen Landeskirche für Mörtelstein. Der evangelische Oberkirchenrat hat sich ausführlich mit der Situation in Mörtelstein befasst und war zu einem Arbeitsgespräch im Juli vor Ort. Die Evangelische Landeskirche habe dabei angeboten, das Gemeindehaus gegen ein entsprechendes Nutzungsrecht kostenlos an die politische Gemeinde zu übergeben. Jetzt gelte es die entsprechenden Gespräche zu führen, ergänzte Halder.

Ein weiteres Thema des Informationsgesprächs war die weitere Dorfentwicklung in Mörtelstein. Hier gibt es den Vorschlag aus der Bürgerschaft, dass Mörtelstein eine sogenannte Schwerpunktgemeinde im Förderprogramm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) werden soll. Der Vorteil wäre, dass nicht nur Maßnahmen der Gemeinde Obrigheim, sondern auch privaten Baumaßnahmen gefördert würden. Als Vorbild dient unter anderem der Hardheimer Ortsteil Gerichtstetten. Hier ist es gelungen, in eine Ortschaft mit rund 600 Einwohnern über 3 Millionen Euro an Landesfördermitteln zu holen. Grundlage für die weitere Ortsentwicklung ist allerdings ein professionelles Dorfentwicklungskonzept. Diese langfristigen und nachhaltigen Maßnahmen wären eine lohnende Aufgabe für den neu zu wählenden Bürgermeister. Fraktionssprecherin Iris Bucher war von der Initiative und der Energie der Mörtelsteiner begeistert und war sich sicher, dass auch die anderen Ortsteile von dieser Dynamik profitieren werden.

 

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